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"Take a risk" hat sich für Linz ausgezahlt

Nora Heindl, 19.03.2026 15:44

LINZ. Ein Risiko, das sich bezahlt gemacht hat: Ein Jahr nach der touristischen Neuausrichtung zieht Linz Tourismus eine zufriedene Bilanz. 

Geschäftsführerin Marie-Louise Schnurpfeil und Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Recknagl ziehen nach einem Jahr "Take a risk" eine positive Bilanz. (Foto: Linz Tourismus)

„Auf den Tag genau vor einem Jahr haben wir ein Feuerwerk in gelb und schwarz gezündet“, blickt Linz Tourismus-Geschäftsführerin Marie-Louise Schnurpfeil auf die Einführung der Marke „Take a risk, visit Linz“ zurück. So hat etwa der Kampagnenfilm zu „Expect the Unexpected“ durch den Einsatz von KI für Diskussionsstoff gesorgt. 

„Die neue Marke wird von Gästen ebenso wie von Partner*innen und Bewohner*innen in der Stadt gut angenommen. Der Ansatz ist mutig, aber echt und nicht gekünstelt. Genau diese Haltung kommt an, weil sie neugierig macht und weil sie zu dem passt, was man in Linz tatsächlich erlebt. Für uns ist das die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Kurs sind und dass wir die Marke Schritt für Schritt weiter ausbauen werden“, sagt Schnurpfeil.

Es wird ein neues Video geben

2026 will man nachlegen. Ende April startet eine neue Kampagne. Viel wird noch nicht verraten, nur: Es geht um Wiedersehen, um Überraschung und um eine Einladung zumMitmachen.

Auch ein neues Video ist in Ausarbeitung, das jedoch nicht zeitgleich mit der Kampagne ausgestrahlt wird. Auch hier setzt man auf Geheimniskrämerei. Lediglich bereits fest steht: Statt auf forafilm, die sich unter anderem für den viel diskutierten und international preisgekrönten „Linz ist Linz“-Film verantwortlich zeigten, setzt man heuer auf einen neuen Partner. „Wir gehen einen neuen Weg mit einem hier in Linz ansässigen Videomacher“, verrät Schnurpfeil. Das Drehbuch ist gerade in Ausarbeitung. „Es wird aber unsere Markenidentität, wie wir in den ersten Gesprächen gesehen haben, sehr gut auf den Punkt bringen.“ Dieter Recknagl, Aufsichtsratsvorsitzender des Linz Tourismus, ergänzt: „Es wird vielleicht ein bisschen anders werden und nicht so viel Platz für Diskussionen lassen, aber dennoch anregen, sich darüber auszutauschen.“ 

Touristinfo als Herzstück

Ein zentrales Element bei der Neuausrichtung war die Neugestaltung der Tourist Information am Hauptplatz. Sie wurde vergrößert, modernisiert und stärker als Treffpunkt positioniert. Knapp 38.500 Besucher nutzten das Angebot im Jahr 2025.

„Mit der neu gestalteten Tourist Information am Hauptplatz ist ein Ort entstanden, der für Gäste wie für Einheimische einen spürbaren Mehrwert bietet. Der Umbau hat Beratungsmöglichkeiten und Angebot deutlich verbessert und macht die Tourist Information zu einer modernen, gut zugänglichen Servicestelle im Herzen von Linz“, freut sich Dieter Recknagl.

Sprichwörtlich wie die warmen Semmeln verkaufen sich laut Schnurpfeil die Merchandiseartikel. 833 Stück der „Take a risk, visit Linz“-Artikel wurden verkauft, besonders beliebt sind Socken und Stofftaschen. „Die Gäste werden so zum Werbeträger, was Spaß macht immer neue Dinge zu produzieren“, so Schnurpfeil.

Einen Mehrwert stellen auch die neuen Schließfächer dar, die auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich sind. Der Service ist kostenlos. Damit auch wirklich jeder Koffer reinpasst, stehen verschiedene Größen zur Verfügung. 

Im November wird zudem noch ein digitaler Gästeberater im Foyer des Alten Rathauses aufgestellt, der außerhalb der Öffnungszeit zwischen 17 bis 21 Uhr Informationen zur Stadt  liefern wird.

Leichtes Plus bei den Nächtigungszahlen

Die Nächtigungszahlen bleiben auf hohem Niveau. 2025 wurden in der Destination Linz (inklusive Ansfelden und Kirchschlag)  1.137.716 Nächtigungen gezählt – ein leichtes Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Rekordjahr davor. Die Stadt Linz allein zählte 1.034.077 Nächtigungen (+1,22 Prozent).

„Ich glaube, dass die Zeiten von zweistelligen Zuwächsen vorbei sind“, so Schnurpfeil. Es sei aber auch nicht mehr das erklärte Ziel, in Quantität zu wachsen, sondern in Qualität. Der Fokus liegt auf längeren Aufenthalten. Derzeit liegt die durchschnittliche Verweildauer bei knapp zwei Nächten. Ziel ist es beispielsweise Gäste, die beruflich in Linz verweilen und freitags abreisen würden, noch übers Wochenende zu halten. 

Bettenanzahl steigt auf 8.500

Derzeit verfügt Linz etwa 7.800 Betten. In den kommenden zwölf Monaten kommen zwei Hotelprojekte dazu: Im April eröffnet das Arcotel im Quadrill, im Jänner 2027 das Motel One am Bahnhof. Damit steigt die Zahl auf etwa 8.500 Betten an. „Uns ist es lieber, wir wachsen kontinuierlich und nicht mit einem Big Bang“, so Schnurpfeil, die damit auf Graz verweist, wo das Angebot zuletzt schneller wuchs als die Auslastung. 

Wenn sich die Geschäftsführerin etwas wünschen könnte, dann wären das „mehr Hostels und Jugendunterkünfte. Wir sind sehr stark im Schulbereich, die buchen aber kein 4-Sterne-Hotel.“ Auch brauche man kein 5-Sterne-Hotel, dafür habe man das Klientel nicht. 


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