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OÖ. Bei der zweiten Runde der Bildungsstandards-Überprüfung der achten Schulstufen in Mathematik schneidet Oberösterreich wie schon im Jahr 2012 hervorragend ab. Oberösterreich liegt mit 554 Punkten vor Salzburg (550) und der Steiermark (549) auf Platz eins. Mit 548 Punkten ist auch Tirol noch in der Spitzengruppe. Der Österreichschnitt liegt bei 542 Punkten.

Bei den Bildungsstanrds Testungen liegt Oberösterreich wieder auf Platz eins.
Bei den Bildungsstanrds Testungen liegt Oberösterreich wieder auf Platz eins.

Im Vergleich zu 2012 sank in Oberösterreich der Anteil an der Risikogruppe. Zeitgleich stieg die Gruppe jener, die die Bildungsstandards übertreffen um zwei Prozentpunkte an. Die Schülerleistungen von 2012 und 2017 in Mathematik gesamt betrachtet, ergibt auf der Punkteskala eine Verbesserung um 6 Punkte.

Keine Momentaufnahme

Der Amtsführende Präsident des Landesschulrates Fritz Enzenhofer freut sich über das tolle Ergebnis und gratuliert: „Das ist keine Momentaufnahme, sondern zeigt, was die Schülerinnen und Schüler über vier beziehungsweise acht Jahre gelernt haben.“ Auffällig ist, dass trotz der Flüchtlingswelle 2015/16 die oberösterreichischen Schüler gegenüber 2012 in Summe besser abgeschnitten haben. „Sicherlich auch ein Zeichen der gelungenen Integration in Oberösterreich“, meint Enzenhofer.

Auftrag für die Zukunft

Für Landeshauptmann Thomas Stelzer sind die Ergebnisse Grund zur Freude, aber auch ein Auftrag für die Zukunft der oberösterreichischen Bildungslandschaft: „Der erste Platz im Fach Mathematik zeigt, dass wir in Oberösterreich mit unseren engagierten Pädagoginnen und Pädagogen auf dem richtigen Weg sind. Wir werden uns jedoch jetzt nicht zurücklehnen und uns ausruhen, sondern konsequent an der Weiterentwicklung unserer Bildungslandschaft arbeiten. Wir werden uns die Detailergebnisse genau anschauen und in Bereichen, in denen wir Aufholbedarf haben, gezielt Maßnahmen setzen“, so der Landeshauptmann.

 Schwächen beseitigen und gezielt fördern

„Ich freue mich über das großartige Abschneiden unserer Schülerinnen und Schüler und bedanke mich bei den engagierten Pädagoginnen und Pädagogen im Land. Besonders erfreulich ist, dass sich die Risikogruppe verringert hat und die Spitzengruppe größer geworden ist, denn wir brauchen beides: Dort wo es nötig ist, müssen wir auch zukünftig Schwächen beseitigen, aber wir müssen auch dort gezielt ausbilden und fördern, wo besonders exzellente Leistungen erzielt wurden“, so Bildungs-Landesrätin Christine Haberlander.

Schulentwicklungsprogramme greifen

Möglich sei das gut Ergebnis laut Landesschulrat unter anderem dadurch geworden, dass eine große Leistungsbereitschaft herrsche und die standortbezogenen Schulentwicklungsprogramme, die zum Teil bereits vor Jahrzehnten begonnen worden seien, greifen. So ist Oberösterreich unter anderem auch Pionier bei Output-Messungen, deren Ergebnisse ins Qualitätsmanagement der Schulaufsicht einbezogen werden.

Individuelle Schulentwicklung

Die Detailergebnisse werden nun in den nächsten Tagen und Wochen sowohl auf Schul- als auch auf Landesebene genau analysiert und als Grundlage für gezielte Maßnahmen, zum Beispiel im Bereich der Fortbildung, an den einzelnen Schulstandorten und auf Landesebene herangezogen. „Ziele der Bildungsstandards-Erhebungen liegt nicht in einem Ranking zwischen einzelnen Schulen und Schularten, sondern in der standortbezogenen Schul- und Qualitätsentwicklung; mit ihrer Hilfe soll ein konsequenter Kompetenzaufbau im Sinne der Nachhaltigkeit erreicht werden“, erklärt Enzenhofer

Wer getestet wird

An den Bildungsstandard-Testungen nehmen grundsätzlich alle Schüler einer Schulstufe teil. Ausgenommen sind nur außerordentliche Schüler, Jugendliche, die im Testfach nach dem Lehrplan der Sonderschule beziehungsweise einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet werden, sowie Schüler mit Körper- oder Sinnesbehinderung, sofern sie auch mit Hilfsmittel die Aufgaben nicht lösen können. In begründeten Ausnahmefällen wie etwa Abwesenheit wegen einer Projektwoche können Schulen einen Ersatztermin für die Testung in der kommenden Woche wahrnehmen.

Bildungsstandards erfassen alle 14-jährigen

Bildungsstandards werden in fünf „Disziplinen“ abgeprüft: Deutsch und Mathematik jeweils in der vierten und achten Schulstufe sowie Englisch nur in der achten Schulstufe. Begonnen wurden die Erhebungen 2012 mit Mathematik in der achten Schulstufe – mit den Deutsch-Tests in der gleichen Altersgruppe wurde der erste Durchlauf beendet. Mit der Mathematik-Überprüfung fing der Zyklus wieder von vorne an. Damit können erstmals Ergebnisse der Standard-Überprüfungen und damit die Entwicklung der Schülerleistungen direkt miteinander verglichen werden. Während bei PISA stichprobenartig nur etwa fünf Prozent der Schüler getestet werden, erfassen die Bildungsstandards alle 14-Jährigen. In ganz Österreich sind das rund 75.000 Schüler.

Besondere Förderung für schwache Schulen

Mit dem Projekt „Grundkompetenzen absichern“ werden ab heuer Schulen unterstützt, die bei den Bildungsstandards-Überprüfungen zu mindestens 20% die Bildungsstandards nicht erreicht haben und deren Schulergebnis unter ihrem Erwartungswert liegt. Für die teilnehmenden Schulen werden spezielle Angebote der Pädagogischen Hochschulen erstellt. Gemeinsam mit der Schulleitung und dem Lehrerkollegium analysieren multiprofessionelle Teams (in der Regel bestehend aus Schulentwicklern, Fachdidaktikern und Schulpsychologen) die Ursachen für das unterdurchschnittliche Abschneiden an der jeweiligen Schule und sorgen für eine mehrjährige, individuell zugeschnittene Begleitung und Beratung. Der Start erfolgt in diesem Schuljahr. Das Projekt läuft bis August 2022.


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