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OBERÖSTERREICH. Von einem „Kontrollskandal“ in den tschechischen Atomkraftwerken spricht Landesrat Rudi Anschober (Grüne). Er drängt auf ein rasches Handeln der österreichischen Bundesregierung.

Foto: Wodicka
Foto: Wodicka

Konkret seien die tschechischen Atomkraftwerke Temelín und Dukovany betroffen. Es geht vor allem um die Sicherheitslücke im AKW Dukovany, die während der Abschaltung von drei Blöcken zur Reparatur von Schweißnähten ans Licht gekommen ist. Bei der Kontrolle von Revisionsprotokollen für das AKW Dukovany wurde bekannt, dass die beiliegenden Röntgenaufnahmen schwerwiegende Mängel aufwiesen. Im besseren Falle waren Fotos verschmiert, im schlechtesten Fall haben sie bestätigt, dass die Schweißnähte nicht in Ordnung sind und eine Undichtheit droht. „In einer überhasteten Aktion wurden daraufhin zwei Blöcke für eine neue Röntgeninspektion vom Netz genommen – hunderte Schweißnähte sind betroffen, dutzende mussten repariert werden“, informiert Dalibor Strasky, Antiatom-Beauftragter des Landes Oberösterreich.

Externe Firma verantwortlich

Die Leiterin der tschechischen Atomaufsichtsbehörde Dana Drábová gab Anfang November bekannt, dass eine der defekten Schweißnähte laut Aufzeichnungen erst vor einem halben Jahr repariert worden sei und daher intakt sein müsste. Auch interne Aufzeichnungen zeigten ein intaktes Röntgenbild, die Möglichkeit gefälschter Röntgenbilder steht im Raum. Ende November hat der Betreiber CEZ eine Strafanzeige in dieser Sache eingereicht. Für die Prüfung der Schweißnähte war eine externe Firma verantwortlich. Die Kontrollen wurden nun auch für das AKW Temelín angeordnet, wo man ebenso bereits Missstände festgestellt hat.

Anschober gegen Laufzeitverlängerung

„Die aktuelle Lage samt Unklarheiten bei der Behörde im AKW Dukovany zeigt einmal mehr, wie hochgefährlich diese Technologie an unseren Grenzen ist. Es darf keinesfalls zu einer automatischen Laufzeitverlängerung für den bereits 30 Jahre alten Block in Dukovany kommen. Ich fordere klare Maßnahmen der Atomaufsichtsbehörde, um die nun offensichtlich gewordenen, schweren Verfehlungen in der Sicherheitskultur von Betreiber CEZ zu sanktionieren und in Zukunft auszuschließen“, sagt Rudi Anschober.


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