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Info-Plattform "selbertun.at" soll Krebspatienten unterstützen: "Krebs macht Angst und das wird ausgenutzt"

Valerie Himmelbauer, 16.07.2019 14:42

LINZ. Wundermittel und dubiose Heilpraktiken wie krebszellenfressendes Joghurt oder Tinkturen, mit denen Scharlatane mit der Angst der Krebspatienten spielen, soll jetzt der Kampf angesagt werden. Mit „selbertun.at“ wurde eine Plattform, die hochqualifizierte Information und Experten vermitteln will, präsentiert. 

  1 / 3   Nadja Kapeller (Patientin aus Linz), Ansgar Weltermann (Leiter der Tumorzentren am Ordensklinikum Linz), Elisabeth Bräutigam (Stv. Ärztliche Direktorin Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern), LH-Stv. Christine Haberlander, Sigrid Miksch, (Leitung Krebsakademie und selbertun.at) Foto: Ordensklinikum Linz

„Krebs macht Angst, auch den Angehörigen. Und es gibt Menschen, die das sehr wohl ausnützen“, warnt Elisabeth Bräutigam, die Stv. Ärztliche Direktorin Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Eine der ersten Fragen, die an das Linzer Ärzteteam oft nach einer solchen Schockdiagnose gestellt wird, ist meist: „Was kann ich selber tun?“, erklärt Ansgar Weltermann, Leiter der Tumorzentren am Ordensklinikum Linz und führt aus: „Wir sind die ersten, die diese Fragestellung jetzt in einem Programm aufgreifen. Krebs ist ein einschneidendes Erlebnis. Es gibt viele Therapien und dazwischen immer wieder Therapiepausen. In dieser Zeit wollen viele Patienten selbst aktiv werden“. Wichtig sei auf jeden Fall, dass die Betroffenen nicht der Gefahr ausgesetzt sind, viel Geld für unseriöse, zweifelhafte und teilweise sogar gefährliche Angebote zu investieren.

50 Experten

Man will von Seiten des Spitals den Kontakt und die Vernetzung zu mehr als 50 zertifizierten Experten, die an der Krebsakademie am Ordensklinikum Linz Teile ihrer Ausbildung absolviert haben, aus den Bereichen Ernährung, Psychologie, Pflege, Bewegung, Komplementärmedizin, Kreativ- und Körpertherapien sowie Rehabilitation, Beratung und Selbsthilfe bieten. „Unser Ziel ist es den Krebspatienten ein hochwertiges und leistbares Nachsorgeangebot bieten, das die medizinische Versorgung im niedergelassenen Bereich sowie die onkologische Rehabilitation perfekt ergänzt“, erklärt Sigrid Miksch, Leitern der Krebsakademie und selbertun.at. „Selbertun.at hat den Anspruch Patienten seriös zu informieren und in der eigenen Gesundheitskompetenz zu stärken, um unterscheiden zu können, welche Angebote und Aktivitäten man selbst setzen kann, um die Genesung zu unterstützen“, ist auch Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander von der neuen digitalen Vernetzungsstelle überzeugt.

„Man weiß eigentlich gar nicht mehr wohin“

Die 36-jährige Linzerin Nadja Kapeller hat vor einem Jahr die Diagnose Brustkrebs aus dem normalen Alltag gerissen. Die Mutter eines damals zweijährigen Sohnes erinnert sich noch genau daran: „Man wird bombardiert mit Fragen, man weiß nicht wohin und was man noch alles machen zusätzlich kann, um wieder gesund zu werden. Ich hätte mir vor einem Jahr eine solche Plattform gewünscht, wo ich gewusst hätte, da ist jemand, der weiß wirklich wovon er spricht. Ich habe im Alleingang Verschiedenes ausprobiert, gegen die Warnungen meiner Onkologen, bei denen ich mich aber immer sehr gut aufgehoben fühlte. Ich hätte mir bestimmt viel Geld und Sorgen erspart, wenn ich schon auf eine Plattform wie diese zugreifen hätte können“, erzählt Kapeller von der wohl schwersten Zeit in ihrem Leben.


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