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Schulterschluss soll Schnellbusse für Linzer Süden sichern

Steiner Christoph, 30.09.2025 11:08

LINZ. Nach der Diskussion um die Einführung und Finanzierung von neuen Schnellbuslinien zur besseren Anbindung des Linzer Südens an die Innenstadt zeichnet sich im Gemeinderat nun ein Schulterschluss aller anderen Parteien gegen die SPÖ ab.

Neue Busse sind gefordert (Symbolbild) (Foto: BREITBILD Austria)
Neue Busse sind gefordert (Symbolbild) (Foto: BREITBILD Austria)

„Am Ende entscheidet nicht der Bürgermeister, sondern die Mehrheit der Fraktionen im Gemeinderat“, hatte Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) schon im Zuge der ersten Diskussionen klargemacht, sich Mehrheiten im Gemeinderat suchen zu wollen. Wie berichtet sollen nach Forderung der Linzer Volkspartei zwei Schnellbuslinien Abhilfe gegen das massive Verkehrsaufkommen im Mona-Lisa-Tunnel und die fehlende Anbindung schaffen.

Linien 13 und 14

Die Linie 13 – „Tangente Süd-Ost“ soll von der Solarcity in Pichling über die Route Ebelsberg – VOEST – Chemiepark – Industriezeile – Hafen – Donauparkstadion nach Urfahr fahren. Die Linie 14 – „Querung & Verbindung“ nach Start bei Ennsfeld in Ebelsberg über die Route VOEST – Chemiepark – Paul-Hahn-Straße zum Hafen fahren.

Auslaufende Bestellmöglichkeit

Diese neue Einigkeit hat einen Grund: Nur noch bis Jahresende kann die auslaufende Bestelloption von Elektro-Hybrid-Bussen genutzt werden. Ein entsprechender gemeinsamer Antrag wird in die kommende Sitzung des Gemeinderates am 23. Oktober eingebracht.

Vizebürgermeister Hajart macht Druck: „Die Zeit drängt. Nicht nur weil die Bürger seit vielen Jahren auf eine schnelle Verbindung in die Landeshauptstadt warten. Nur noch in diesem Jahr besteht die Möglichkeit der Anschaffung von Elektro-Hybrid-Bussen. Ab dem kommenden Jahr ist nur mehr der Ankauf von reinen Elektrobussen möglich – die natürlich ungleich teurer sind.“ 

Breite Unterstützung

Dem Anliegen liegt ein breiter Konsens abseits der SPÖ im Gemeinderat zu Grunde.

„Seit Jahren warten die staugeplagten Linzer im Süden auf die versprochene Entlastung durch neue Öffis und die muss auch kommen. Das sind wir den Linzern speziell im Süden schuldig. Dennoch droht den dringend benötigten Buslinien 13 und 14 im Linzer Süden nun das Aus - aus Spargründen. Gleichzeitig hält man aber daran fest, dass der Bund von der Stadt für Autobahnprojekte fast 70 Millionen Euro bekommen soll. Für den Flughafen wurden aktuell gerade vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Es kann nicht sein, dass gleichzeitig die dringend benötigten, eigenen Öffi Projekte dem Sparstift zum Opfer fallen. So löst man keine Verkehrsprobleme. Das geht in die vollkommen falsche Richtung – dafür mit Vollgas“, so Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne)

„Nur wenn wir rechtzeitig für leistungsfähige Öffis sorgen, können wir den Süden unserer Stadt auch sinnvoll weiterentwickeln. Die Priorisierung von Investitionen ist das Gebot der Stunde und beim Ausbau des Öffentlichen Verkehr ist das Geld bestimmt gut angelegt“, pocht auch FPÖ-Stadtrat Michael Raml hier auf eine rasche Lösung.

Rasche Umsetzung gefordert

Für eine rasche Umsetzung machen sich auch die kleineren Parteien stark.

„Die Schnellbuslinien 13 und 14, ursprünglich für 2023 angekündigt, müssen so rasch wie möglich umgesetzt werden. Sie verbinden das Industriegebiet mit dem Linzer Süden. Darüber hinaus könnte die Linie 13, die bis nach Urfahr fährt, endlich den bislang fehlenden direkten Anschluss vom Mühlviertel ins Industriegebiet herstellen“, so KPÖ-Gemeinderat Michael Roth-Schmida, der kritisiert, dass ansonsten in teure Prestigeprojekte investiert wird.

„Ich verstehe nicht, warum die SPÖ sich gegen die strategisch wichtige Schnellbuslinien im Linzer Süden wehrt.  Investitionen in den Ausbau der Öffis sind ein Gebot der Stunde, um auch langfristig gegen den Verkehrsinfarkt in Linz vorzugehen. Alle Parteien mit Budgetverantwortung müssen das Budget für die Schnellbuslinien gemeinsam möglich machen“, sagt Georg Redlhammer, Fraktionsvorsitzender der NEOS Linz.

Lorenz Potocnik von Linz+ sieht in Prammers plötzlichem Nein zu den Schnellbussen „eine Hauruck-Aktion, weil finanziell Feuer am Dach ist. Nun wird von der SPÖ die einzig realistische Maßnahme und umsetzbare Lösung abgedreht. Das ist keine Stadtplanung, das ist panische Kurzsichtigkeit.“

Auch freie Abgeordnete schließen sich an

Auch die freien Gemeinderatsabgeordneten schließen sich dem Antrag an.

„Der Linzer Süden braucht dringend eine Alternative zum täglichen Stau. Die Absage der SPÖ zu den Linien 13 und 14 ist ein Schlag ins Gesicht für alle staugeplagten Linzer, die seit Jahren auf bessere Öffi-Verbindungen warten. Der oberösterreichische Zentralraum erstickt im Verkehr. Daher braucht es mehr, nicht weniger Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Linz braucht eine echte Mobilitätswende“, so Clemens Brandstetter.

 „Die Akzeptanz öffentlicher Verkehrsmittel hängt wesentlich von der Zeit ab, die für eine Fahrt benötigt wird. Eillinien stellen eine attraktive Alternative zum Individualverkehr dar. Der Süden von Linz ist einerseits ein wachsender Stadtbereich mit steigendem Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln, und die Randlage gebietet eine schnelle Verkehrslösung. Daher Ja zu den vorgesehenen Schnellbuslinien“, so Norbert Obermayr.

Wachsende Stadtgebiete

Der Hintergrund: Die Stadtteile Ebelsberg und Pichling im Linzer Süden gehören zu den letzten großen Entwicklungsgebieten der Stadt. Durch neue Wohnbauprojekte, wie auf dem Areal der ehemaligen Hiller-Kaserne oder den „Sommergründen“, steigt die Bevölkerungszahl dort stark an. In den nächsten Jahren könnten durch den intensiven Wohnbau weitere 10.000 Einwohner hinzukommen,


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