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LINZ/OÖ. Die geplanten Verschärfungen bei der Wohnbeihilfe machen Ausbruch aus Gewaltbeziehungen noch schwerer, kritisiert das Linzer Frauenhaus den Budgetentwurf von ÖVP und FPÖ.

Gewalt geht oft mit Abhängigkeit einher. Foto: Wodicka
Gewalt geht oft mit Abhängigkeit einher. Foto: Wodicka

Der Gesetzesentwurf zum neuen OÖ Wohnbauförderungsgesetz bringt neuerliche Verschärfungen für Nicht-EU- Bürger. Die, die ohnehin schon oft über geringes Einkommen verfügen, werden damit neuerlich belastet. „Ganz besonders trifft es Frauen. Besonders dramatisch trifft es sie, wenn sie in Gewaltbeziehungen stecken“, warnt das Frauenhaus Linz. Denn Trennungen und ein eigenständiger Weg würden ihnen durch die geplanten Verschärfungen vielfach unmöglich gemacht.

Abhängigkeit verstärkt sich

Sich von einem gewalttätigen Mann zu trennen, ist für die meisten Frauen ohnehin schon schwer genug. Eine eigene Wohnung ist dafür aber meist eine wichtige Voraussetzung – entweder, weil der Täter ausziehen muss oder die Frau eine neue Wohnung sucht. Die neuerlichen Verschärfungen bei der Wohnbeihilfe macht es daher Frauen nochmal schwerer den Schritt aus der Beziehung zu wagen. Der Nachweis, viereinhalb Jahre innerhalb von 5 Jahren gearbeitet oder Kinderbetreuungsgeld bezogen zu haben, als Voraussetzung für den Zugang zu günstigeren, geförderten Wohnungen und zur Wohnbeihilfe, ist für viele Frauen eine unüberwindbare Hürde. Viele Betroffene durften und konnten nicht arbeiten gehen, wurden ganz bewusst vom Täter abhängig gemacht.

„Das nimmt Frauen den Mut!“

Speziell durch diese Abhängigkeit ist der Ausstieg aus der Gewaltbeziehung ein besonders schwerer Schritt. Ist diese mutige Frau nun Nicht-EU-Bürgerin bekommt sie zukünftig keine günstigere Wohnung und keine Wohnbeihilfe. „Das nimmt Frauen den Mut! Viele werden sich den Schritt noch länger überlegen, weil sie ganz einfach nicht wissen, wie sich das finanziell ausgehen soll. Viele werden den Schritt gar nicht wagen. Statt Frauen ein eigenständiges, gewaltfreies Leben zu ermöglichen, wird es ihnen neuerlich massiv erschwert. Diese Verschärfung lehnen wir ganz klar ab!“, betont Dagmar Andree, Vorsitzende des Linzer Frauenhauses.

Hilfe für Opfer von Gewalt

Das Linzer Frauenhaus ist 365 Tage im Jahr unter 0732/606700 erreichbar - für akute Krisensituationen auch rund um die Uhr - und bietet Soforthilfe, Schutz und Sicherheit für Gewaltopfer


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Gastuser
Gastuser
08.11.2017 12:54

Reduzierung der Wohnbeihilfe

Die Wohnbeihilfe wurde bereits vor einigen Jahren stark gekürzt, als plötzlich Alimente zum Einkommen gerechnet wurden. Betrofen waren in erster Linie (österreichische) Alleinerzieherinnen. Es scheint, als wären sich ÖVP und FPÖ sehr einig darin, Frauen wieder in wirtschaftliche Abhängigkeit von Männern zu bringen wie vor 100 Jhren. Wenn wir Frauen eine gerechte, gleiche Bezahlung erhalten würden wie Männer, wären Frauen weder auf Allmosen wie die Wohnbeihilfe angewiesen, noch auf Männer, die ihren (Zahlungs)Pflichten nicht nachkommen. Aber unabhängige Frauen fürchten CVler, Burschenschafter und andere patriachalisch orientierte Männer ja bekanntlich am meisten. Danke auch allen Damen an dieser Stelle, die diesen konservativen Frauenhassern ihre Stimme geben.