Paukenschlag: Es gibt einen neuen Eishockeyverein in Linz (Update, 14.4. 18.38 Uhr)

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Symbolfoto: Alexandr Grant/shutterstock.com
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Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 13.04.2020 15:21 Uhr

LINZ. Am Ostermontag wurde die Gründung eines neuen Eishockey-Vereins in Linz öffentlich. Seit daher ist wieder viel passiert: Die Linz AG hat angekündigt, den Vertrag mit den Black Wings bezüglich der Eishalle nicht zu verlängern und als Sponsor auszusteigen und neben Statements aus der Politik reagierte auch die Erste Bank Eishockey Liga auf die Vorgänge. 

ESeit Wochen gehen in Linz die Wellen hoch, wenn es um die Black Wings geht. Angefangen hatte alles mit der Vorstandssitzung am 16. März, bei der der Streit zwischen Präsident Peter Freunschlag, mittlerweile Ex-Manager Christian Perthaler und den drei Vizepräsidenten so richtig an Fahrt aufgenommen hat. Seither ist viel passiert, vergangene Woche wurde von Freunschlag beispielsweise der Nachfolger des gekündigten Perthalers präsentiert: In einer Aussendung wurde am 9. April veröffentlicht, dass Ex-Spieler Gregor Baumgartner der neue Manager der Black Wings sei.

Ostermontag brachte große Überraschung

Doch mit dem Ostermontag kam dann noch eine ganz andere Neuigkeit dazu, die die Linzer Eishockeyszene erneut gehörig aufgewirbelt hat: Es wurde ein neuer Verein gegründet. Wer hinter dem „Eishockey-Verein Linz“ steht? Viele, bereits in Verbindung mit den Black Wings bekannte Namen: Allen voran die drei ehemaligen Vizepräsidenten Karl Egger, Peter Zauner und Peter Matausch. Aber auch Christian Perthaler, Erich Haider von der Linz AG, Stefan Gintenreiter (LIWEST), Axel Kühner (Greiner AG), Kristine Egger (KE KEIT) und die drei Fanclub Obmänner Stefan Lempradl, Daniel Wolkerstorfer und Andreas Reindl finden sich neben zahlreichen weiteren Namen auf der Liste der Unterstützer wieder.

Begründet wird die Schaffung des neuen Vereins in deren Aussendung folgendermaßen: „Wir wollen einen demokratischen, erfolgreichen Eishockey-Verein in Linz. Nach den Turbulenzen der letzten Wochen gibt es nur mehr eine Lösung: einen Neustart! Einen neuen Eishockey-Verein Linz mit einer gültigen Lizenz für die Erste Bank Eishockey Liga.“

Raml: Zurückhaltung bei Spitzensportförderung

Eine erste Reaktion von Seiten der Politik kommt von FPÖ-Stadtrat Michael Raml, der die momentane Situation bedauert und Zurückhaltung bei der Linzer Spitzensportförderung fordert: „Die aktuelle Entwicklung ist für den Linzer Eishockey-Sport sehr bedauerlich. Die unklare Situation ist gerade für die Spieler, die Angestellten und die vielen tausenden Fans, von denen Spiel für Spiel fast 5000 in die Linzer Eishalle kommen, bedrückend. Solange der Linzer Eishockey-Sport in der Schwebe hängt, ist es ratsam, dass die Linzer Spitzensportförderung zurückgehalten wird. Wir dürfen mit dem Steuergeld unserer Bürger nicht spielen und damit womöglich große Summen an einen Eishockey-Verein ausschütten, der auf Grund der dramatischen Entwicklung, keinen Spielbetrieb führt.“

Desweiteren hofft Raml auf eine baldige Lösung: „Gerade deshalb ist es auch für den Linzer Eishockey-Sport bzw. für jenen Verein, der in Zukunft dessen Zugpferd sein wird, sehr wichtig, eine schnelle Lösung zu erzielen. Die Förderung der Stadt Linz hat nämlich vor allem eines zum Ziel: den Sport zu unterstützen. Die hervorragenden Eishockey-Leistungen aus Linz sollen nicht unter den aktuellen Entwicklungen leiden. Bis zum voraussichtlichen Start der kommenden Eishockey-Saison ist hoffentlich eine gute Lösung gefunden. Nicht nur die Spieler und Angestellten der Black Wings sind im Ungewissen, sondern auch die tausenden Fans! Sie alle wollen keine Streitereien, sie wollen weiterhin gutes Linzer Eishockey sehen!“

Reaktion des Bürgermeisters

Gegenüber Tips hat auch Bürgermeister Klaus Luger zu der aktuellen Situation Stellung bezogen: „Grundsätzlich finde ich es immer schlecht, wenn Konflikte so eskalieren, aber das ist so geschehen und damit ist klar, dass die unterschiedlichen Lager mit Peter Freunschlag nicht mehr zusammen arbeiten wollen und können.“ 

Von der geplanten Neugründung eines weiteren Vereins sei Luger zuvor informiert worden. Dem neuen Vereint sieht er positiv entgegen: „Ich hoffe, dass das die Basis dafür ist, das Eishockey in Linz wieder am Eis gespielt wird und nicht mit Rechtsanwälten bestritten wird“, so Luger weiters, der auch hofft, dass damit auch die Basis für einen breiter aufgestellten Verein gegeben ist, der professionell geführt werden und „nicht vom einzelnen Willen eines Präsidenten abhängt“.

