Kinderkompetenzgruppen: Konflikte gewaltfrei lösen
LINZ. Immer öfter haben Kinder Probleme, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Um ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen zu fördern, hat der Familienbund zwei Kinderkompetenzgruppen ins Leben gerufen.

„In vielen Familien wird das Regulieren von Gefühlen nicht mehr begleitet und damit auch nicht geübt. Es ist sehr wichtig, dass Eltern mit Achtsamkeit auf die Gefühlsausdrücke ihrer Kinder reagieren und den Kleinen „erklären“, was sie in diesen Momenten empfinden“, erklärt Michael Merl, Vorstand der Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie Kepler Universitätsklinikum. Dies findet vor allem in gemeinsamen Aktivitäten statt. Kinder sollen lernen, ihr Gegenüber zu lesen und dessen Gefühle zu erkennen. Immer öfter kommen diese aber zu kurz. „Eltern sind auch oft durch ihre beruflichen Tätigkeiten erschöpft, ihnen fehlen die Ressourcen“, weiß der Experte.
Überforderung und Aggressivität
Immer mehr Kinder landen daher aufgrund von aggressivem Verhalten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie – teils sogar mit Polizeibegleitung. „Die Kinder sind oft impulsiv und wissen nichts mir ihrer Zeit anzufangen“, so Merl. Sie haben außerdem nicht gelernt Probleme zu lösen. Oft ist Überforderung und Aggressivität die Folge. Wenn Sessel fliegen, Scheren als Drohwaffen verwendet werden oder die Eltern gebissen werden, sind Pädagogen und Erziehungsbereichtigte oft überfordert.
Soziale Kompetenzen Lernen
Um solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen, bietet der OÖ Familienbund Hilfe in Form von zwei Kinderkompetenzgruppen. In Kleingruppen mit sechs Kindern zwischen 6 und 9 Jahren werden wertvolle Erfahrungen im zwischenmenschlichen Umgang gesammelt. „Es ist wichtig, dass sich das nicht nur auf die Kinder bezieht, sondern auch auf die Eltern“, so Familienbund Landesobmann Bernhard Baier. „Wenn die Eltern das Gefühl haben: 'Ich schicke mein Kind dorthin und dann kommt es repariert zurück', dann bringt das nichts.“ Bisher sei die Mitarbeit durch die Eltern jedoch außerordentlich gut.
Mehr Nachfrage als Angebot
Die Erfahrungen seien bisher sehr positiv, die Nachfrage größer als das Angebot. Dieses soll jedoch, findet sich die Finanzierung dafür, ausgeweitet werden. Derzeit befinde man sich in Gesprächen mit dem Sozialministerium bezüglich der Fördermittel. Auch Merl schätzt das Angebot. Er fordert pro Bezirk eine Beratungsstelle, in Linz mehrere.


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