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400 neue Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen entstehen in Oberösterreich bis 2021

Karin Seyringer, 29.06.2018 11:15

OÖ/LINZ. Das Land Oberösterreich schafft bis zum Jahr 2021 403 neue Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung in Oberösterreich. Im Projekt „Sozialressort 2021+“ wurde ein Maßnahmenpaket erarbeitet. Das Land setzt bei den neuen Plätzen auf starke Differenzierung der Wohnformen, um auf den individuellen Bedarf eingehen zu können. Landeshauptmann Thomas Stelzer und Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer präsentierten die Details heute im Linzer Landhaus.

  1 / 2   Über 400 neue Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung entstehen. Symboldbild: Volker Weihbold

In Summe rund 5500 Plätze gibt es aktuell, 403 kommen bis 2021 dazu. Das sei der dringendste Bedarf, so Landeshauptmann Thomas Stelzer. Natürlich werde auch danach weiter ausgebaut. „In der Qualität der Betreuung sind wir sehr gut unterwegs, in der Anzahl gibt es aber noch Handlungsbedarf“, so Stelzer, der betont, dass es gelungen ist, gemeinsam mit dem Sozialressort eine Lösung zu finden.

Die Finanzierung ist durch eine Vereinbarung zwischen Stelzer und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer gesichert.

Differenzierte Wohnformen für individuellen Bedarf

Im Mittelpunkt der Neuausrichtung des Bereichs „Wohnen für Menschen mit Beeinträchtigung“ steht die verstärkte Differenzierung der Wohnformen. Zielgerechtere Angebote werden geschaffen. „Wir wollen den Ansprüchen der Menschen gerecht werden“, so Gerstorfer. Eine stärkere Individualisierung werde erreicht, was ein größtmögliches Maß an Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Chancengleichheit ermögliche. Neben dem Ausbau der Wohnplätze wird daher auch am Ausbau mobiler Dienste gearbeitet.

Neue Plätze: Die Verteilung im Detail

Die neuen Plätze für Menschen mit psychischen und/oder physischen Beeinträchtigungen werden aufgrund einer Bedarfsplanung auf alle Landesteile verteilt.

Ausgebaut werden die integrative Versorgung von älteren Menschen mit Beeinträchtigung in Alten- und Pflegeheimen, mit insgesamt 60 Plätzen bis 2021 verteilt über alle Bezirke und Statutarstädte je nach Bedarf.

Bei den Alternativen Wohnformen werden in Wels (2019), Steyr (2020) und Linz (2021) je zehn Wohnplätze neu errichtet, in Summe 30.

Insgesamt 28 neue Plätze entstehen beim Begleiteten Wohnen. In Andorf und Wels je sechs im Jahr 2019, in Steyr folgen 2020 zehn neue Wohnplätze, in Linz 2021 sechs.

Bei der Vollbetreuung entstehen in Linz-Wegscheid 2021 insgesamt 50 neue Wohnplätze für Menschen mit höheren Unterstützungsbedarfen. Zudem werden das Alten- und Pflegeheim Pram bis 2020 saniert und für die Vollbetreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen adaptiert, wodurch 30 neue Wohnplätze entstehen. Auch die schon bestehende ChG-Gruppe (Chancen-Gleichheits-Gesetz) im Altenheim Bad Hall wird bis 2021 um 15 Plätze erweitert. Insgesamt werden bei den Vollbetreuten Wohnformen so 95 neue Plätze geschaffen.

Bereits laufende Projekte gehen weiter

Die laufenden Ausbaumaßnahmen des Sozialressorts bei ChG-Wohnplätzen werden weitergeführt. Im Rahmen dieses Programmes werden in den Jahren 2017 bis 2021 in Summe 124 Wohnplätze (acht Plätze Begleitetes Wohnen, 116 Plätze Vollbetreutes Wohnen) geschaffen, bei einen Großteil dieser Projekte laufen die Baumaßnahmen bereits.

2017: Je acht Plätze in Linz und in Bad Hall

2018: Vier Plätze in Pregarten, zwei Plätze in Linz, 16 Plätze in St. Peter, 

2019: Acht Plätze in Großraming, zwölf Plätze in Aigen

2020: 16 Plätze in Gmunden und 16 Plätze in Bad Ischl

2021: 16 Plätze in Unterweißenbach, fünf Plätze in Gallspach, sieben Plätze in Steyr und sechs Plätze in Freistadt

Auch durch die laufende interne Effizienzsteigerung der Träger werden insgesamt 66 Betreuungsplätze in verschiedenen Formen in bereits vorhandenen ChG-Einrichtungen zusätzlich geschaffen.

Auch neue Arbeitsplätze entstehen

Durch die Schaffung der neuen Betreuungsplätze entsteht auch ein großes Arbeitsplatz-Angebot in der Behindertenbetreuung, mit 180 neuen Arbeitsplätzen (Vollzeitäquivalent) rechnet Gerstorfer.


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