Den von Stadtrat Raml getätigten Zuruf bezüglich der Spitzensportförderung hält Luger für „überschaubar“: Die Spitzensportförderung unterläge ohnehin klaren Regeln. Ein Verein habe dann juristischen Anspruch auf Erhalt der Förderung, wenn dieser in der Bundesliga spielt. Es gäbe keine Spitzensportförderung, solange das so in der Schwebe sei. Momentan würden beide Vereine die Anforderungen nicht erfüllen. 

Mayr: „Momentane Entwicklungen schmerzen“

Von den OÖ. Grünen äußerte sich der Landtagsabgeordnete und Sportsprecher Severin Mayr zu den aktuellen Geschehnissen in Linz: „Die Entwicklungen im Linzer Eishockey beobachte ich durchaus mit Sorge. Seit Jahren begeistern die Black Wings die Linzer Zuschauer, da schmerzen die momentanen Entwicklungen natürlich. Es ist zu hoffen, dass alles, was jetzt passiert, den Sport und vor allem die Fans im Fokus hat. Ich wünsche mir, dass in Linz langfristig erfolgreich Eishockey gespielt werden kann, damit auf die konfliktreichen Monate wieder erfolgreiche Jahre folgen.“

EBEL: Antrag auf Aufnahme rechtzeitig eingebracht

Am Nachmittag des 14. April nahm auch die Erste Bank Eishockey Liga zur Lage in Linz Stellung und stellte klar, dass der Antrag auf Aufnahme durch den Eishockey-Verein Linz rechtzeitig war: „Die Erste Bank Eishockey Liga ist darüber informiert worden, dass mit dem Linzer Eishockey-Verein ein neuer Klub in der oberösterreichischen Landeshauptstadt gegründet wurde. In einem von der Puttinger Vogel Rechtsanwälte GmbH übermittelten Schreiben an die Liga bittet der neue Verein – unter Bezug auf das Ligastatut – um eine Neuaufnahme in die Erste Bank Eishockey Liga und Übermittlung der dafür vorgesehenen Anforderungsliste. Der Liga liegt überdies eine Presseaussendung der LINZ AG vor, die besagt, dass der derzeitige Hallenpachtvertrag für den EHC Liwest Black Wings Linz nach Ablauf am 30. April 2020 nicht verlängert wird. Aus diesem Grund wurde der EHC Liwest Black Wings Linz aufgefordert, eine Stellungnahme betreffend der aktuellen Hallensituation abzugeben“, heiß es in der Aussendung.

Auch Stellungnahmen von Ligapräsident Safron und EBEL-Geschäftsführer Christian Feichtinger finden sich darin. „Für uns als Liga ist der Eishockey-Standort in Linz von sehr hoher Wichtigkeit. Wir appellieren an die Vernunft beider Lager und hoffen auf eine Lösung im Sinne des Sports. Beide Organisationen haben nun die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen“, so Safron.

Von Feichtinger heißt es indes: „So eine besondere Situation hatten wir seit Gründung der Liga noch nie zu behandeln. Selbstverständlich gab und wird es weitere Gespräche mit beiden Klubführungen geben, um die bestmögliche Lösung für den Sport zu finden. Grundsätzlich muss diese Causa aber innerhalb der Eishockey-Familie in Linz gelöst werden.“

Wie es jetzt weitergeht? Das werde auf Basis der Ligastatuten und der Grundregeln der Liga in den nächsten Tagen vom Präsidium festgelegt. Sobald alle notwendigen Infos vorliegen würden, werde ein Bericht an die Generalversammlung der EBEL geben. Sollte es dann keine einvernehmliche Lösung der Parteien geben, so werde man erneut über die weitere Vorgehensweise entscheiden müssen. 

Offizielle Presseaussendung des neuen Vereins

„Medieninformation | 13. April 2020

Eishockey-Verein Linz 

Wir wollen einen demokratischen, erfolgreichen Eishockey-Verein in Linz. Nach den Turbulenzen der letzten Wochen gibt es nur mehr eine Lösung: einen Neustart! Einen neuen Eishockey-Verein Linz mit einer gültigen Lizenz für die Erste Bank Eishockey Liga.

Wir haben einen neuen Verein angemeldet und konnten viele Unterstützer für dieses Projekt begeistern.

Der Verein wird demokratisch geführt und jeder, der einen Linzer Eishockey-Verein unterstützen möchte, kann natürlich auch Mitglied werden.

Ein erweiterter Vorstand und ein Präsidium werden in der ersten konstituierenden Generalversammlung gewählt. Der neue Verein wird eine Aufnahme in die Erste Bank Eishockey Liga beantragen.

Der Profibetrieb des Vereins wird von einer, sich gerade in Gründung befindlichen GmbH durchgeführt werden. Sie wird zu 100 % eine Tochter des neu gegründeten Eishockey-Vereins Linz sein.

Zu den Unterstützern des neuen Vereins zählen unter anderem:

Erich Haider (Linz AG)

Stefan Gintenreiter (LIWEST)

Axel Kühner (Greiner AG)

Karl Egger (KE KELIT)

Peter Matausch (CBC-X)

Peter Zauner (MOLIN)

Stefan Lempradl (Fanclub Overtime)

Andreas Reindl (Fanclub Powerplay Enns)

Daniel Wolkerstorfer (Bully:Absolut)

Thomas Lettner (ASKÖ)

Wolfgang Puttinger (Sportunion)

Michael Holter (Holter)

Michael Schmidt (Höglinger Denzel)

Oskar Kreuzmayr (Pink-Tankstellen)

Günther Rabner (Trevision)

Zeljko Capan (Cafe+co)

Kristine Egger (KE KELIT)

Hugo Steiner/Norbert Praschl (Steiner & Praschl)

Peter Vogl (Puttinger & Vogl)

Christian Perthaler

Und viele mehr ...“ 



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