Gehäuftes Auftreten von Legionellen-Erkrankungen in Linz: Suche nach Ursache läuft auf Hochtouren
LINZ. Im Raum Linz wurden seit 20. Juli vermehrt Legionelleninfektionen gemeldet. Die Suche nach möglichen Ursachen läuft auf Hochtouren.

Von den 20 in diesem Zeitraum in Oberösterreich gemeldeten Legionellenerkrankungen entfallen 15 auf den Raum Linz, teilte die Abteilung Gesundheit des Landes Oberösterreich am 4. August 2026 mit. Zwei weitere Personen erkrankten im Ausland; sie hatten sich während der möglichen Infektionszeit in Linz aufgehalten.
Derzeit ist offen, ob es sich um eine zufällige Häufung handelt oder ob zumindest einzelne Fälle miteinander zusammenhängen.
Die zuständige Behörde des Magistrats Linz klärt die Häufung gemeinsam mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ab. Dabei werden alle verfügbaren Informationen ausgewertet, um mögliche Verbindungen zwischen den Fällen zu erkennen.
Parallel dazu werden mögliche Infektionsquellen untersucht. Es wurden bereits umfangreiche Proben entnommen, darunter Wasserproben aus Kühltürmen. Ergebnisse werden aufgrund der zeitaufwendigen Anzüchtung und fachlichen Beurteilung der Bakterien erst in einigen Tagen erwartet.
Was sind Legionellen?
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in geringen Konzentrationen im Wasser vorkommen. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich in Warmwassersystemen großer Gebäude und künstlichen wasserführenden Anlagen vermehren – etwa in Whirlpools, Luftbefeuchtern, Springbrunnen oder Kühltürmen.
Die Ansteckung erfolgt durch das Einatmen fein zerstäubter, legionellenhaltiger Wassertröpfchen. Mögliche Infektionsquellen sind demnach unter anderem Duschen, Wasserhähne, Luftbefeuchter, Whirlpools und Wasserfontänen. Auch unzureichend gewartete Kühltürme können ein Übertragungsrisiko darstellen.
Das Trinken von belastetem Wasser stellt hingegen kein gesundheitliches Risiko dar. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls nicht bekannt.
Erkrankungen und Risikogruppen
Legionellen können die Legionärskrankheit auslösen, eine schwere Lungenentzündung, die in der Regel antibiotisch behandelt werden muss.
Auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung sind möglich. Sie werden als Pontiac-Fieber bezeichnet und klingen meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden