Dauerthema Parken: Linzer VP präsentiert Plan für neue Parkraumpolitik
LINZ. Die Linzer VP hat einen Plan für eine ganzheitliche Parkraumpolitik präsentiert. „Ziel sind mehr und leistbare Parkplätze für Linz“, so Vizebürgermeister Martin Hajart.

Die Zahl der Autos steigt. Ende 2025 weist die Zulassungsstatistik für Linz 107.934 Pkw aus. Das ist ein Plus von 660 Autos im Vergleich zum Jahr davor. Und diese Autos wollen auch abgestellt werden. VP-Vizebürgermeister Martin Hajart als Mobilitätsreferent fordert deshalb eine ganzheitliche Parkraumpolitik ein: „Die Zunahme des Stellplatzbedarfs ist eine Realität, der sich auch die Stadt Linz stellen muss. Neben der großen Öffi-Offensive und der Förderung der sanften Mobilität braucht es ein mehrheitliches Bekenntnis der Stadt für mehr und auch leistbare Parkplätze.“
Der Plan der Linzer VP sieht für die Wohnbevölkerung unter anderem die Errichtung geförderter Bewohnergaragen und auch gemischt genutzter Garagen in den Stadtteilen vor. Weitere Eckpunkte sind die Schaffung von leistbaren Bewohnerstellplätzen in bestehenden Garagen sowie günstigere Nachtpark- und Wochenend-Tarife in gemischt genutzten Garagen.
Was die Parkplätze für Kunden und Pendler angeht, umfasst der Plan mehr Kundenparkplätze, einen Stopp der Parkgebührenerhöhung, den Ausbau der Park-and-Ride-Möglichkeiten und ein digitales Parkleitsystem. „Die Vertreibung der Autofahrer als Einkaufskunden ist für die Stadt wirtschaftlich kontraproduktiv. Gleichzeitig müssen wir alles daransetzen, den Einpendlerverkehr mit dem Auto zu reduzieren“, so Hajart.
Exklusives Bewohnerparken ausbauen
Der Schaffung von mehr Parkplätzen erteilt Helge Langer, Klubobmann der Linzer Grünen, eine klare Absage. Das wäre ein klarer Widerspruch zum Klimaneutralitätskonzept, das vorsieht, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs bis 2040 von rund 42 auf 23 Prozent zu senken. Bei den exklusiven Bewohner-Parkzonen, die es laut Langer viel zu wenige gibt, sieht er Hajart in der Pflicht. Es liege am Verkehrsreferenten, die Handbremse zu lösen und die Umsetzung voranzutreiben.
Scharfe Kritik von FPÖ
Scharfe Kritik übt FPÖ-Fraktionsobmann Wolfgang Grabmayr. „Die ÖVP hat den Bock zum Gärtner gemacht und wundert sich nun, dass im Garten die Blumen fehlen. Ausgerechnet jene Partei beklagt nun den Parkplatzmangel, die in den vergangenen Jahren selbst aktiv am Abbau von Stellflächen mitgewirkt hat. Das ist an Widersprüchlichkeit kaum zu überbieten. Martin Hajart ist als Verkehrsreferent nicht Beobachter, sondern Mitverantwortlicher für die aktuelle Situation“, so Grabmayr.
Besonders verweist die FPÖ auf den sogenannten Fahrrad-Highway im Kaplanhofviertel, durch den knapp 90 Parkplätze weggefallen sind. „Die Linzer erleben seit Jahren, wie durch grüne Verkehrspolitik Stellplätze verschwinden, Fahrspuren reduziert und Autofahrer systematisch verdrängt werden. Genau diese autofeindliche Politik hat Hajart mitgetragen. Beispielhaft sei etwa die Fahrbahnverschmälerung zugunsten von Fahrradfahrern auf der Nibelungenbrücke erwähnt. Jetzt plötzlich so zu tun, als hätte man mit dem Parkplatzproblem nichts zu tun, ist schlicht unglaubwürdig“, erklärt Grabmayr.


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