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LINZ. Am 18. Mai 1919, vor genau 100 Jahren, fand erstmals in der Geschichte eine volldemokratische Landtagswahl in Oberösterreich statt. Es war die erste Wahl in der Republik, bei der das allgemeine, gleiche, und direkte Wahlrecht, aber auch das Frauenwahlrecht, angewendet wurde. 

Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landtagspräsident Viktor Sigl. Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr
Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landtagspräsident Viktor Sigl. Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr

Der Landtag setzte sich vor 100 Jahren aus 72 Abgeordneten zusammen. 38 Abgeordnete gehörten der Christlichsozialen Partei, 22 Abgeordnete der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und 12 Abgeordnete der Deutschen Freiheits- und Ordnungspartei an.

Erste weibliche Abgeordnete in der Geschichte Österreichs

Mit Marie Beutlmayr zog damals auch die erste weibliche Abgeordnete in der Geschichte Österreichs in den Oberösterreichischen Landtag ein. „Seit Einführung des Frauenwahlrechts hat sich die Stellung der Frau in der Politik und in der Gesellschaft enorm verändert. Dennoch gibt es noch Handlungsbedarf: Nicht nur im Nationalrat oder in den Landtagen, auch in der Gemeindepolitik liegt der Frauenanteil unter ihrem Anteil in der Bevölkerung. Wir müssen daher vor allem auf Gemeindeebene aktiv sein und noch mehr Frauen motivieren, mitzuarbeiten“, appelliert Landtagspräsident Viktor Sigl.

Wahlalter 20

Das aktive Wahlalter war vor 100 Jahren noch mit dem vollendeten 20., das passive Wahlalter mit dem vollendeten 29. Lebensjahr festgelegt. Von 500.499 Wahlberechtigten wurden 385.374 gültige Stimmen abgegeben. Zum Vergleich: Am 26. Mai 2019 sind in Oberösterreich 1.108.448 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt, rund 170.900 davon sind Erst- und Jungwähler (16 bis 27 Jahre alt).

Wahlrecht nutzen

Das 100-Jahr-Jubiläum nahmen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landtagspräsident Viktor Sigl auch zum Anlass, aufzurufen, bei den kommenden EU-Wahlen ihr Kreuzerl zu machen. „Demokratie lebt von der aktiven Beteiligung. Die Teilnahme ist eine zentrale Voraussetzung, um von unseren demokratischen Rechten Gebrauch zu machen. Vor allem, weil wir im Gegensatz zu vielen anderen Ländern das Glück haben, dass uns die Möglichkeit dazu gegeben wird. Am 26. Mai sind wir aufgerufen, über die künftige Zusammensetzung des Europäischen Parlaments abzustimmen. Nutzen wir die Chance, die Zukunft Europas mitzubestimmen. Es geht um ein gemeinsames Europa und eine gute Zukunft“, so Stelzer.


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