Faustball: Österreich holt nach 16 Jahren wieder den EM-Titel
OÖ. Österreich ist wieder Faustball-Europameister. Das Männer-Nationalteam - neun von zehn Kaderspielern sind aus OÖ - besiegte Titelverteidiger Deutschland im Finale von Tondern/Dänemark klar mit 4:0 und blieb im gesamten Turnier fast ohne Satzverlust.

Mit dem Erfolg gewann Österreich den sechsten EM-Titel der Geschichte. Der letzte Triumph liegt 16 Jahre zurück: 2010 hatte Rot-Weiß-Rot in Ermatingen in der Schweiz Gold geholt.
Oberösterreichs Faustball-Dominanz zeigte sich einmal mehr in der Teamaufstellung. Neun von zehn Spielern stammen aus oö. Vereinen. Mit dabei: Gustav Gürtler, Jan Holzweber und Michael Hölzl ( alle TV Wohnplan Enns), Karl Müllehner und Markus Huber (beide Union Tigers Vöcklabruck), Martin Pühringer (DSG UKJ Froschberg), Gernot Teufer (FBC LINZ AG Urfahr) sowie Fabian Hofstadler und Marcel Wiesinger (beide Union Compact Freistadt). Komplettiert wurde das Team vom Niederösterreicher Fabian Stohl (ÖTB Drösing).
Finale nach Rückstand gedreht
Im Finale startete Deutschland besser und führte im ersten Satz bereits mit 4:0. Österreich kämpfte sich zurück, wehrte zwei Satzbälle ab und entschied den Durchgang mit 13:11 für sich. Danach dominierte das Team von Teamchef Siegfried Simon. Die weiteren Sätze gingen mit 11:3, 11:5 und 11:4 an Österreich.
Damit gelang auch die Revanche für das EM-Finale 2024 in Frauenfeld. Damals hatte Österreich gegen Deutschland nach Verlängerung im Entscheidungssatz noch mit 3:4 verloren. Überhaupt hatte Deutschland zuletzt fünf Europameisterschaften in Folge gewonnen.
„Ich bin glücklich, stolz – das trifft es irgendwie alles. Es ist unglaublich“, versuchte Teamchef Siegfried Simon nach dem Triumph seine Gefühle in Worte zu fassen. „Wir laufen in Österreich seit 16 Jahren einem Männer-Titel hinterher. Mich freut es für die Mannschaft, aber auch für den österreichischen Faustball extrem, dass wir es in dieser Woche geschafft haben, den Titel zu holen. Das ist aktuell noch nicht in Worte zu fassen und wird wahrscheinlich noch ein paar Tage brauchen, um es wirklich zu realisieren.“
Trainerteam stand beim letzten Titel selbst am Feld
Auch für Simon und Co-Trainer Dietmar Weiß hat der Erfolg eine besondere Bedeutung. Beide standen beim letzten österreichischen EM-Titel 2010 noch selbst auf dem Feld. Nun führten sie das Nationalteam von der Seitenlinie zurück an Europas Spitze.
Kapitän Gustav Gürtler sagte: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, auch wenn es noch ein wenig surreal ist. Deutschland hat uns im Finale überrascht, war taktisch sehr gut eingestellt. Wir haben den ersten Satz aber noch herumreißen können. Jetzt die Goldmedaille um den Hals hängen zu haben, ist einfach unglaublich.“
Nur ein Satzverlust im Turnier
Österreich zeigte während des gesamten Turniers starke Leistungen. In der Vorrunde gewann das Team gegen die Schweiz, Deutschland und Italien jeweils mit 3:0. Im Viertelfinale folgte ein klarer 3:0-Erfolg gegen Serbien. Im Halbfinale setzte sich Österreich erneut gegen Italien mit 4:1 durch. Es blieb der einzige Satzverlust im Turnier.
Sechs Spiele, sechs Siege und ein Satzverhältnis von 20:1: Österreich krönte sich in Tondern verdient zum Europameister.
Angreifer Karl Müllehner sagte: „Es war schon ein großer Druck, aber jetzt überwiegt die Erleichterung. Wir sind mit einer guten Form in das Turnier gestartet und man hat gemerkt, dass das gesamte Team mitzieht. Ich bin unfassbar froh, dass wir die Leistung hier auf den Platz gebracht haben. Was wir an Trainingsstunden geleistet, alles für diesen Erfolg getan haben – da bin ich überglücklich.“








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