Erster Nachweis seit 2017: JKU-Drohnen spüren seltenes Sumatra-Nashorn auf
LINZ. Sumatra-Nashörner sind vom Aussterben bedroht. Hauptgrund dafür ist die Wilderei auf ihre Hörner. Im indonesischen Naturschutzgebiet Way Kambas soll es noch eine Population geben, die letzte Sichtung war allerdings 2017. Eine Expedition mit Beteiligung der Johannes Kepler Universität Linz und ihrer Drohnen-Expertise sollte nun Spuren der seltenen Tiere nachweisen – mit Erfolg.

LINZ. Sumatra-Nashörner gehören zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Hauptgrund dafür ist die Wilderei auf ihre Hörner. Im indonesischen Naturschutzgebiet Way Kambas soll es noch eine Population geben, die letzte Sichtung war allerdings 2017. Eine Expedition mit Beteiligung der Johannes Kepler Universität Linz und ihrer Drohnen-Expertise sollte nun Spuren der seltenen Tiere nachweisen – mit Erfolg.
Die letzte Sichtung eines Sumatra-Nashorns im rund 1.300 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet in Südsumatra war 2017, die letzte Fußspur wurde 2019 entdeckt. Seither war unklar, ob es überhaupt noch freilebende Tiere gibt, zumal die Suche im dichten Dschungel schwierig bis unmöglich war.
Neue Hoffnung brachte Oliver Bimber, Vorstand des Instituts für Computergrafik der JKU. Seine Spezialität: die Suche nach verborgenen Objekten. Speziell für diese Expedition hatte der Drohnen-Experte ein neues, bisher unveröffentlichtes Bildgebungsverfahren entwickelt, mit dessen Hilfe geringste Bewegungen selbst durch das Blätterdach von Wäldern erkannt werden können.
Abenteuerliche Expedition
Gemeinsam mit Wildtierbiologen und Rangern reiste Bimber im Mai für zwei Wochen nach Südsumatra. Das Ziel: Mithilfe von Drohnen Spuren der scheuen und seltenen Nashörner zu finden.
Doch die Herausforderungen im Regenwald waren groß. „Der Wald blockt Radiosignale. Außerdem ist das Blätterdach so dicht, dass es kaum Lücken gibt. Oft musste ohne Sicht gestartet und gelandet werden – keine guten Aussichten auf Erfolg“, so der JKU Forscher. Oft betrug die Signalreichweite der Drohnen nur einen Kilometer und Temperaturen von mehr als 35 Grad Hitze im Schatten stellten Mensch und Material auf eine harte Probe.
Die Motivation der Helfer vor Ort war jedoch größer: „Man hat gespürt, dass ihnen das Schicksal der Nashörner am Herzen liegt und sie alles tun wollen, um ihr Aussterben durch Wilderei zu verhindern.“
Der Aufwand wurde belohnt: Bereits am fünften Tag wurde eine Wärmesignatur mit verdächtiger Form und Bewegungsmuster entdeckt. Tatsächlich konnte erstmals seit Jahren wieder ein lebendes Sumatra-Nashorn nachgewiesen werden. Darüber hinaus fanden die Forscher weitere Spuren der Tiere und sicherten DNA-Proben.
Unsichere Zukunft der Nashörner
Während Bimbers Einsatz abgeschlossen ist, bleiben die Drohnen weiterhin im Schutzgebiet im Einsatz. Sie sollen künftig nicht nur bei der Beobachtung der Nashörner helfen, sondern auch die Bekämpfung von Wilderei unterstützen.
Was dem Forscher außer den Eindrücken der Expedition bleibt? „Vor allem Traurigkeit, dass diese Tiere, die viel länger dort leben als der Mensch, bald für immer verschwinden könnten – wegen des Menschen“, so Bimber. Doch er zeigt sich zuversichtlich: „Da wir wissen, dass es noch freilebende Exemplare gibt und auch in Reservaten geschützte Tiere leben, ist eine Verbesserung des Genpools und somit eine Vergrößerung der Population und das Überleben der Sumatra-Nashörner noch möglich. Es bedarf allerdings der Hilfe des Menschen.“ Was es brauche sei internationale Entschlossenheit und Zusammenarbeit. „Mit einem Bruchteil der Gelder, die für KI (und für Kriege um Ressourcen für KI) täglich ausgegeben werden, könnte man diese wertvolle Spezies erhalten.“


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