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Schülerinnen aus Oberösterreich schreiben über Frauenbilder

Michaela Aichinger, 09.03.2026 10:53

LINZ. 49 Schülerinnen und zwei Schüler aus ganz Oberösterreich haben Texte, Perspektiven und journalistische Beiträge zu Frauenbildern verfasst. Die Arbeiten erscheinen im Projektmagazin „49 Frauenbilder“ des Frauenreferats Oberösterreich sowie auf campus a college, Österreichs erster digitaler schulübergreifender Schülerzeitung für alle Schulen.

  1 / 2   LH-Stv. Christine Haberlander (l.) und Bernadette Krassay (r.), Chefredakteurin von campus a, die das Projekt 49 Frauenbilder initiiert hat, mit den drei Siegerinnen Emma Krenn (M.), Leonie Blantz (2.v.l.) und Lilly Sophie Schwandtner-Wimmer (2.v.r.). (Foto: Land OÖ/Andreas Krenn)

Die Abschlussveranstaltung fand am 5. März im Schlossmuseum Linz statt. Die jungen Autorinnen präsentierten dabei ihre Beiträge und setzten damit ein Zeichen für Sichtbarkeit, Gleichstellung und gesellschaftliche Beteiligung.

Initiiert wurde das Projekt von Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauenlandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) gemeinsam mit der campus a Akademie für Journalismus. Ziel ist es, Schülerinnen früh für gesellschaftspolitische Themen zu sensibilisieren, politische Bildung zu stärken und ihnen eine Plattform für ihre Stimmen zu geben.

Christine Haberlander: „Wer Worte findet, kann Wirkung entfalten“

„Mit Worten wirken, denn Sprache erzeugt Bilder. Als Land Oberösterreich wollen wir junge Frauen ermutigen, wir unterstützen Frauen, ihre Talente selbstbewusst zu nutzen, ihre Sichtweisen einzubringen und mit Sprache Zukunft zu gestalten“, betont Frauenlandesrätin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander.

„Denn wer Worte findet, kann Wirkung entfalten. Wir wollen jungen Frauen eine Plattform geben, ihre Sichtweisen sichtbar zu machen und zu zeigen, wie vielfältig weibliche Lebensrealitäten waren und heute sind“, so Haberlander.

Themen, die bewegen

Unter dem Leitsatz „Wir wollen wachrütteln“ beteiligten sich 49 Schülerinnen und zwei Schüler aus 24 Schulen in Oberösterreich [siehe Infobox“.

Die jungen Journalistinnen beschäftigten sich mit Themen, die sie persönlich bewegen und gesellschaftlich relevant sind.

Die Beiträge reichen von jungen Frauen in technischen Ausbildungswegen über Herausforderungen im Spitzensport bis hin zur oft unsichtbaren Arbeit von Elementarpädagoginnen. Auch patriarchale Strukturen in Schülervertretungen, der „Tradwife“-Trend auf TikTok, Forschungslücken in der Medizin oder Körperbilder in sozialen Medien wurden kritisch beleuchtet.

Die Texte basieren auf persönlichen Erfahrungen, intensiver Recherche und klaren Analysen. Sie zeigen, wie differenziert junge Frauen gesellschaftliche Ungleichheiten wahrnehmen.

Beste Beiträge ausgezeichnet

Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die besten Texte prämiert. Über die Auszeichnungen entschieden eine unabhängige Journalistinnen- und Journalistenjury sowie ein öffentliches Voting auf campus a college.

Den dritten Platz erreichte Lilly Sophie Schwandtner-Wimmer von der HTL Braunau mit ihrem Beitrag „Wenn Emanzipation plötzlich Schürze trägt“. Darin setzt sie sich kritisch mit traditionellen Rollenbildern auseinander und zeigt, wie moderne Inszenierungen alte Muster reproduzieren können.

