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CERN, UNO und Nationalfeiertagsempfang - Landeshauptmann Stelzer besuchte die Schweiz

David Ramaseder, 29.10.2019 17:01

ZÜRICH/BERN/GENF. Oberösterreich gestaltete den Nationalfeiertagsempfang der Schweizer Botschaft mit. Die Anwesenheit im Nachbarland nutzte Landeshauptmann Thomas Stelzer für interessante Gespräche mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Es gelang ihm dabei, wichtige Bezugspunkte zwischen der Schweiz und Oberösterreich zu intensivieren.

  1 / 8   Der traditionell Nationalfeiertagsempfang mit der österreichischen Botschafterin Ursula Plassnik und Landeshauptmann Thomas Stelzer Beim Rundgang der Fabrikation in Baden Foto: Max Mayrhofer

Seit vergangenem Jahr gehört das Innvierteler Technologieunternehmen B&R (Bernecker und Rainer) mit Sitz in Eggelsberg zur ABB (Asea Brown Boveri) Gruppe. Landeshauptmann Thomas Stelzer nutzte die Gelegenheit, sich in der Konzernzentrale in Oerlikon, einem Vorort von Zürich, einen persönlichen Eindruck vom wichtigen Technologieunternehmen zu machen. Der Standort in Oberösterreich soll zu einem globalen Hotspot der Maschinen- und Fabrikautomation ausgebaut werden. ABB investiert 100 Millionen in den Innovations- und Bildungscampus in Eggelsberg. „Bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze werden maßgeblich zu einer erfolgreichen Zukunft für die oberösterreichische Wirtschaft beitragen – der geplante Automation Campus bei B&R in Eggelsberg ist ein klares Bekenntnis zum Standort Oberösterreich“, so der Landeshauptmann. 

Die Hoch- und Tiefbauarbeiten werden bis Jänner des kommenden Jahres abgeschlossen sein, die Fertigstellung des 35.000 Quadratmeter großen Campus soll spätestens Anfang 2021 erfolgen. B&R fertigt in Eggelsberg zu 100 Prozent Elektronik für den Weltmarkt, mit einer Exportquote von über 90 Prozent. Neben modernsten Präsentations- und Besprechungsräumen wird auf dem internationalen Forschungscampus auch eine Akademie zur Aus- und Weiterbildung im Bereich Automation entstehen und so Oberösterreich im Zeitalter der Digitalisierung auf längere Sicht zukunftsfit machen. 

Nationalfeiertagsempfang in Bern

Nach einer Führung durch das Bundeshaus in Bern nahm die Delegation aus Oberösterreich am Nationalfeiertagsempfang der österreichischen Botschaft in der Schweiz teil. Musikalisch empfangen durch ein Saxophonquartett der Anton Bruckner Privatuniversität wurde unser Bundesland auch kulinarisch repräsentiert. Knödelvariationen von Werner Dilly aus Windischgarsten, Leberkäse von Gourmetfein und Linzertorte luden ebenso zum gemütlichen Beisammensein wie zahlreiche Bierspezialitäten. 

Botschafterin Ursula Plassnik strich in ihrer Rede nicht nur die Geschichte Oberösterreichs hervor, sondern sah auch starke Parallelen als Industrie- und Forschungsstandort, sprach von einem „Vorzeige-Bundesland, das in seiner Bescheidenheit seelenverwandt mit der Schweiz ist“. Landeshauptmann Thomas Stelzer bedankte sich, als Mitgastgeber auftreten zu dürfen und gedachte der „immerwährende Neutralität nach Schweizer Vorbild“. Aber auch beim Föderalismus des Nachbarlandes könne man etwas mitnehmen. „Etwas mehr finanzielle Eigenständigkeit würde Oberösterreich auch gut tun“, so Stelzer mit einem Augenzwinkern, betonte aber sogleich, natürlich an einem Ausgleich interessiert zu sein. 

Rund 300 Gäste, viele davon aus Oberösterreich ließen sich den zwei Tage vorverlegten Empfang nicht entgehen. Auch zwölf von 19 Auslandsösterreicher-Vereine in der Schweiz waren vertreten. 

Hagenberg als Vorbild für Medizinzentrum

Die Siteminsel in Bern ist ein Ende August eröffnetes nationales Kompetenzzentrum für Forschung, Entwicklung und Unternehmertum. Nach Vorbild Hagenbergs werden dabei vor allem auch Start Ups gefördert. Die Infrastruktur, wie etwas ein chirurgisches Trainingszentrum mit Simulatoren und ein 7 Tesla MRT (Magnetresonanztomograph), davon gibt weltweit nur fünf Exemplare, wird dabei untereinander allen zur Verfügung gestellt. Nach anfänglichen Zuwendungen der Politik soll sich das Zentrum für translationale Medizin 2025 selbst finanzieren. „Der Medizinbereich ist mit der Universität in Linz jetzt natürlich auch für Oberösterreich enorm wichtig“, so Stelzer.

CERN als Boost für JKU

Auch ein Besuch am internationalen Teilchenbeschleuniger in Genf, bei dem Österreich seit 1959 Mitglied ist, und aktuell 119 Landsleute tätig sind, wurde für wichtige zukünftige Kooperationen genützt. Nach Gesprächen mit der neuen Vizerektorin der Johannes Kepler Universität (JKU), Alberta Bonanni, soll die Anzahl der Linzer Doktoranden an der renommierten Forschungsstätte erhöht werden. „Obwohl derzeit zwei Studenten der JKU am Cern forschen, war die Anzahl in der Vergangenheit nicht sehr hoch. Das soll sich in Zukunft ändern, die ersten Gespräche dazu wurden schon geführt“, ist der Landeshauptmann zuversichtlich. 

Den Abschluss der dreitägigen Reise bildete ein gemeinsames Mittagessen mit den bei den Vereinten Nationen in Genf tätigen Österreichern und eine Führung durch die geschichtsträchtigen Gebäude der Uno. 

  


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