Ein Frühaufsteher gibt die Marschroute vor
Vor fast exakt einem Jahr begann für Troy Ward sein Abenteuer Black Wings. Seither versucht der US-Amerikaner, der Mannschaft seine Philosophie eines erfolgreichen Spiels näherzubringen.

Der aus St. Paul, einer 290.000 Einwohnerstadt im US-Amerikanischen Bundesstaat Minnesota, stammende Troy Ward packte im April 2017 seine Koffer und verlagerte seinen Lebensmittelpunkt nach Linz. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Marilyn übersiedelte er in die Stahlstadt. Seither dreht sich im Leben des 55-Jährigen alles um die Black Wings.
Von der neuen Heimat überzeugt
„Linz ist eine sehr schöne Stadt, sehr sauber, mit wenig Kriminalität. Aber das Beste: Hier leben sehr hart arbeitende und ehrliche Menschen“, ist Ward von seiner neuen Heimat mehr als überzeugt. Und harte Arbeit zeichnet auch den Black Wings Coach aus.
Tagwache um 3.45 Uhr
Ward eilt der Ruf voraus, ein Frühaufsteher und ein Arbeitstier zu sein, der sich selbst nicht schont. „Um 03.45 Uhr läutet bei mir der Wecker“, gibt er schmunzelnd zu, „Mir ist es wichtig, bereits an alles gedacht zu haben, bevor die Spieler zum Training in die Halle kommen, deshalb muss ich früh anfangen“. Einziges Problem dabei: sein geliebtes Frühstücksei bekommt er um diese Uhrzeit nicht. „In Amerika bekommst du zu jeder Uhrzeit alles was du willst. In Linz ist das leider anders“, nimmt der Coach sein Frühstücksproblem dennoch mit viel Humor.
Der richtige Mann
Seine charmante Art und sein überaus respektvoller Umgang mit Menschen waren auch mit ein Grund für die Verpflichtung des US-Amerikaners. Über seinen Agenten fand ein Erstkontakt mit Black Wings Manager Christian Perthaler statt. Nach einem Kurzbesuch in Linz und einigen Skype-Konversationen war schnell klar, das man den richtigen Mann gefunden hat, der jede Menge Coaching-Erfahrung mitbringt.
Großer Stellenwert für kleine Details
Einen Großteil seines Wissens sammelte Ward in den Jahren 1997 bis 2000, als er beim NHL Klub der Pittsburgh Penguins unter Vertrag stand. In dieser Zeit coachte er unter anderem das Tschechische Eishockey-Aushängeschild Jaromir Jagr. „Alles was ich offensiv über Eishockey weiß, lernte ich in dieser Zeit. Vor allem die kleinen Details bekommen in der NHL einen ganz anderen Stellenwert. Und diese machen den Unterschied, ob man sehr gut oder herausragend performt“, kommt der Vater zweier Söhne, die beide in den USA leben, ins Schwärmen, wenn er über diese Zeit spricht. „Als ich hier in Linz ankam, dachten die Spieler, die harte Arbeit sei die Defensive, also das Spiel ohne Puck“, erklärt Ward. Sein bevorzugtes „Puck Posession Game“ verlangte hier aber ein Umdenken. „Ich habe einen frischen Spielstil eingeführt, da ich andere Ansichten habe als mein Vorgänger“, erklärt der Coach. Aber auch wenn man mit ihm über die Play Offs spricht, beginnen seine Augen zu glänzen.
Selbstbewusstsein ist gefragt
„Wir brauchen Selbstbewusstsein, denn das ist verantwortlich für fast alles. Wenn wir Selbstbewusstsein haben, ist vieles möglich“, gibt sich Ward zuversichtlich. Sollten die Play Offs nicht ganz nach Wunsch verlaufen, geht für den US-Amerikaner die Welt auch nicht unter: „Wenn wir verlieren und alles gegeben haben, kann man dennoch auf eine gewisse Art zufrieden sein, denn am Ende des Tages ist das Leben wichtiger als der Eishockey-Sport“.


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