250 Millionen Euro für Bundesschulbau in Oberösterreich
OÖ/WIEN. In den nächsten zehn Jahren will der Bund 2,42 Milliarden Euro in Bundesschulen investieren. Das neue Schulentwicklungsprogramm wurde präsentiert. In Oberösterreich beläuft sich die Investitionssumme auf 250 Millionen Euro. Knapp 60 Projekte in Oberösterreich stehen auf der Liste - die meisten im Bundesländervergleich. Neben Sanierungen und Erweiterungen sollen in Oberösterreich fünf neue Schulstandorte entstehen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler und Bildungsminister Heinz Faßmann haben das Vorhaben am Mittwoch, 13. Mai, präsentiert. Das 2,42 Milliarden Euro schwere Schulentwicklungsprogramm des Bundes - kurz „Schep“ - beinhaltet für die kommenden zehn Jahre 2070 Bauprojekte in ganz Österreich, 60 davon in Oberösterreich. Bundesschulen (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen) sollen dabei neu gebaut, umgebaut, erweitert oder saniert werden. Damit will die Regierung auch die Bauwirtschaft ankurbeln - dafür könnten Bauprojekte auch vorgezogen werden. In „Schep“ enthalten seien aber auch finanzielle Mittel für die Digitalisierung der Bundesschulen.
250 Millionen Euro fließen nach Oberösterreich
Bei der Einreichung der Projekte in Oberösterreich seien drei Schwerpunkte berücksichtigt worden: „Ganztägige Schulformen im AHS-Unterstufenbereich“, „Nachhaltigkeit und Energieeffizienz“ und „Digitalisierung“. „Diese Schwerpunkte und Projekte wurden angenommen. Es freut uns sehr, dass alle gewünschten Vorhaben vom Ministerium genehmigt wurden. Oberösterreich kann so 250 Millionen Euro in den Bundesschulbau investieren. So garantieren wir eine moderne Umgebung für die Schüler im Bildungsland OÖ“, so LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Bildungsdirektor Alfred Klampfer.
Fünf neue Schulstandorte in OÖ
Mit der Bestätigung des Bundes werde mit den ersten Umsetzungen umgehend gestartet. Neben Erweiterungen und Sanierungen ist in den kommenden zehn Jahren auch der Bau von fünf neuen Schulstandorten in OÖ geplant. Bei dem neuen Schulbauprogramm fließt auch die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung mit ein. Kalkuliert sind laut Haberlander zwei Gymnasien, ein BORG, eine HTL sowie ein privates ORG. Wo die Standorte genau gebaut werden sollen, wird erst fixiert werden. Dafür wird eine Projektgruppe in der Bildungsdirektion installiert, die sich mit Schülerstromanalysen und weiteren Planungsdetails auseinandersetzen wird.
Schule 4.0, Gebäudesanierung
Ein großes Thema in OÖ sei Schule 4.0. „Eine moderne Infrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz digital unterstützter Lern- und Lehrformen. Gerade in den letzten Wochen haben wir gut beobachten können, welch große Vorteile die Digitalisierung mit sich bringt. Wir wollen die Schulen in den kommenden Jahren noch besser ausstatten, daher werden hier 22,5 Millionen Euro investiert“, so Haberlander.
Auch ist die Energieeffizienz der Schulgebäude großes Thema: „Bei vielen Schulstandorten muss die Fassade saniert werden. Die Wärmedämmung ist ein großes Thema, das in den kommenden Jahren auf den neuesten Stand gebracht wird. Mit all den anderen Projekten, die wir hier an den Schulen umsetzen wollen, summiert sich das Investitionsvolumen auf 52 Millionen Euro“, erklärt Haberlander.
Zusätzlich sind in Oberösterreich im laufenden Pflichtschulbau- und Finanzierungsprogramm 162 Schulbauvorhaben mit Investitionsvolumen von etwa 473,2 Millionen Euro geplant. Dafür seien Förderungsmittel von rund 162,9 Millionen Euro bis 2028 fixiert.
Forderung: Auch bei Pflichtschulen Nachhaltigkeit berücksichtigen
Der Grüne Klubobmann Gottfried Hirz nimmt das präsentierte Schep zum Anlass, das Land OÖ auch bei der Sanierung von Pflichtschulen auf klimagerechte Gebäudestandards setzt. „Bei älteren Schulgebäuden bieten sich unter anderem beispielsweise Fassadenbegrünungen und -verschattung an. Bei der Planung neuer Schulen gibt es ohnehin eine Vielzahl an bautechnischen Möglichkeiten, um ökologischen Qualitätskriterien gerecht zu werden“, so Hirz.


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