Linzer leitete ein Projekt zur Bekämpfung von Sozialbetrug

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Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 24.11.2020 16:33 Uhr

OÖ. Versicherungsbetrug ist teuer für die Volkswirtschaft. 2015 wurde daher das Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz erlassen, um die Krankenversicherungsträger vor Missbrauch zu schützen. Das Prüfsystem, das nun angewandt wird, geht auf das Software Competence Center Hagenberg zurück. Projektleiter war der Linzer Johannes Himmelbauer.

Intelligente Algorithmen können in großen Datenmengen rasch und verlässlich Muster sowie Auffälligkeiten erkennen. Das kann auch erfolgreich zur Bekämpfung von Sozialbetrug genutzt werden, zeigt ein Projekt des Software Competence Center Hagenberg (SCCH) mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Konkret wurde gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum RAD (Risiko- und Auffälligkeitsanalyse im Dienstgeberbereich) und der ÖGK eine automatisierte Vorschlagshilfe für Verdachtsfälle entwickelt, die bereits österreichweit zur Anwendung kommt.

„Unsere Aufgabe war es, Verdachtsfälle auf Dienstgeberseite automatisiert zu erkennen. Mit einer Kombination aus unterschiedlichen Methoden lassen sich basierend auf den Erfahrungen von RAD aus den vorliegenden Daten Auffälligkeiten bestimmen. Das Ergebnis ist eine monatliche Reihung jener Unternehmen, deren Werte auffällig sind. Die Entscheidungsgewalt bleibt bei den Experten“, führt der Linzer Projektleiter Johannes Himmelbauer aus. Er ist Experte für Datenwissenschaft am SCCH.

Unterschiedliche regionale Gegebenheiten

Bisher waren die Experten von RAD beim Aufspüren möglicher Verdachtsfälle mit einer Vielzahl an Datenquellen, aber auch mit unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten und vielfältigen Unternehmen sowie Versicherten konfrontiert. Hinzu kommen verschiedene Arten von Betrug. Vor der Einführung des Projekts von SCCH wurden Analysen verwendet, die sich auf bestimmte Szenarien wie einzelne Wirtschaftsbranchen oder spezielle Betrugsmuster konzentrierten. Diese Szenarien und Zeitreihedaten waren Grundlage für das Modell, das rasch und automatisch einzelne Branchen und Firmen vergleicht.

„Die Reihung der Unternehmen unterstützt unsere Experten und Expertinnen bei der gezielten Auswahl relevanter Verdachtsfälle. Der Vorteil sind punktgenaue und zeitnahe Eingriffe, um die wenigen schwarzen Schafe aufzuspüren. Je höher der Wert eines Dienstgebers in einer der Listen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen Missbrauchsfall aufzudecken“, zeigt sich Gerhard Mayr, Fachbereichsleiter Versicherungsservice der ÖGK, mit der Zusammenarbeit zufrieden.

Das Projekt wurde laufend erweitert und 2018 von Oberösterreich auf ganz Österreich erweitert. Dazu wurde das bestehende Modell ergänzt und mit den spezifischen Daten der Bundesländer trainiert, um die regionalen Unterschiedlichkeit abzubilden.

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