„Lenken statt Ablenken“: Neue Bewusstseinskampagne für mehr Sicherheit auf der Straße

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 23.09.2020 19:00 Uhr

OÖ. Hand aufs Herz: Wer hat noch nie eine SMS während der Fahrt gelesen, die Adresse während des Fahrens ins Navi getippt, wer hat sich noch nie dabei ertappt, beim Überqueren der Straße zu Fuß den Blick aufs Handy gerichtet zu haben? Das Land OÖ startet eine neue Kampagne, um auf die Unfallursache Ablenkung aufmerksam zu machen.

Unterstützt durch die rasante Entwicklung von digitalen Medien, die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, hat sich die Ablenkung im Straßenverkehr in den vergangenen Jahren statistisch zur tödlichsten Unfallursache entwickelt. Von 2015 bis inklusive der KW 37 2020 verloren in Oberösterreich 131 Menschen aufgrund von Ablenkung ihr Leben. Das bedeutet von 100 im OÖ Straßenverkehr tödlich verunglückten Personen, sterben 27 aufgrund von vermeidbaren Ablenkungen.

Jeder dieser Unfälle wäre wohl vermeidbar gewesen, wenn Ablenkung am Steuer als tatsächlich ernstzunehmende Gefahr wahrgenommen wird. „Jeder schwere Verkehrsunfall ist mit unermesslichem Leid für die Opfer und deren Angehörige verbunden. Die größtmögliche Verkehrssicherheit und der Schutz der Verkehrsteilnehmer ist ein prioritäres Anliegen für die Politik, die Abteilung Verkehr, die Polizei und alle unterstützenden Stakeholder“, so Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.

Nur wenige Sekunden bedeuten Blindflug

Wer auch nur wenige Sekunden abgelenkt ist, riskiert einen vorsätzlichen Blindflug. Bei Tempo 130 ist man pro Sekunde 36 Meter „blind“ unterwegs. Bei drei Sekunden ist das mehr als ein ganzes Fußballfeld. Die Ablenkung eines Handy-Lenkers ist etwa mit einem 0,8 Promille-Zustand oder sogar mehr vergleichbar.

„Viele Verkehrsteilnehmer glauben, dass man in der Lage ist, im Straßenverkehr mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Doch Multitasking funktioniert in dieser Situation einfach nicht“, so KFV-Direktor Othmar Thann. „Wir wollen nicht nur auf das Thema sensibilisieren, sondern das Risikopotential, welches von dieser tödlichen Unfallursache ausgeht, in den Köpfen der Verkehrsteilnehmer verankern“, so auch der Leiter der Abteilung Verkehr, Peter Aumayr.

Das Land OÖ bietet bereits in Kooperation mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) Workshops an Schulen an, interessierte Schulleiter können sich unter aktionen@kfv.at melden.

Die neue Kampagne auf Initiative des Landes OÖ und der OÖ Transporteure, bei der die Sujets nicht nur in den Medien, sondern etwa auch auf Bussen und Plakatwänden zu sehen sind, informiert zudem nicht nur Jugendliche, sondern alle Verkehrsteilnehmer. Wichtig sei, zum Nachdenken anzuregen.

Achtsam sein: Einfache Verhaltenstipps

Es gibt sehr einfach Verhaltensregeln, die einen großen Unterschied für Ihre Aufmerksamkeit darstellen. Die goldene Regel lautet: „Ihr Fahrzeug ist kein Büro, kein Wohnzimmer, keine Küche und kein Bad“, unterstreichen Landesrat Steinkellner, Thann und Aumayr. Auf der Straße ist jederzeit mit überraschenden Ereignissen zu rechnen, weshalb die Konzentration auf das Verkehrsgeschehen gerichtet sein sollte.

  • Handy außer Reichweite - Am besten Mobiltelefon auf leise und Anrufbeantworter einschalten. Die Nutzung einer Freisprecheinrichtung ist nur dann sinnvoll, wenn die geführten Gespräche nicht die Konzentration auf das Verkehrsgeschehen beeinträchtigt.
  • Gespräche mit Mitfahrenden – Glühende Diskussionen oder sogar Streitgespräche sollten während der Fahrt lieber vermieden werden.
  • Suche nach heruntergefallenen Gegenständen – Die Suche nach Gegenständen im Auto während der Fahrt muss vermieden werden. Wenn es sich um wichtige Gegenstände handelt: Pause machen und nach der Suche weiterfahren.
  • GPS und Assistenzsysteme – Navigations- und Assistenzsysteme können bei korrekter Anwendung wertvolle Helfer sein. Aber darauf achten, das System schon vor dem Losfahren richtig einzustellen.

Verkehrssicherheitspreis

Das Land OÖ vergibt im März 2021 auch erstmals den Landespreis für Verkehrssicherheit. Personen, Vereine, Unternehmen, Gemeinden und Schulen können ihre Ideen und Projekte, die zur Verringerung auch der Unfallursache Ablenkung beitragen, einreichen. Mehr Infos dazu unter www.ooe.gv.at/verkehrssicherheitspreis

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