Debatte über Alkoholverbot am Linzer Hauptbahnhof
LINZ. Die Sicherheit rund um den Linzer Hauptbahnhof steht erneut im Fokus der politischen Debatte. Während auf Bundesebene ein Alkoholverbot an stark frequentierten Bahnhöfen geprüft wird, arbeitet in Linz eine interdisziplinäre Gruppe an Vorschlägen für das Bahnhofsviertel - Tips hat berichtet. Ergebnisse werden im Herbst erwartet. Vizebürgermeister Martin Hajart geht das zu langsam.

Der Linzer Hauptbahnhof zählt zu den möglichen Standorten für ein erweitertes Alkoholverbot. „Die Diskussion über Alkoholverbote an österreichischen Bahnhöfen zeigt, dass die Herausforderungen im Umfeld großer Verkehrsknotenpunkte vielerorts ähnlich sind“, so Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ). Die Situation rund um den Bahnhof werde von vielen Menschen als unbefriedigend wahrgenommen; insbesondere suchtkranke Personen beeinträchtigten dort das subjektive Sicherheitsgefühl.
Eine beim Linzer Sicherheitsgipfel im Mai beschlossene Arbeitsgruppe hat ihre Arbeit mittlerweile aufgenommen. Geprüft werden neben einem Alkoholverbot auch eine polizeiliche Schutzzone, mehr Polizeipräsenz, Videoüberwachung, intensivere Sozialarbeit und Maßnahmen zur Gestaltung des öffentlichen Raums. Raml erwartet im Herbst Entscheidungsgrundlagen.
Zustände nicht länger hinnehmbar
Ein deutlich rascheres Handeln fordert hingegen Vizebürgermeister und Linzer-ÖVP-Chef Martin Hajart. Er begrüßt die Prüfung eines Alkoholverbots durch die ÖBB, verlangt jedoch dessen baldige Umsetzung am Hauptbahnhof und im angrenzenden Bahnhofspark. „Die Situation im und um den Linzer Hauptbahnhof ist in puncto Sicherheit und Sauberkeit nicht länger hinnehmbar“, erklärt Hajart. Übermäßiger Alkoholkonsum, Drogen und damit verbundene Begleiterscheinungen trügen aus seiner Sicht wesentlich dazu bei, dass sich Menschen dort unwohl fühlten.
Der Bahnhof sei nicht irgendein Ort im Stadtgebiet, sondern eine der wichtigsten Visitenkarten der Landeshauptstadt: „Der Hauptbahnhof ist für tausende Menschen täglich das Eingangstor zu Linz. Wer dort ankommt, soll sich sicher fühlen und einen ordentlichen, sauberen öffentlichen Raum vorfinden. Davon sind wir derzeit zu weit entfernt“, so Hajart.
„Raml schaut seit Jahren zu“
Scharfe Kritik übt Hajart an Sicherheitsstadtrat Raml. Dieser habe Jahre lang nicht gehandelt, mittlerweile würde die Situation vor dem Hauptbahnhof und im angrenzenden Bahnhofspark völlig ausarten. Jeden Tag würden 40 bis 70 Personen schwerst betrunken den Bahnhofspark belagern. Vermüllung, Geschrei, Gewalt, Drogenhandel und -konsum inklusive. Neben der Furcht vieler Menschen, verweist Hajart zudem auf ein neues Hotel, das in unmittelbarer Nähe eröffnen wird und der Weg dorthin durch den Bahnhofspark führt.
Stadtrat Raml habe stets nur zugesehen – trotz eines vor Jahren gestellten ÖVP-Antrags für ein Alkoholverbot. „Während die ÖBB jetzt handeln und Verantwortung übernehmen, schaut Sicherheitsstadtrat Raml ständig nur zu. Aktuell beruft er sich auf Arbeitsgruppen. Doch es ist Zeit für konkrete Handlungen“, so Hajart.
Einig sind sich beide Seiten nur darin, dass sich die Situation im Bahnhofsviertel verbessern und die Sicherheit für Reisende, Anrainer und Besucher erhöht werden soll.








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