Tourismus in Oberösterreich: "Jetzt geht es darum, Urlaubsfreude zu wecken"
OÖ. Mit Freitag, 29. Mai dürfen die Hotels und Freizeitbetriebe wieder aufsperren. Tourismus-Landesrat Markus Achleitner hat vorab eine repräsentative Studie erstellen lassen, um herauszufinden, wie die Oberösterreicher aktuell zum Thema Urlaub in Oberösterreich eingestellt sind, ob sie ihren Urlaub im eigenen Bundesland verbringen und auch um klarzumachen: „In Oberösterreich kann man guten Gewissens Urlaub machen“.

In Zeiten von Corona habe Oberösterreich im Vergleich zu anderen Bundesländern eine gute Ausgangslage, weil schon in der Vergangenheit mehr als die Hälfte der Gäste aus dem Inland gekommen ist, so Achleitner. „Im letzten Jahr sind 52 Prozent der Sommergäste aus Österreich gekommen. Um diese Gäste bemühen wir uns heuer besonders, ebenso um jene aus Deutschland.“ So wurde die aktuelle Tourismus-Kampagne auch auf Deutschland ausgeweitet. Mit 24 Prozent sind die Gäste aus Deutschland die zweitgrößte Gästegruppe in Oberösterreich. Mit den geplanten Grenzöffnungen zu Deutschland am 15. Juni habe Oberösterreich eine zusätzliche Perspektive, so Achleitner.
Zehn Prozent der Gesamtwertschöpfung in Oberösterreich kommen aus dem Tourismus, 6,5 Milliarden Euro – das sei für ein Industrie-Bundesland ein großer Teil.
Umfrage: Viele noch abwartend
Im Auftrag von Achleitner führte IMAS eine für Oberösterreich repräsentative Umfrage unter 407 Personen durch, im Erhebungszeitrum von 4. bis 15. Mai. IMAS-Chef Paul Eiselsberg betont, dass die Ergebnisse sehr beweglich seien, da im Erhebungszeitraum die Lockerungen in Gastro wie Tourismus noch nicht bekannt gewesen seien. „Die Ergebnisse sind eine Momentaufnahme, die nächsten zwei bis drei Wochen werden im Tourismus entscheidend sein“, so Eiselsberg.
Die Ergebnisse zeigen, dass 42 Prozent der Oberösterreicher schon ziemlich fix einen Sommerurlaub geplant haben, weitere 43 Prozent waren zu diesem Zeitpunkt noch zurückhaltend. Diese zweite Gruppe befinde sich in „Warteraum“-Position – und das sei das große Potenzial für den Tourismus in Oberösterreich. Entscheidend sei auch das Verhalten der Schlüsselgruppe 60plus.
Oberösterreich hoch im Kurs
Oberösterreich steht bei den Befragten als Urlaubsziel hoch im Kurs: Knapp die Hälfte die angab, 2020 einen Sommerurlaub machen zu wollen, geben an, sehr stark interessiert bis interessiert zu sein an einem Urlaub im eigenen Bundesland. Ein Drittel zeigt kaum bis gar kein Interesse daran.
58 Prozent wollen heimische Betriebe unterstützen
Bei den Gründen, warum man Urlaub in Oberösterreich machen möchte, stehen ganz oben die interessanten Landschaften (74 Prozent), die Anreise mit den eigenen PKW (70 Prozent) und das gute Gesundheitssystem (67 Prozent).
Besonders hervorzuheben ist, dass 58 Prozent die Unterstützung heimischer Hotels, Pensionen und Betriebe als Motiv nennen. Das sei ein neuer, wesentlicher Aspekt: „Das ist eine der Hauptlehren der Krise – Zusammenhalten, ein schönes Zeichen“, so Achleitner, der auch betont, dass damit nicht nur die Tourismusbetriebe, sondern auch die vielen Zulieferbetriebe und Dienstleister unterstützt würden.
„Urlaub in Oberösterreich kann man guten Gewissens machen“
Das Ergebnis der Umfrage zeige: Das Potenzial für den heimischen Tourismus sei da, so Achleitner und Eiselsberg. „Es gibt keinen Grund, nicht in Urlaub zu fahren, dass kann man mit gutem Gewissen machen. Jetzt geht es darum, Urlaubsfreude zu wecken. Wir müssen jetzt wieder lernen zu leben wie auch normalerweise, mit ein paar wenigen Regeln. Ich glaube auch, dass jetzt ein Ruck durch die Bevölkerung geht, weil man sich sicher sein kann, dass ein Urlaub in Oberösterreich sicher ist“, so Achleitner.
Zugutekomme Oberösterreich auch der Trend schon vor Corona hin zum Outdoor-Freizeitvergnügen - „das ist ein Turbo für den Tourismus“.


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