Entwicklung des Printwesens in Österreich
Wie geht es den Printmedien in Österreich heute. Vom geschichtlichen Abriss bis heute, ein kurzer Überblick über Österreichs Printbranche und den Auswirkungen der Entwicklung intern sowie extern.

Entstehung und Wachstum der Printmedien
Mit Beginn der Industrialisierung vollzog sich eine grundlegende Modernisierung bzw. Weiterentwicklung des bis dahin weitgehend in Handsatz betriebenen Zeitungs- und Printwesens. Neue technische Möglichkeiten sowie expandierende Arbeitsmärkte führten zu einem raschen Aufstieg der Printmedien zu einem Massenmedium im modernen Sinn. Bis ins 20. Jahrhundert hinein hatte die Zeitung eine Monopolstellung als Informationsangebot für politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Themen.
Auftreten neuer Medien
Bereits in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts traten erstmals die damals neuen und hochmodernen Medien Radio und Fernsehen im deutschsprachigen Raum auf. Hatten diese zu Beginn ihrer Wirkungszeit noch Seltenheitswert in Österreich, wurden sie vom NS-Regime für Propagandazwecke instrumentalisiert und in der Folge massiv verbreitet. Das Wachstum der Printmedien wurde dadurch allerdings nicht gestört. Mit Ende des 2. Weltkriegs sortierte sich das Printwesen in Österreich neu und wurde fortan von kontinuierlichem Wachstum gekennzeichnet.
Digitalisierung und Beginn des Informationszeitalters
Zu einem jähen Ende dieses Wachstums führte eine Kombination zweier moderner gesellschaftlicher Entwicklungen, die für die bis dato breit rezipierten Printmedien eine geradezu toxische Wirkung hatte: der Beginn des sogenannten Informationszeitalters auf der einen Seite und die Digitalisierung auf der anderen Seite. Als in den neunziger Jahren der Computer als moderne Technikinnovation massenfähig wurde und die breite Bevölkerung Zugang zum Internet erhielt, vollzog sich ein massiver Wandel sowohl des Wertes als auch des Zustands von Informationen. Galten neue Nachrichten bis zu dieser Zeit noch relativ lang als neu, wandelt sich seit diesem Zeitpunkt die Berichterstattung und Informationsaufbereitung immer stärker zu einem „Sog“, durch dessen Wirkung Schlagzeilen vom Mittag bereits am Abend als veraltet gelten. Im selben Maß, in dem Informationen veralten, steigt gleichzeitig der Wert aktueller Informationen. Es ist dieser Mechanismus, der die Printmedien in ihrer Beständigkeit ins Hintertreffen geraten lässt. Im Vergleich mit den digitalen Medien sind sie immer zu spät dran. In der Folge machen Druckereien zu oder verlagern Ihre Expertise von Magazinen und Zeitungen zu Zeitlosen Printprodukten wie hier der Fall zu Visitenkarten, Postkarten oder Flyern.
Printmedien geraten durch online-publishing unter Druck
Neben diesem Wettbewerbsnachteil macht ein weiterer Umstand dem Printwesen das Leben schwer: Online-Nachrichten-Angebote sind meistens kostenlos. Bieten Printmedien eigene Online-Angebote an, geht dies entweder zu Lasten der Qualität oder sie konkurrieren mit den eigenen, gedruckten Produkten. Was die seit Jahren sinkenden Auflagen gedruckter Medien in Österreich weiter zurückgehen lässt ist eine Abwärtsspirale, die sich selbst negativ verstärkt: Sinkende Auflagen führen zu niedrigeren Anzeigen- und Werbeerlösen, welche ihrerseits wiederum zu niedrigerer Reichweite und Auflagenstärke führt. Die österreichischen Printmedien leisten mit der höchsten Konzentration in Europa einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung und Pressepluralität. Auch sie werden aber weiter unter der Aktualität und Kostengünstigkeit des online-publishing zu leiden haben.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden