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Österreichs beste Turnerinnen trainieren künftig im Turnleistungszentrum Sportland OÖ

Nora Heindl, 19.02.2021 15:04

LINZ. Fünf Jahre nach der Eröffnung des neuen Turnleistungszentrums Sportland Oberösterreich (TULZ) am Winterhafen in Linz folgt heuer ein weiterer Meilenstein: Das TULZ wird ab September zum neuen Bundesstützpunkt „Kunstturnen weiblich“ für den Österreichischen Fachverband für Turnen (ÖFT). „Österreichs beste Turnerinnen werden künftig in Oberösterreich trainieren“, freut sich Landesrat Markus Achleitner anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

  1 / 3   Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner mit Oberösterreichs Turn-Ass Lorena Böhmberger (Foto: Land OÖ/Hermann Wakolbinger)

„Ein bedeutender Qualitätsschub für die besten rot-weiß-roten Turnerinnen und eine weitere Auszeichnung für das Sportland Oberösterreich“, betonte Wirtschafts- und Sport-Landesrat Achleitner anlässlich der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit ÖFT-Präsident Friedrich Manseder und OÖFT-Präsident Helmut Kranzlmüller, mit der die enge Kooperation nun offiziell besiegelt wurde.

Die Vorarbeiten wurden bereits gestartet, gilt es doch auch die entsprechende Umfeldbetreuung, vom Schulbesuch im Talentezentrum Oberösterreich bis hin zu Infrastrukturmaßnahmen und Trainingsplänen, bestmöglich vorzubereiten, um die Turnerinnen ab dem neuen Schuljahr am neuen Bundesstützpunkt in Oberösterreich willkommen heißen zu können.

Für das Elite- und Juniorinnen-Nationalteam soll der Bundesstützpunkt künftig nicht nur erstklassige tägliche Trainingsbedingungen ermöglich, sondern es werden auch alle Spitzensport-Umfeldmaßnahmen optimiert - von der Leistungsdiagnostik im Olympiazentrum Oberösterreich bis zur dualen Karriere.

Bundesstützpunkt für Spitzenturnerinnen

Das Kunstturnen ist – gemäß Einstufung des IOC – neben der Leichtathletik und dem Schwimmen eine der drei olympischen Kernsportarten. Dementsprechend schwierig ist es, bis zu den Medaillenpodien aufzusteigen. Mindestens zehn Trainingsjahre sind notwendig, um vom Talent zur internationalen Spitze zu wachsen. Der neue Bundesstützpunkt in Linz soll die Basis werden, um diesen Traum zu leben. Das Trainer-Auswahlverfahren läuft aktuell.

Bislang verteilen sich Österreichs beste Turnerinnen im Alltag auf mehrere Landesverbands-Trainingsstandorte. Gemeinsame ÖFT-Kader-Trainingscamps – die bereits in den letzten Jahren großteils in Linz durchgeführt wurden – bildeten die Ausnahme. Die für die Olympischen Spiele in Tokio fix qualifizierte Elisa Hämmerle entfloh dieser unbefriedigenden Situation bereits vor zwei Jahren nach Holland. Ab September 2021 ist dies nicht mehr nötig. Dann wird auch in Österreich, im neuen ÖFT-Kunstturnerinnen-Bundesstützpunkt in Linz, ein permanentes optimales Spitzensport-Umfeld geboten.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns nach Rudern/Kanu oder zuletzt Judo gelungen ist, wiederum einen Bundesstützpunkt im Sportland Oberösterreich zu installieren. Wir werden alles daran setzen, dass Österreichs beste Turnerinnen sich hier nicht nur sehr wohlfühlen, sondern insbesondere absolute Topbedingungen vorfinden und sich damit auch international weiter ins Spitzenfeld vorarbeiten und Spitzenleistungen erbringen können“, betont Achleitner.

Österreichs Turnpräsident Friedrich Manseder freut sich über einen „immens wichtigen Strukturgewinn, auf den wir jahrelang hingearbeitet haben. Ich bin überzeugt, dass es mit unseren Erfolgen jetzt rasch weiter bergauf gehen wird.“

Kunstturnerinnen-Sportdirektorin Eva Pöttschacher: „Wir bieten unseren Leistungsspitzen und Zukunftshoffnungen aus ganz Österreich ab Herbst 2021 in Linz die Möglichkeit, ihren Sport gemeinsam unter hoch professionellen Bedingungen zu leben. So werden wir international noch viel stärker aufgestellt an die Spitze herankommen, als es bis jetzt schon der Fall ist.“

OÖFT-Präsident und „Hausherr“ Helmut Kranzlmüller: „Ich bin stolz, weil es unseren Standort noch einmal aufwertet. Ich bin überzeugt, dass wir mit einer breiten Unterstützung, die wir als Landesleistungszentrum und ab jetzt Bundestützpunkt erfahren, noch Großes für den Sport in Österreich leisten werden.“

Sprungbrett vom Breitensport zum Spitzensport

Das Turnleistungszentrum Sportland Oberösterreich ist 2015/16 vom Olympiazentrum OÖ auf der Linzer Gugl auf den neuen Standort am Winterhafen übersiedelt. Aktuell sind rund 25 Mädchen und 40 Burschen im Turnleistungszentrum Sportland OÖ gemeldet, das vom OÖFT geführt und betreut wird. Zudem können Vereine das TULZ nützen.

Die Turnhalle in Linz zählt mit Innsbruck und Dornbirn zu den Top-3 in Österreich. Mehrere Top-Sportler haben hier ihre Trainingsbasis: So etwa Severin Kranzlmüller, zuletzt EM-Sechster am Barren, oder Paul Schmölzer, der letzte österreichische Vertreter bei den EYOF. Der bisher größter Erfolg bei den Mädchen war die Teilnahme von Lisa Kranzlmüller (vormals Ecker) bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio.

Vergangenen Dezember konnte der ÖFT den wohl größten Erfolg erringen: Noch nie zuvor hat ein österreichisches Team ein Finale bei einer Europameisterschaft erturnt. 2020 in Mersin (Türkei) ist das erstmals gelungen und Österreich erreichte den sechsten Platz. Mit dabei waren Ricardo Rudy vom TV Wels und Severin Kranzlmüller von der Turngemeinde Jahn Linz Lustenau. Außerdem hat es erst dreimal ein Gerätefinale in der österreichischen Turngeschichte gegeben, zwei davon waren ebenso bei der EM in Mersin: Nämlich die Silbermedaille von Vinzenz Höck an den Ringen und der sechste Platz von Severin Kranzlmüller am Barren.

Die Schüler des Talentezentrums Oberösterreich – mit den Partnerschulen Georg v. Peuerbach-Gymnasium, BORG sowie HAS Linz – trainieren viermal wöchentlich vormittags 2,5 Stunden und bis zu fünfmal wöchentlich am Nachmittag bis zu vier Stunden, samstags sind es ebenfalls vier Stunden. Geturnt wird bei den Burschen zur Zeit in vier Gruppen (wenn wieder alle turnen dürfen in sechs Gruppen), bei den Mädchen sind es drei Gruppen (nach Erlaubnis vier Gruppen).


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