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LINZ. Das Upper Austria Ladies 2020 wird mit Sicherheit in besonderer Erinnerung bleiben. Das Jubiläumsturnier zur 30. Auflage des zweitältesten Hallenturniers im WTA-Kalender hätte eine rauschende Woche mit buntem Show-Programm, attraktiven Side-Events und einer schillernden Players-Party werden sollen. Dank Corona muss es ohne Zuschauer und einem strengen Sicherheitskonzept über die Bühne gehen.

  1 / 3   Turnierdirektorin Sandra Reichel, Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner und Barbara Haas, Österreichs Tennisspielerin Nr. 1. (v.l.) (Foto: Land OÖ/Ernst Grilnberger)

Dennoch ist die Freude darüber, dass das Turnier in der TipsArena, bei den Verantwortlichen riesengroß. „Das Jubiläumsturnier fordert aber Turnierdirektorin Sandra Reichel und ihr Team in Zeiten von Corona noch zusätzlich. Es wird alles getan, um unter Einhaltung aller Präventions- und Schutzmaßnahmen ein Top-Turnier zu ermöglichen. Es ist sehr schade, dass gerade bei diesem Jubiläum keine Zuschauer dabei sein dürfen. Denn gerade von der Begeisterung, von der Emotion und der Motivation der tausenden Fans lebt dieses besondere Turnier“, so Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner, der sich aber sicher ist, dass auch, wenn die Top-Spielerinnen nicht vor Ort angefeuert werden können, „wir großartiges Damen-Tennis via TV und Social Media erleben können“. Von 7. bis 15. November wird die internationale Sportwelt nach Linz blicken, mehr als 100 Fernsehstationen werden die Spiele in die ganze Welt übertragen.

20-jähriges Jubiläum für Turnierdirektorin

Markus Achleitner bedankte sich bei Sandra Reichel, dass sie allen schwierigen Umständen zum Trotz das Turnier veranstaltet. Getreu ihrem Lebensmotto „Geht nicht, gibt‘s nicht“ organisiert Sandra Reichel mit ihrem MatchMaker-Team das Jubiläumsturnier, das wegen des neuerlichen Lockdowns nicht wie geplant mit 1.000 Zuschauern stattfinden kann, sondern ohne Jubiläumsgäste auskommen muss.

„Wir wussten von Anfang an, dass es heuer eine besondere Herausforderung wird und haben uns deshalb auch auf alle Eventualitäten vorbereitet. Ein Turnier ohne Zuschauer zu spielen, war zwar immer die Variante, die wir am weitesten von uns geschoben haben. Wir haben uns aber auch darauf vorbereitet“, erklärt Sandra Reichel, die beim „30er“ des WTA-Turniers auch ihr persönliches Jubiläum feiert: Zum 20. Mal ist die ehemalige Profispielerin als Turnierdirektorin in Linz im Einsatz.

Höchste Sicherheit für Spielerinnen und Veranstalter

„Wir haben immer darauf hingewiesen, dass Sicherheit und Gesundheit an erster Stelle stehen. Deshalb haben wir aufbauend auf unsere Erfahrungen, die wir beim ATP-Turnier in Hamburg sammeln konnten, ein Konzept auf höchster Sicherheitsstufe erarbeitet. Wir haben darauf auch bis zuletzt bei den entsprechenden Regierungsstellen in Wien hingewiesen“, sagt Sandra Reichel, die dennoch froh ist, dass das Land Oberösterreich sowie die Stadt Linz das Turnier überhaupt möglich gemacht haben.

Auch die Partner und Sponsoren der Turnierdirektorin sind frohen Mutes. „Das Upper Austria Ladies Linz ist ein Turnier mit großer Tradition: Seit nunmehr 30 Jahren zählt es zu den absoluten Highlights im heimischen Sportkalender. Als langjährige Partner freut sich die Raiffeisenbankengruppe OÖ sehr darüber, dass das Jubiläums-Turnier trotz der aktuell schwierigen Begleitumstände stattfinden kann“, sagt Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ.

