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LINZ. Das Internet wird immer mehr Teil unseres Lebens, dementsprechend mehr wird auch die Anzahl der Internet-Süchtigen – speziell bei Jugendlichen.

Burschen tendieren zu Rollenspielen, Mädchen eher zu Social Media. Foto: Weihbold
Burschen tendieren zu Rollenspielen, Mädchen eher zu Social Media. Foto: Weihbold

„Bei jeder Suchterkrankung macht die Verfügbarkeit aus, wie viele Kranke es gibt“, erklärt Kurosch Yazdi, Leiter der Klinik für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin. „Dazu kommt, dass das Einstiegsalter für den Internetgebrauch immer niedriger wird. Früher waren es Studenten. Jetzt sehen wir, dass immer jüngere zu uns kommen.“ Dabei handelt es sich um 13 oder 14-jährige. Der jüngste war elf Jahre alt.

Ferienzeit als Auslöser

„Kinder sind besonders gefährdet, aufgrund der geringen Fähigkeit der Selbstbegrenzung“, so Yazdi. Auch der Umgang der Eltern mit dem Thema Internet und Freizeit spielt eine Rolle. Speziell die Ferienzeit stellt ein Risiko dar. „Niemand schreibt den Kindern vor, was sie tagsüber zu tun haben. Ferienzeit ist Internetzeit.“ Daher sprechen sich Yazdi und seine Kollegen, Psychotherapeut Karlheinz Staudinger und Psychotherapeutin Maria Mittermaier, klar für Regeln im Umgang mit dem Internet und dem Smartphone aus. „Mit einem 6-Jährigen muss man nicht basisdemokratisch abstimmen“, schmunzelt Yazdi.

Internet mit Maß und Ziel

„Es muss auch Internet-freie Tage geben. „Fügt aber auch gleich hinzu: „Das Internet ist nichts Böses, aber gesunde Kinder sind vielfältige Kinder.“ Speziell in den Ferien kann das Risiko durch andere Aktivitäten und Angebote ausgeglichen werden. Baden gehen oder gemeinsame Ausflüge machen sind nur zwei der Dinge die die Experten vorschlagen. Doch auch wenn ein Kind bzw. Jugendlicher gerne – und für die Eltern vielleicht auch zu viel – Zeit im Internet verbringt, muss das noch nicht gefährlich sein.

Die Merkmale der Sucht

Bedenklich wird es dann, wenn ein Rückzug stattfindet und andere Interessen zugunsten des Internets aufgegeben werden. „Die Jugendlichen gehen dann nicht mehr mit Freunden Fußball spielen, was sie z.B. früher gemacht haben“, nennt Mittermaier ein Beispiel. Schlafprobleme, ein Leistungsabfall in der Schule oder im Beruf und Aggressivität als Entzugserscheinung sind weitere Anzeichen einer Sucht. „Wenn das Kind aggressiv wird, dann ist Feuer am Dach“, so Staudinger.

Neues Angebot

Seit sieben Jahren gibt es die Ambulanz für Spielsucht von pro mente am Neuromed Campus. Ab Herbst gibt es spezielle Gruppentherapien für Jugendliche und Unterstützung für betroffene Eltern zusätzlich.

Mehr Infos und Hilfe unter www.pmooe.at - Ambulanz für Spielsucht


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