Sie sagt: „Meine Mutter hat mir gezeigt, wie stark Frauen sein können – und dass Stärke nicht nur bedeutet, für unsere eigene Zukunft einzustehen, sondern auch anderen Frauen zu helfen, ihre Rechte einzufordern.“ Für ihre Arbeit erhielt sie ein Preisgeld von 150 Euro.

Der zweite Platz ging an Leonie Blantz, ebenfalls von der HTL Braunau. In ihrem Text „Frauen in technischen Berufen: Die alten Klischees leben noch“ analysiert sie, warum stereotype Denkmuster trotz Fortschritten bestehen bleiben und weshalb Vielfalt in technischen Berufen essenziell ist. Ihr Statement dazu: „Zukunft entsteht dort, wo alle Perspektiven gehört werden.“ Das Preisgeld beträgt 300 Euro.

Den ersten Platz belegte Emma Krenn vom Körnergymnasium Linz mit ihrem Beitrag „Frauenmedizin: Ein Fortschritt auf Kosten von Frauen“. Darin beleuchtet sie strukturelle Forschungslücken und die systematische Benachteiligung weiblicher Gesundheit. Sie betont: „Nur weil etwas vergangen ist, ist es nicht vergessen. Und selbst heute verhallen noch immer viel zu viele Stimmen ungehört.“ Für diese Arbeit erhielt sie ein Preisgeld von 600 Euro.

Preis für journalistische Qualität

Erstmals wurde außerdem der „Preis der Campus a Akademie für Journalismus“ vergeben. Ausgezeichnet wurden Leonie Stockinger (BAfEP Linz) für den Text „Bin ich ein Mann?“ sowie Masuma Alokozai (Berufsschule 6 Linz) mit dem Beitrag „Gewalt an Frauen in Afghanistan“. Alokozai bringt darin eine internationale Perspektive ein und stellt klar: „Schweigen schützt keine Frauen, es schützt Täter.“

Ein Programmpunkt war zudem der Besuch von LH-Stellvertreterin Haberlander. Sie würdigte die Arbeiten der Schülerinnen und stellte sich anschließend den Fragen der jungen Autorinnen zu Frauenpolitik und Gleichstellung.

„Junge Frauen haben Ideen, Mut und Visionen. Indem wir Schülerinnen heute fördern, schaffen wir eine Gesellschaft, die Vielfalt und Gleichberechtigung lebt. Sichtbarkeit ist nicht nur ein Schlagwort, sie ist der Schlüssel, um gesellschaftliche Strukturen zu verändern“, so Haberlander.

Von der Idee zum Magazin

Das Projekt startete bereits 2025 mit Ausschreibung und Auswahl der Teilnehmerinnen. Nach Einreichung der Rohfassungen im Dezember durchliefen die Texte ein professionelles Feedbackverfahren. Die finale Abgabe erfolgte im Jänner 2026, die Online-Veröffentlichung startete Ende Jänner auf campus-a.at, begleitet von einem öffentlichen Voting.

Anfang März 2026 erscheint das gedruckte Projektmagazin „49 Frauenbilder“ in einer Auflage von 600 Stück. Mit der Abschlussveranstaltung am 5. März fand das Projekt seinen Höhepunkt.

Die teilnehmenden Schulen

BAfEP der Don-BoscoSchulen Vöcklabruck, HTL Braunau, Linzer Technikum, Gymnasium Kollegium Aloisianum, HAK Auhof, HBLA Lentia, ORG der Franziskanerinnen Vöcklabruck, BORG Ried, HTL Paul-Han-Straße, HTBLA Steyr, Gymnasium Werndlpark Steyr, BAfEP derKreuzschwestern Linz, Tourismusschulen Bad Leonfelden, HTBLA Wels, RamsauerGymnasium, BRG/WRG Körnergymnasium Linz, Europagymnasium Baumgartenberg,BAfEP Steyr, ROSE ORG Linz, Bundesgymnasium Vöcklabruck, HBLW Ried, HTL Perg,HTBLA für künstlerische Gestaltung Linz und BAfEP Linz.


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