Arbeitnehmer setzen ihre Rechte nicht durch
Die Rechtsberatung ist nach wie vor das meist genutzte Serviceangebot der AK OÖ. Vergangenes Jahr wurden über 300.000 Beratungen durchgeführt. In einem aufrechten Dienstverhältnis verzichten viele aber darauf, ihr Recht auch einzufordern.

Diese Zurückhaltung führt AK OÖ-Präsident Johann Kalliauer auf eine pessimistische Stimmung innerhalb der Arbeiterschaft zurück: „Wenn die Stimmungslage so ist, dass alles als unsicher wahrgenommen wird, sind Arbeitnehmer auch vorsichtiger beim Durchsetzen ihrer Rechte.“
Pessimistische Stimmung
Aktuell sehen nur noch 52 Prozent der oberösterreichischen Arbeiter und Angestellten die wirtschaftliche Zukunft optimistisch. Vor nur zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 87 Prozent.Die Zukunft des eigenen Betriebes sehen hingegen 85 Prozent der Befragten positiv. Für Kalliauer ein Indiz dafür, dass die Stimmung deutlich schlechter ist, als die tatsächliche Situation.
Weniger Beratungen und Rechtsakte
Vergangenes Jahr wurden von der AK OÖ 301.809 Beratungen durchgeführt, rund 6.000 weniger als 2015. Über 2/3 der Beratungen drehten sich um die Themen Arbeits- und Sozialrecht, Gleichbehandlungsfragen und Insolvenzen.Die Zahl der bearbeiteten Rechtsakte fiel im Vergleich zum Vorjahr merklich von 14.300 auf 11.800. Die meisten Rechtsfälle würden sich um nicht bezahlte Überstunden, Endabrechnungsdifferenzen, Kollektivvertragsentlohnung, Pensionsansprüche und Unfallrenten drehen, erklärt Helga Kempinger, Leiterin Rechtsschutz Linz bei der AK OÖ. Davon können 40 Prozent außergerichtlich gelöst werden, die Erfolgsquote liegt bei rund 80 Prozent. 80 Prozent der Ansprüche werden nach Beendigung des Dienstverhältnisses geltend gemacht.


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