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Jürgen Klopp vor dem Spiel des FC Liverpool in Linz: „Wir sind hier, um absolut alles zu geben“

Walter Horn, 21.09.2023 14:28

LINZ. Wenn heute um 18:45 Uhr das Europa-League-Match des LASK gegen den FC Liverpool in der ausverkauften Oberösterreich Arena (wie die Raiffeisen Arena in UEFA-Bewerben heißt) angepfiffen wird, treffen zwei voll fokussierte Mannschaften aufeinander.

Zur Pressekonferenz vor dem Spiel kam Jürgen Klopp mit LFC-Mannschaftskapitän Virgil Van Dijk. (Foto: Walter Horn)

Wer geglaubt oder gehofft hat, der FC Liverpool würde das Auftaktmatch in der Europa League beim LASK eventuell auf die leichte Schulter nehmen, wurde bei der Pressekonferenz vor dem Spiel von Liverpool-Trainer Jürgen Klopp und Virgil Van Dijk, dem neuen Mannschaftskapitän des LFC, eines Besseren belehrt.

„Wir sind hier, um absolut alles zu geben“

Klopp relativierte die Favoritenrolle seines Teams und stellte klar: „Ich finde es ganz nett und ganz süss, wie die Linzer es machen, dass wir die großen Favoriten sind, dass es für den LASK das Spiel des Lebens ist, und wir werden hergezwungen und spielen ein bißchen Fußball. Wir sehen das komplett anders, um das mal klar zu stellen. Es ist das erste Spiel in der Europa League. Wir sind hier, um absolut alles zu geben.“

Den LASK sieht Klopp in einer angenehmen Position: „Ich war selbst auch schon in der Rolle, wo man kaum was zu verlieren hat und es komplett genießen darf. Das ist ein cooles Gefühl, da können große Dinge entstehen.“

Klopp rechnet mit einem schwierigen Spiel und einem großen Kampf: „Das Stadion ist wunderschön, hier wird eine tolle Atmosphäre sein, und dann geht es um absolut alles. Wir werden keine Arroganz an den Tag legen – das waren wir nie, das sind wir nicht. Darauf würde ich nicht hoffen.“

Für den LASK fand er lobende Worte: „Der LASK macht einen stabilen Eindruck und hat eine klare Idee. Sie haben mit Zulj einen Zielspieler, der das gut macht, sie setzen die Flügelspieler sehr gut ein und haben gute Standards. Das ist eine gute Mischung. Das ist unangenehm. Je mehr wir zulassen, desto mehr werden sie nutzen, das ist klar.“

Klopp rechnet mit heftiger Gegenwehr. Auf die selbst gestellte Frage „Was würde ich machen, wenn ich morgen gegen Liverpool spielen würde?“ antwortete er: „Alles! Es würde kein Liverpool-Spieler das Ding hier genießen. Darauf müssen wir uns vorbereiten.“

Fragen nach der möglichen Aufstellung blockte er ganz klar ab: „Absolut keine Information darüber!“ Klopp: „Wir sind hier in einem Wettbewerb und nicht, um Gelegenheiten zu vergeben. An niemanden!“

Enttäuschung überwunden

Die Enttäuschung nach der insgesamt enttäuschenden letzten Saison ist überwunden. Klopp: „Wir haben uns heute richtig gefreut, hierher zu kommen. Wir haben gestern keine Champions League geschaut und haben es auch nicht vermisst.“

Virgil Van Dijk stimmt zu: „Natürlich wollten wir in der Champions League spielen, aber wir haben es uns nicht verdient. Wir werden für die Europa League alles geben und versuchen, sie zu gewinnen.“

„Wir können es kaum erwarten, dass es zur Sache geht“

Auf Linzer Seite könnte die Stimmung kaum besser sein. Der LASK sieht sich als Außenseiter, glaubt aber an die eigenen Stärken. Cheftrainer Thomas Sageder: „Jedes kleine Kind auf der Welt weiß dass Liverpool eine Topmannschaft ist. Aber meine Mannschaft hat einen richtig guten Weg eingeschlagen und ich bin überzeugt, wenn meine Jungs einen Top-Tag haben und eine Top-Leistung bringen, können sie Liverpool fordern.“

Als „Highlight des Jahres“ bezeichnet Robert Zulj das Match: „In Kabine ist eine riesige Stimmung. Wir können es kaum erwarten, dass es zur Sache geht. Wenn Liverpool kommt, wollen wir, dass die besten Spieler kommen. Mit denen wollen wir uns messen.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt Mannschaftskollege Sascha Horvath: „Egal, wo ich hinkomme: Seit der Auslosung ist nur noch die Rede von Liverpool. Die Vorfreude extrem groß. Wir werden alles reinhauen und schauen was passiert.“

Zwei LASK-Spieler, Branko Jovicic und Filip Stojkovic, wissen, wie es sich anfühlt, den FC Liverpool zu besiegen. Sie haben die „Reds“ mit Roter Stern Belgrad am 6. November 2018 in einem Champions-League-Gruppenspiel mit 2:0 besiegt (nach der holprigen Gruppenphase gewann Liverpool die Trophäe dennoch). Trainer Sageder: „Die zwei sind ein Symbol dafür, dass man jeden schlagen kann.“

„Ich habe Kampfeslust in mir“

Der LASK-Trainer wollte nicht sagen, dass sich auch für ihn ein Traum erfüllt: „Es ist natürlich etwas ganz besonderes, dass man sich auf der internationalen Bühne mit so einem Gegner messen kann, aber meine Emotionslage ist momentan sehr kühl. Ich bin sehr fokussiert, sehr konzentriert und habe noch nicht das Gefühl, dass es nur toll ist. Ich habe Kampfeslust in mir, dass ich das Spiel mit aller Intensität und Aggressivität bestreiten will und nicht vor lauter Demut darüber, so ein Spiel bestreiten zu dürfen, untergehe.“

Sageder hob den Spielanalysten Daniel Rosza und Co-Trainer Marcel Lücke hervor: „Die beiden schauen sich normalerweise drei bis fünf Spiele des Gegners an und machen daraus eine grobe Analyse fürs Trainerteam. Zusammen mit meinen Eindrücken filtern wir das dann, bis bis acht bis zehn Szenen für die Mannschaft übrig bleiben. Daraus entwickeln wir unseren Matchplan.“


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