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LINZ/OÖ. Am Tag der Pflege, dem 12. Mai, fordert SPOÖ-Vorsitzende Birgit Gerstorfer einmal mehr eine attraktivere und faire Enlohnung für die Beschäftigten im Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich ein. 

Birgit Gerstorfer (li.) stellte ein neues Pflege-Forderungspaket vor. Rechts am Bild: Cornelia Gebetsroither, Beschäftigte im Seniorenheim Lenzing. Foto: MecGreenie

Die Corona-Epidemie zeigt uns seit März jeden Tag, wie wichtig ein gut funktionierendes Pflege- und Gesundheitssystem ist und wer tatsächlich die Systemerhalter im Land sind. Dazu gehören auch die mehr als 30.000 Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich.

„Dank und Anerkennung alleine reichen nicht aus“

„Sie waren es, die weiterhin täglich zur Arbeit gegangen sind und sich um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen gekümmert haben. Dafür gab es zurecht Dank und Anerkennung.  Doch das alleine reicht nicht aus. Klatschen sorgt für kein Plus auf dem Lohnzettel und verbessert  auch nicht die Arbeitsbedingungen. Jetzt ist eine Debatte über den gesellschaftlichen Stellenwert und finanziellen Wert der Arbeit angebracht“, so Gerstorfer.

Es sei weder fair noch wertschätzend, den Heldinnen der Pandemie Danke zu sagen und anschließend deren Arbeitsbedingungen beim gewohnten Alten zu belassen: „Das Land Oberösterreich und der Bund sind gefordert, die Gesundheits- und Sozialberufe attraktiver zu machen und fair zu entlohnen“, fordert die SPOÖ-Vorsitzende und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Personal arbeitet am Limit

„Unser Beruf ist einer der schönsten Berufe. Ich darf dazu beitragen, dass ältere Menschen in Würde diesen Lebensabschnitt verbringen - unter den gegebenen Rahmenbedingungen. Aber wir brauchen dringend Unterstützung und Entlastung“, sagt Cornelia Gebetsroither, die seit mehr als 20 Jahren im Seniorenheim Lenzing in der Altenbetreuung arbeitet.

Neues Finanzierungssystem gefordert

Eine  bessere  Entlohnung  der  Pflegekräfte  werde laut Gerstorfer  nur  mit  einem  neuen  Finanzierungssystem  zu lösen sein.

„In Oberösterreich müssen 18 Bezirke die Pflege selbst organisieren und über die einzelnen Gemeinden via Umlage auch finanzieren. Das ist nicht fair. Niemand kann die steigenden Pflegekosten einfach so aus dem Budget stemmen - gerade in Zeiten von Covid-19. Die Gemeinden brauchen jetzt dringend Luft zum Atmen, anstatt durch immer höhere Abgaben das Landesbudget zu sanieren. Werden die Gemeinden weiterhin alleine gelassen, wird die Finanzierung kollabieren oder die Pflegequalität spürbar sinken. Sieht man sich die Entstehungsgeschichte der Sozialhilfeverbände an, weist ein Rückblick auf die Geschichte den Weg in die Zukunft: Niemand würde heute noch fordern, den Gemeinden die Verantwortung für Krankenhäuser in die Schuhe zu schieben.“

Kollektivvertrag geht in die „richtige Richtung“

Der kürzlich abgeschlossene Kollektivvertrag in der Sozialwirtschaft, der der zum Beispiel auch eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden vorsieht, weist in die richtige Richtung. Dieser gilt für 125.000 Beschäftigte im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich und bedeutet für die vielen Teilzeitbeschäftigten eine zusätzliche Gehaltserhöhung bis zu 2,7 Prozent.

„Im Sinne der Gesundheit und Erholung der Pflegekräfte, soll eine sechste Urlaubswoche als „Gesundheitswoche“ ab dem 40. Lebensjahr eingeführt werden oder nach mehr als 15 Dienstjahren“, so Gerstorfer abschließend.


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