Attraktives Teilnehmerfeld

Zwei ÖTV-Spielerinnen bekamen von Sandra Reichel eine Wildcard. Barbara Haas für das Hauptfeld und Mira Antonitsch für die Qualifikation! Auf ihr Heimturnier hat sich Barbara Haas, die Nummer 146 der Tenniswelt, mit ihrem Trainer Jürgen Waber intensiv vorbereitet. „Es ist super, dass das momentan einzige WTA-Turnier weltweit bei uns in Linz gespielt wird“, so Lokalmatadorin Barbara Haas, die nach ihrer Handgelenksverletzung in den letzten Wochen soviel trainierte „wie seit März nicht mehr“. Nach dem Erreichen des Hauptfeldes bei den letzten beiden Grand Slam Turnieren in New York und Paris befindet sie sich laut Sandra Reichel derzeit „in der Form ihres Lebens“.

„Die Tenniswelt wird auch in Corona-Zeiten in Linz live dabei sein“, meint die Turnierdirektorin, die auch heuer wieder ein hochkarätiges Spielerinnenfeld präsentieren kann und sich vom weltweit letzten WTA-Turnier des Jahres viel mediale Aufmerksamkeit verspricht. Angeführt wird die Meldeliste in diesem Jahr von der Weltranglisten-Elften Aryna Sabalenka aus Belarus.

Jubiläums-Botschaften von Ex-Siegerinnen

Es ist wie Balsam für die Seele von Sandra Reichel, wenn sie von ehemaligen Siegerinnen des Linzer WTA-Turniers aufmunternde Videobotschaften zum 30-Jahr-Jubiläum erhält – von Manuela Maleeva (1991) bis „Coco“ Gauff (2019). Liebend gerne wäre die eine oder andere ehemalige Siegerin im Jubiläumjahr an die Stätte ihres Triumphs zurückgekommen. Doch die Corona-Pandemie wurde zum Spielverderber. Und so kam die Idee mit den Grußvideos auf. Insgesamt zwölf Ex-Champions schickten mit eigenen Smartphones sehr persönlich aufgenommene Liebeserklärungen an Linz.

„Linz war im Turnierjahr immer einer meiner liebsten Tour-Stops. Es ist eines dieser Events, die für immer in meinem Herzen bleiben werden. Das liegt einfach am ganzen Team und der Art und Weise, wie die Spielerinnen willkommen geheißen werden“, schwärmt etwa Daniela Hantuchova, die Turniersiegerin des Jahres 2007.

Weltneuheit „Hawk-Eye Live“

Um die Sicherheit der Sportlerinnen in höchstem Maße gewährleisten zu können, kommen beim Upper Austrian Ladies heuer keine Linienrichter zum Einsatz. Stattdessen feiert das „Hawk-Eye Live“ seine Weltpremiere in Linz. Dieses „Electronic Line-Calling“ wird es erstmals bei einem reinen WTA-Turnier geben.

Barbara Haas, hat bereits sehr gute Erfahrungen mit dem „Hawk-Eye Live“ gemacht: „Bei den US Open habe ich damit gespielt, und ich fand es sehr cool. Dadurch wird alles vereinfacht! Ich hoffe, dass es noch bei mehr Turnieren eingeführt wird.“Zwölf Hochgeschwindigkeitskameras zur Ballverfolgung ermitteln, ob Bälle „in“ oder „out“ sind. Aus-Rufe erfolgen automatisch von einer Computer-Stimme. Auch den Videobeweis gibt es automatisch bei engen Entscheidungen.

„Wir versuchen uns mit diesem neuen System weiterzuentwickeln. Auch wenn das 'Hawk-Eye Live' mit 50.000 Euro nicht ganz billig ist, sehen wir das als Investition in die Zukunft“, so Sandra Reichel, die sich freut, dass Linz auch in technologischer Hinsicht eine Vorreiterrolle spielen kann.


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