44.500 Arbeitssuchende in OÖ - Zahl der Beschäftigten steigt

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Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 04.08.2020 18:14 Uhr

OÖ. Insgesamt ist die Arbeitslosenquote im Juli um 0,2 Prozent gesunken, die Zahl der Beschäftigten gestiegen. Sie lag bei 679.000 Personen und damit noch um 1,5 Prozent unter dem Wert vom Vorjahr.

Oberösterreichweit lag die Arbeitslosenquote im Juli bei rund 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 1,8 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosenquote damit jedoch um 0,2 Prozent gesunken (Juni: 6,4 Prozent). „Oberösterreich liegt damit im Bereich der Arbeitslosigkeit im Bundesländervergleich an dritter Stelle“, stellen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten fest. “Der leicht positive Trend zeigt sich durch alle Branchen. Der weiteren Entwicklung im Herbst und im Winter blicken wir aber mit Bedenken entgegen“, so Iris Schmidt, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS OÖ. 

Arbeitslosenquote bei Frauen höher

Im Juli lag dabei die Arbeitslosenquote bei Männern bei 5,7 Prozent, jene von Frauen bei 6,7 Prozent - also ein ganzes Prozent höher. Im Juni betrug die Differenz noch 0,8 Prozent (Männer: 6 Prozent; Frauen: 6,8 Prozent). In absoluten Zahlen gab es im Juli 22.642 arbeitslos gemeldete Männer und 21.857 arbeitslos gemeldete Frauen. „Oberösterreich verzeichnet mit 5,8 Prozent bei der Jugendarbeitslosenquote die zweitniedrigste und mit 6,7 Prozent bei der Arbeitslosenquote der über 50-Jährigen die drittniedrigste Arbeitslosigkeit im Bundesländervergleich“, so Stelzer und Achleitner. Waren in den Vormonaten noch Junge am stärksten von der Steigerung der Arbeitslosigkeit betroffen ist dies nun nicht mehr der Fall.

Am stärksten ist der Zuwachs an arbeitslos gemeldeten Personen in der Branche „Beherbergung und Gastronomie“ mit einem Plus von 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Starker Anstieg bei Lehrstellensuchenden

Insgesamt standen im Juli in OÖ 44.499 Menschen die Arbeit suchten 17.160 mit Ende Juli sofort verfügbare offene Stellen gegenüber. Das sind 24,7 Prozent weniger offene Stellen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 9.646 Personen sind im Juli 2020 arbeitslos geworden, 11.003 Personen haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 6.919 offenen Stellen sind hinzugekommen. Ende Juli gab es insgesamt um rund 13.000 unselbstständig Beschäftigte mehr als im Juni dieses Jahres, jedoch weiterhin um 10.480 Beschäftigte weniger als im Vorjahresmonat. 1.212 sofort verfügbare Lehrstellen und somit um 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr waren im Juli 2020 verfügbar. Dem stehen jedoch um 84,7 Prozent mehr Lehrstellensuchende als noch im Juli 2019 gegenüber (Juli 2020: 1.567; Juli 2019: 849).

91.607 Personen waren in Kurzarbeit.

ÖVP: Qualifizierung als Gebot der Stunde

„Der Kampf um jeden Arbeitsplatz bleibt weiterhin eine vordringliche Aufgabe für die Landespolitik in Oberösterreich. Mit der Verlängerung des Corona-Kurzarbeitsmodells und der Corona-Arbeitsstiftung bekommen sowohl die oberösterreichischen Unternehmen als auch die Arbeitnehmer Perspektiven über den September hinaus“, unterstreichen Landeshauptmann Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Achleitner (beide ÖVP). „Die in der Vorwoche präsentierten Verlängerung der Kurzarbeit und die Corona-Arbeitsstiftung stärken die oberösterreichischen Anstrengungen, die Menschen in Arbeit zu halten oder rasch wieder in Arbeit zu bringen, zusätzlich.“ Qualifizierung sei das Gebot der Stunde. “Deshalb setzen wir mit dem OÖ. Arbeitsmarktpaket in Höhe von sieben Millionen Euro unter anderem finanzielle Unterstützungen für Qualifizierungsmaßnahmen bei verschiedenen Stiftungsmodellen oder auch für Arbeitsplatznahe Qualifizierungen (Aqua).„

SPÖ fordert spezielles Paket für Junge und Frauen

„Dass die Möglichkeit der Kurzarbeit verlängert wurde, ist ein wichtiger Schritt und bewahrt noch mehr Menschen davor, in die Arbeitslosigkeit abzugleiten. Wir dürfen aber nicht übersehen, dass gerade bei der Jugend- und Frauenarbeitslosigkeit noch stärker gegengesteuert werden muss“, betont SPÖ-Vorsitzende Birgit Gerstorfer und verweist auf das Plus von 84 Prozent bei Lehrstellensuchenden. „Auf diese Bevölkerungsgruppen muss ganz besonders geachtet werden. Sonst riskieren wir, dass Frauen und junge Menschen aufgrund langer Arbeitslosigkeit nur noch sehr schwer ins Erwerbsleben finden und dadurch immer weniger an der Gesellschaft teilhaben können.“ Sie fordert ein erhöhtes Arbeitslosengeld und ein spezifisches Pakete zur Bekämpfung der Jugend- wie der Frauenarbeitslosigkeit, fordert Gerstorfer. „Dazu gehören neben der Aufstockung der Mittel für die überbetriebliche Lehre und die Einrichtung eines Corona-Notausbildungsfonds die 4-Tage Woche und ein verlässliches und flächendeckendes Kinderbetreuungsangebot. Es kann nicht sein, dass die jungen Generationen und die Frauen die ständigen Verlierer dieser Krise sind und dabei von Bund und Land ignoriert werden.“

 Grüne: Eingehen auf regionale Bedürfnisse notwendig

„Wir machen den nächsten Schritt einer leichten Erholung am Arbeitsmarkt. Aber das Gelände bleibt steil und durchatmen ist verfrüht. Vor allem die jungen Menschen kämpfen weiter mit den Folgen der Corona-Krise. Das zeigen sowohl die weiter enorm hohe und immer länger dauernde Jugendarbeitslosigkeit als auch die vielen Lehrstellensuchenden. Um das zu ändern müssen wir regional spezifische Angebote stärken und auch auf die Bedürfnisse der jungen Menschen eingehen“, kommentiert die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Ulrike Schwarz die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Um zielgerichtete und wirkungsvolle Schritte setzen zu können, müssten spezielle Faktoren und regionalen Gegebenheiten berücksichtigt werden. So gelte es einerseits Angebote natürlich auf die Bedürfnisse der Wirtschaft abzustimmen die regional sehr oft unterschiedlich seien. Andererseits gebe es klarerweise auch die beruflichen Wünsche und Bedürfnisse der jungen Menschen. „Diese beiden Ebenen gilt es auf einen Nenner zu bringen. Derzeit haben wir ein Auseinanderklaffen von offenen Lehrstellen und den Wünschen der Lehrstellensuchenden. Das müssen wir ändern vor allem durch verstärkte Beratungs- und Unterstützungsangebote in den Regionen für junge arbeitslose Menschen. Wir müssen ihnen vermitteln, welche speziellen Ausbildungen, Kenntnisse und Fertigkeiten in ihrer Region benötigt und nachgefragt werden“, betont Schwarz

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