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LINZ. Insgesamt 4.500 Lehrlinge werden in Linzer Betrieben ausgebildet. Die Zahl ist jedoch rückläufig – speziell in Zeiten des Fachkräftemangels eine unerfreuliche Entwicklung.

Große Industriebetriebe, wie die voestalpine, sind besonders aktiv in der Lehrlingsausbildung. Foto: voestalpine AG

In Oberösterreich werden in knapp 5.700 Lehrbetrieben etwa 23.100 Lehrlinge ausgebildet. Davon befinden sich in Linz 800 Ausbildungsstätten. „In Linz werden 4.500 Lehrlinge ausgebildet“, so Bürgermeister Klaus Luger. Das entspricht 19 Prozent aller in Oberösterreich ausgebildeten jungen Menschen.

Männer-Überhang

Knapp vier von zehn Lehrplätzen in Linz (36 Prozent) sind mit einer Frau besetzt. Dieses Geschlechterverhältnis von 4:6 ist seit Jahren konstant. Am meisten weibliche Lehrlinge werden in der Sparte Handel ausgebildet. Hier sind lediglich 38 Prozent der Lehrlinge Männer. Ganz anders sieht es in der Sparte Industrie aus, wo 86,5 Prozent der Lehrlinge Männer sind. Insgesamt bilden in Linz 39 Industriebetriebe 1.057 Lehrlinge aus. „Wenige Betriebe bilden hier sehr viele aus.“ Nur die Sparte Gewerbe und Handwerk hat mit 1.201 Lehrlingen mehr Lehrlinge. Diese verteilen sich jedoch auf 297 Betriebe.

Zahlen sinken seit 2009

2009 erreichte die Zahl der Lehrlinge in Ausbildung ein Maximum und ist seither rückläufig. „Das hat zum Teil mit den geburtenschwachen Jahrgängen zu tun“, erklärt Luger. Einen Ansatzpunkt gegen den Fachkräftemangel sieht er in unternehmens-übergreifenden Ausbildungsinitiativen. „Es gibt da in Linz zum Beispiel schon die ÖBB-Werkstätte, die zwar der ÖBB gehört, aber schon so etwas ist.“

Überbetriebliche Lehrwerkstätten würden einerseits für kleine Handwerks- und Produktionsbetriebe wesentliche Vorteile bieten: Eine fundierte Lehrausbildung ist meist kosten- und zeitintensiv. Kleine Unternehmen sehen sich dadurch überfordert, weil sie nicht nur den Auszubildenden, sondern auch den Ausbildner zu finanzieren haben, ohne dass diese bereits einen entsprechenden Ertrag liefern können. Überbetriebliche Lehrwerkstätten könnten dieses Problem entschärfen, da ein Teil der Kosten von mehreren Unternehmen gemeinsam getragen wird.

Förderung junger Menschen

Zudem finden jedes Jahr 150 Pflichtschulabgänger keinen Ausbildungsplatz. Dies geschieht völlig unabhängig von der wirtschaftlichen Lage, völlig unabhängig vom quantitativen Angebot an Lehrplätzen. „Ich habe Verständnis dafür, dass sie nicht genommen werden“, so Luger. „Viele dieser Jugendlichen sind leider tatsächlich nicht in der Lage, aufgrund ihrer schulisch schwachen Leistungen und Defizite umgehend einen Lehrplatz einzunehmen. Als Stadt versuchen wir, auch Jugendlichen, die sich in ihrer Ausbildung schwerer tun, eine Chance zu geben.“


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