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LINZ. Zu einem erfüllten Leben gehört ein würdevoller Tod. Schwer kranken Menschen auf ihrem letzten Weg medizinisch und menschlich zur Seite zu stehen, hat sich das Team des St. Barbara Hospiz, dem bisher einzigen stationären Hospiz in Oberösterreich, verschrieben. 

  1 / 6   Die Bewohner und ihre Bedürfnisse stehen im St. Barbara Hospiz im Mittelpunkt. (Foto: St. Barbara Hospiz/Zauner)

Zehn kleine Wohneinheiten mit Pflegebetten stehen seit der Übersiedelung im Juni im neuen Standort in der Harrachstraße zur Verfügung. Rund 20 Pflegemitarbeiter kümmern sich hier um die Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Menschen, wenn das zuhause nicht mehr möglich ist. Sie erhalten Pflege und Betreuung, aber vor allem auch menschliche Zuwendung.

Im Mittelpunkt steht das Annehmen der Situation, wie sie ist. „Manche unserer Bewohner sind froh, dass sie da sein können, dass sie endlich für sich einen Platz gefunden haben, andere sind sehr traurig, weil es damit noch klarer ist, dass es nicht mehr weitergeht. Der Großteil ist aber einfach dankbar“, erzählt Hospizleiterin Rosemarie Kapplmüller.

„Wir erleben auch viele schöne Momente“

2021 wurden bisher 33 Bewohner mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren betreut. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 32 Tagen.

Obwohl der Tod ein- und ausgeht, „erleben wir im Hospiz auch viele schöne Momente. Das kann die Erfüllung eines letzten Wunsches sein oder wenn der Hund wedelnd zu Besuch kommt. Aber auch wenn man ein Lächeln geschenkt bekommt, weil die Schmerzen weniger geworden sind. Es gibt so viel Schönes, dem wir als gesunde Menschen im Alltag leider viel zu wenig Beachtung schenken. Unser Beruf und das Leben lehren uns, bewusster mit dem umzugehen, was ansonsten oftmals so normal erscheint“, mahnt Kapplmüller.

Der wichtigste Schutzfaktor ist das Team

Der Alltag im Hospiz zehrt aber natürlich auch an den Kräften. „Wir wären keine Menschen, wenn wir uns vom Geschehenen nichts mit nach Hause nehmen würden. Mal ist es mehr, mal weniger. Wichtig ist, dass jeder für sich weiß, wie es um seine Ressourcen steht und er seine Balance wiederfindet, sei es in Ritualen, beim Sport oder in der Natur“, weiß Kapplmüller.

Besonders nahe würden Momente gehen, wenn noch jüngere Kinder da sind, oder der Betroffene mit dem Annehmen der Situation ringt. Und „auch wenn wir alle Bewohner gleich behandeln, gibt es natürlich einzelne, denen man sich näher verbunden fühlt, weil vielleicht durch ein tiefergreifendes Gespräch ein engeres Band entstanden ist“, weiß die Hospizleiterin.

Der wichtigste Schutzfaktor ist dann der Zusammenhalt im Team. Aber auch der Humor spielt im St. Barbara Hospiz eine Rolle. „Ja, bei uns wird auch gelacht und es gibt sogar schwarzen Humor. Humor ermöglicht uns eine gewisse Distanz zu den schweren Krankheitsgeschichten. Zum Glück erfahren wir aber auch sehr viel Schönes und auch das ist ein Schutzfaktor, die Dankbarkeit der Bewohner und ihrer Angehörigen“, erzählt die 50-Jährige.

Neues Hospiz eröffnet in Ried

Die Gründung des St. Barbara Hospiz 2016 war ein Meilenstein in der Versorgung und Pflege von schwerkranken Menschen in der letzten Lebensphase. Bis dato ist es das einzige stationäre Hospiz in OÖ. Aktuell arbeiten die vier Träger – die Elisabethinen Linz-Wien, die Barmherzigen Brüder Linz, die Vinzenz Gruppe und das OÖ. Rote Kreuz – an einem neuen Hospiz in Ried im Innkreis, das im Februar 2022 eröffnen soll.


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