Schlachthof-Areal: Kommission legt Vision für neuen Linzer Stadtteil vor

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 16.09.2020 16:37 Uhr

LINZ. Das Linzer Schlachthof-Areal zwischen Tabakfabrik und Richtung Hafenviertel hin bietet große Chancen für die Stadt Linz. Die Städtebauliche Kommission hat nun ihre Vision zur Entwicklung des Areals vorgelegt - sozusagen einen Masterplan für ein neues Stadtviertel.

„Ich finde, das ist bisher unser schönstes Kind, das aus der städtebaulichen Kommission heraus gekommen ist“, freut sich Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein. „Wir wollen dabei auch für die nächsten Generationen mitdenken.“ Es sei eine große Vision, wo man hin will, jetzt sei der erste Schritt gesetzt. Gemeinsam mit Kommissionsmitglied Andreas Kleboth vom Architekturbüro Kleboth und Dollnig hat Hein ein mögliches und von der Kommission empfohlenes mittel- bis langfristiges Entwicklungskonzept präsentiert.

Schlachthof überlegt Absiedelung

Konkreter Anlass für die weit in die Zukunft gedachten Vorschläge sind Überlegungen des Schlachthofes, abzusiedeln. Dazu kommen bereits geplante und in Bau befindliche Großprojekte wie die Neue Donaubrücke, die geplante Stadtbahn, der Neubau des Donaustadions und der XXXLutz-Neubau.

Allein das Schlachthof-Areal umfasst 36.000 Quadratmeter. Mit dem miteinbezogenen Areal liegt man bei rund 300.000 bis 500.000 Quadratmetern, westlich der Holzstraße bis zur Mühlkreisautobahn, von der Donaulände im Norden bis zur Paul-Hahn-Straße im Süden.

Geplante Stadtbahn als Hochbahn führen

Die geplante Stadtbahn wird von der Neuen Donaubrücke kommend genau durch dieses Gebiet führen – ähnlich wie bei der Landstraße soll dies eine zweite Hauptverkehrsachse werden, von der Donaulände bis zur Derfflingerstraße. Der Wunsch der Kommission: Die neue Stadtbahn soll durch dieses Gebiet so weit wie möglich in Hochlage geführt werden, um den Stadtraum durchlässig zu gestalten. Darunter würde ein attraktiver, vielfältig nutzbarer Raum bzw. ein grüner Linienpark entstehen, erläutert Kleboth, der an das Beispiel Seestadt Aspern denkt. „Eine Hochlage ist nicht viel teurer als eine normale Führung.“ Die Achse soll zudem autofrei bleiben.

Kleine, durchlässige Strukturen

Das Gebiet soll für Fußgänger und Radfahrer funktionieren – soll heißen: Man will keine langgezogenen Bauten ohne Durchgänge, die zu „Grenzen“ werden. Die Gebäude sollen kleinstrukturiert und dadurch durchlässig geplant werden.

Die entlang der Achse am Schlachthofareal entstehenden Gebäude sollen zudem in die Höhe gehen, um zu verdichten. „Aber nicht in Dimensionen eines Bruckner Towers, sondern vorstellbar sind so um die 60 Meter“, erläutert Kleboth die Vorschläge.

Fleischmarkthalle soll „Qualitäten“ entfalten

Als architektonisches Landmark in diesem neuen Stadtraum wird die denkmalgeschützte Fleischmarkthalle an der Holzstraße gesehen. Sie solle Freiraum bekommen, die Halle müsse ihre Qualitäten entfalten können, so Hein. Er kann sich etwa eine auch für den Tourismus attraktive Markthalle nach spanischem Vorbild vorstellen.

Stadtviertel soll Wohnen, Arbeit und Freizeit verbinden

Wichtig für die Kommission auch: Das neue Stadtviertel soll Wohnen, Arbeit und Freizeit verbinden, um einen hochattraktiven Stadtteil zu schaffen, bestens angebunden an Öffis und auch an den Individualverkehr. „Der verlängerte Arm der geplanten Stadtbahn reicht bis ins Umland, dazu kommen drei neue Buslinien und Regionalbusse“, so Hein.

„Niemand verdrängen“

Man wolle mit den Vorschlägen niemanden verdrängen. „Aber jeder, der hier Entwicklungen plant, soll sich Gedanken machen und muss wissen, dass hier gemeinsam entwickelt wird. Es gibt damit klare Signale, was die Stadt haben will und was mittel- und langfristig entstehen soll“, so Hein. Sowohl die Stadt, als auch zukünftige Investoren und derzeitige Grundeigentümer hätten damit auch Sicherheit, dass alle Planungen und Realisierungen Teil eins übergeordneten Gesamtkonzepts darstellen.

Daher auch die Empfehlung der Kommission, ein kooperatives Verfahren anzuwenden. Grundeigentümer, mögliche Entwickler und Bauherren sowie die Verantwortlichen der Stadtbahn müssen miteinbezogen werden.

Potocnik erfreut über Fortschritte

Froh zeigt sich Neos-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik über die Fortschritte in Sachen Neuplanungsgebiet Schlachthof-Areal. Er forderte schon länger, hier groß zu denken und hat zuletzt im Gemeinderat auch einen Antrag für ein kooperatives Verfahren gestellt.

Grüne fordern, Anrainer miteinzubeziehen

Die Linzer Grünen fordern, die Anrainer in das kooperative Verfahren unbedingt miteinzubeziehen. „Dass bei einer Entwicklung der Fläche ein kooperatives Verfahren angekündigt ist, begrüßen wir. Allerdings müssen dabei auch die AnrainerInnen eingebunden werden“, fordert Klubobmann Helge Langer. Es seien aber auch noch viele Fragen offen: „So liegt nach wie vor kein detailliertes Projekt für die Stadtbahn vor. Das bremst nicht nur den so dringend notwendigen Ausbau des öffentlichen Verkehrs ein, sondern macht auch konkrete Planungen für die Entwicklung des Areals schwierig“, so Langer.

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