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Tips Jugendredaktion, Lisa Hackl, 02.09.2016 10:28

Happy Birthday, Tips! Auch wir vom Jugendredaktionsworkshop gratulieren der Tips- Zeitung zum dreißigsten Geburtstag und wagen deshalb mit ihrem Chefredakteur und Geschäftsführer Josef Gruber einen Blick in die Vergangenheit und auch in die Zukunft.  

Die Jugendredakteurinnen Lisa Hackl und Eva Sallinger im Gespräch mit GF Josef Gruber
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Josef Gruber leitet seit 15 Jahren die Zeitung Tips. Was als Serviceblatt der OÖ Nachrichten begann, hat sich im Laufe der Zeit zu Oberösterreichs beliebtester Zeitung entwickelt. Auch in Niederösterreich steigen die Leserzahlen stetig. Gruber sieht darin das Ergebnis einer im Kleinen erprobten Strategie. Regionalität ist sein Credo und deswegen ist es ihm wichtig, in allen 24 Geschäftsstellen immer Mitarbeiter vor Ort zu haben, die über lokale Entwicklungen und Themen berichten. Weiterentwicklungen wie der Einstieg ins Internet finden bei Tips Schritt für Schritt und kontinuierlich statt, um für den Leser übersichtlich zu bleiben.

Gruber sieht eine klare Differenz zwischen den üblichen Tageszeitungen und dem Wochenmedium. „Die Leute lesen uns anders.“, ist er überzeugt. Schlecht recherchierte Berichterstattung und übertriebene Darstellungen könne man sich nicht leisten. Je näher ein Leser am Geschehen ist, desto schneller können Medienberichte auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden, gleichzeitig steige mit der Nähe auch das Interesse.

In den letzten dreißig Jahren haben sich die Herausforderungen für den Geschäftsführer und Chefredakteur geändert. „Als wir angefangen haben, befanden wir uns ja quasi in der Steinzeit. Es gab keine Privatradios oder -fernsehsender und das Internet wurde kaum verwendet.“ Während damals die größte Herausforderung war, eine neue Zeitung zu etablieren, sieht Gruber heute die enorme Medienvielfalt der Gegenwart als Bewährungsprobe. Schwache Konjunktur und die Verunsicherung der Unternehmen vermindern die Werbeausgaben, die zusätzlich noch auf mehrere Konkurrenten wie regionale Radios und Fernsehsender verteilt werden. Trotz des extremen Wandels, in der sich die Printjournalismusbranche derzeit befindet, ist Gruber überzeugt von der Beständigkeit von Tips. „Regionale Medien können nicht auf die APA zurückgreifen, sie müssen direkt vor Ort recherchieren. Das gibt ihnen Glaubwürdigkeit und steigert das Interesse der Leser.“

Wie so viele Punkte seiner Strategie stammt auch die Idee des Jugendredaktionsworkshops aus seiner Zeit vor der Geschäftsführung der Tips, als er eine Regionalzeitung in Perg herausgab. Seit damals gibt er Jugendlichen die Möglichkeit im Unternehmen mitzuarbeiten und neue Sichtweisen einfließen zu lassen. Er zieht seinen Hut vor den Jugendlichen, die in ihren Ferien eine eigene Zeitung gestalten und in zwei Wochen „von 0 auf 1000“ kommen. Zustimmung erhält er dabei auch von seiner Mitarbeiterin Kathrin Kaltenberger, die den Jugendredaktionsworkshop organisiert und leitet. Die enorme Verbesserung innerhalb so kurzer Zeit, mache das Arbeiten mit den Jugendlichen so spannend. Am Ende stehe immer ein gelungenes Produkt, auf das sowohl die Jugendlichen, als auch ihre Betreuer stolz sein können.

Auf die Frage nach seinen Lieblingsaufgaben im Alltag muss Gruber schmunzeln: „Naja, alles was funktioniert, landet nicht mehr bei mir.“ Es sei aber besonders interessant für ihn, bei Herausforderungen und Krisen gute Lösungen zu finden.

Ein weiteres der zahlreichen Projekte der Zeitung Tips ist die Herausgabe von Büchern. Anfangs wurden dabei immer Serien der Tips zu Büchern verlegt. So entstanden die bekannten Wanderbücher von Michael Wasner und die zwei Bände „Erziehung ist (k)ein Kinderspiel“. Mittlerweile werden auch andere Titel verlegt, zuletzt das Fantasy-Erstlingswerk einer 12 –jährigen Jungbuchautorin. Leidenschaftlich berichtet Gruber von diesem und anderen Projekten, die in den letzten 15 Jahren zustande gekommen sind. Nur beim Blick in die Zukunft wird er verhaltener. Er zitiert Konfuzius: „ Der wahrhaft Edle predigt nicht was er tut, solange er nicht getan hat, was er predigt.“ Die Lorbeeren seiner Arbeit will er erst ernten, sobald er sie tatsächlich umgesetzt hat. Aber die Vorfreude auf die nächsten 30 Jahre ist ihm deutlich anzumerken.


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