2. Bim-Achse: Baustart steht weiter in den Sternen
LINZ. Der Landesrechnungshof hat der unterirdischen Trassenführung der Zweiten Linzer Schienenachse ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Nun sind die Diskussionen angelaufen, wie weit diese ernüchternde Einschätzung die Planungen für das dringend notwendige Öffi-Projekt zurückwirft.

Das Projekt sei unterirdisch zu teuer, der Rechnungshof regt konkret eine „wirtschaftliche Optimierung der 2. Straßenbahnachse“ an. „Die Aufgaben des Rechnungshofes sind wichtig, aber für verkehrstechnische Fragen kann die Wirtschaftlichkeit kein ausschließliches Kriterium sein“, kritisiert der Linzer Verkehrsstadtrat Markus Hein (FPÖ). Hein weist die Kritik an der unterirdischen Tassenführung, die als zu teuer definiert wurde, aufs Schärfste zurück: „Ja, es ist klar, dass die unterirdische Führung mehr kostet. Aber entlang der Gruberstraße haben wir eine Kette an Kreuzungen, an denen an Werkstagen bis zu 46.000 Kraftfahrzeuge abgewickelt werden. Dazu kommt auch noch der sehr starke Fuß- und Radverkehr in den besagten Kreuzungsbereichen.“
„Würde den Individualverkehr zum Erliegen bringen“
Unterstützung bekommt Hein auch vom Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ): „Eine oberirdisch geführte Straßenbahn entlang der Gruber- bis hin zur Franckstraße würde den Individualverkehr in einem Ausmaß beschränken, dass der gesamtwirtschaftliche Schaden am Ende die Kosten für die Tunnelvariante übersteigen würde.“ „Schluss mit Verzögerungen“
Angesprochen auf die Forderung des Rechnungshofes bekräftigt der Grüne Verkehrssprecher Klaus Grininger: „Wenn man bedenkt, dass der Stau in Linz jährlich 420 Millionen Euro verursacht, kann eine wirtschaftliche Optimierung nur heißen, dass mit dem Bau der neuen Straßenbahntrasse endlich begonnen werden muss. Doch statt alles zu tun, damit möglichst bald die ersten Schienen verlegt werden können, löst eine Überprüfung der Pläne die nächste ab.“


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20.06.2018 21:19
Oberirdisch bauen!
Kostet ein Drittel und reduziert den Autoverkehr. Wer glaubt, Straßenflächen durch öffentlichen Verkehr zu ersetzen, würde die Wirtschaft schädigen, lebt verkehrsplanerisch tief in den 70er-Jahren. Schade, dass das bei Luger offenbar der Fall ist.
20.06.2018 12:18
Rechnungshof
Der Rechnungshof ist wichtig und für vieles zuständig, aber sicher nicht für Verkehrsplanung. Man kann solche Argumente studieren, entscheiden muss man unabhängig davon. Die Linzer Politik macht das also in diesem Fall völlig richtig. Es geht nicht immer und nicht überall um kurzfristige Wirtschaftlichkeit. Wo wir da hinkommen sehen wir vielerorts lieber Rechnungshof. Ein bisschen mehr Weitblick seitens des Rechnungshofes würde da nicht schaden.