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LINZ. Die Folgen des wirtschaftlichen Einbruchs durch die Corona-Krise schlagen sich auch auf das persönliche Geldbörsel nieder. Der gemeinnützige Österreichische Verband Financial Planners legt Verbrauchern vier Tipps im Umgang mit dem privaten Vermögen nahe.

Symbolbild (Foto: Supertrooper/Shutterstock.com)
Symbolbild (Foto: Supertrooper/Shutterstock.com)

Viele stellen sich aktuell die Frage, wie man die eigenen Finanzen für die herausfordernde Zeit rüsten kann. Ein generelles Patentrezept zur Bewältigung der wirtschaftlichen Konsequenzen gibt es dem Verband Financial Planners zufolge zwar nicht, aber dennoch seien Verbraucher gut beraten, sich an bestimmten Grundlagen der privaten Finanzplanung zu orientieren.

Rudolf Eder, Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Verbandes Financial Planners und hauptberuflich Leiter Financial Planning und Vermögensmanagement bei der Privat Bank der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, fasst in vier Schritten zusammen, wie Konsumenten ihre persönlichen Finanzen sicher durch die Turbulenzen navigieren.

Ist-Situation erheben

Unabhängig davon, ob man sich derzeit in wirtschaftlicher Sicherheit wiegt oder nicht, empfiehlt es sich, die aktuelle Situation zum Anlass zu nehmen, um einen Check zu machen. „Gerade in Krisen-Zeiten zeigt sich nämlich, wie es um die persönlichen Finanzen wirklich bestellt ist. Da aus heutiger Sicht weder das Ausmaß noch die Dauer der Krise absehbar sind, sollte zuallererst die persönliche Liquiditätssituation erhoben werden“, so Eder. Der Experte empfiehlt, sich folgende Fragen zu stellen und in einer Liste festzuhalten: Welchen Einfluss hat die Krise auf mein Einkommen? Mit welchen Zahlungseingängen kann gerechnet werden und welche fallen wahrscheinlich aus? Welche Ausgaben lassen sich kurzfristig reduzieren oder verschieben? Wie hoch sind die finanziellen Reserven?

In Szenarien denken

Im zweiten Schritt sollten - auf Basis der Antworten aus dem ersten Teil - unterschiedliche Szenarien und deren Folgen erstellt werden. Den Ausgangspunkt bildet das Worst-Case-Szenario: Wie lange reichen die Geld-Reserven, wenn die Einnahmen ab sofort gänzlich wegfallen, die Ausgaben aber normal weiterlaufen? „Speziell für alle, deren Existenzgrundlage über Nacht weggebrochen ist, bedarf es einer raschen Lösung. Deshalb ist es ratsam, kurzfristig zu planen und Berechnungen laufend dem neuesten Informationsstand anzupassen“, so Eder.

Neue Finanzierungsquellen erschließen

Wenn die Liquiditätssituation klar ist und der eigene Bedarf in etwa eingeschätzt werden kann, geht es im nächsten Schritt darum, neue externe Quellen zu erschließen. Dazu würden neben Bank-Finanzierungen oder Stundungen auch Unterstützung aus den Hilfspaketen des Bundes gehören.

Anlagechancen schrittweise nutzen

Sollte die Corona-Krise keine negativen Auswirkungen auf die persönliche Einkommens- und Liquiditätssituation haben, so bietet sie auch Chancen für risikobewusste Wertpapieranleger. Alle wesentlichen Aktienindizes sind in den letzten Wochen gefallen. Analysten gehen von einer Markterholung in den nächsten Monate aus. „Viele Aktien gibt es aktuell zum Schnäppchenpreis. Jetzt einzusteigen ist allerdings nur dann empfehlenswert, wenn ausreichend Liquiditätsreserven bestehen, sodass eine langfristige Anlagestrategie über einen Horizont von mindestens fünf Jahren verfolgt werden kann. In diesem Fall sollte man schrittweise vorgehen, und nur jenes Kapital einsetzen, das man auch für längere Zeit entbehren kann“, so Eder.


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