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OÖ/LINZ. Um der schwierigen Situation am Arbeitsmarkt entgegenzuwirken, hat das Land OÖ gemeinsam mit Partnern den „OÖ. Pakt für Arbeit & Qualifizierung 2021“ unterzeichnet. Dieses Paket umfasst Arbeitsmarkt-Initiativen für OÖ in Höhe von 342 Millionen Euro, das „historisch größte Paket“, so Landeshauptmann Stelzer und Landesrat Achleitner.

Der OÖ. "Pakt für Arbeit & Qualifizierung" wurde unterzeichnet. (Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer)
  1 / 2   Der OÖ. "Pakt für Arbeit & Qualifizierung" wurde unterzeichnet. (Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer)

Von den Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sollen insgesamt rund 102.000 Menschen in Oberösterreich profitieren – insbesondere in den Zielgruppen Jugendliche, Frauen, Ältere, Menschen mit Integrationshintergrund und Menschen mit Beeinträchtigungen.

„Schwierige Zeiten erfordern auch besondere Anstrengungen: Daher wird der heurige 'Pakt für Arbeit & Qualifizierung' für Oberösterreich mit fast 100 Millionen Euro mehr Budget als im Vorjahr auch die bisher höchste Fördersumme aufweisen“, betonen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, beider ÖVP.

Gemeinsame Anstrengungen

Unterstützt wird das Paket von Partnern aus allen Bereichen: Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander, Landesrätin Birgit Gerstorfer, Landesrat Stefan Kaineder, AMS-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer und Sozialministerium-Landesstellenleiterin Brigitte Deu sowie Wirtschaftskammer-OÖ-Präsidentin Doris Hummer, Arbeiterkammer-OÖ-Präsident Johann Kalliauer, Industriellenvereinigung-OÖ-Präsident Axel Greiner und ÖGB-Landessekretär Stefan Guggenberger.

„Oberösterreich hat zwar die niedrigste Arbeitslosigkeit aller Bundesländer, aber trotzdem gilt für uns mehr denn je: Jeder arbeitslose Mensch ist einer zu viel. Denn am Arbeitsmarkt geht es nicht um Statistiken, sondern um einzelne Schicksale. Daher investieren wir auch so viel wie noch nie zuvor. Dieser Pakt ist gemeinsam mit dem Oberösterreich-Plan, der 1,2 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen vorsieht, eine zentrale Maßnahme, um Oberösterreich wieder stark zu machen“, ist Stelzer überzeugt.

Ein zentraler Hebel, um Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen, sei die Qualifizierung, unterstreicht Achleitner. „Aus- und Weiterbildung erhöht nicht nur die Arbeitsplatzsicherheit, sondern auch die Chancen, einen Job zu finden. Daher gilt: 'Krisenzeit ist Qualifizierungszeit'“.

Fachkräfte für Betreuung und Pflege gewinnen

Auch LH-Stellvertreterin Haberlander (ÖVP) verweist auf dich Chancen durch Bildung und Qualifizierung, unabhängig vom Alter. Sozial-Landesrätin Gerstorfer (SPÖ) verweist darauf, dass das Sozialressort im diesjährigen Pakt die Schwerpunkte auf die Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte in der Altenbetreuung und Pflege legt.

Letztendlich müssten Fachkräfte ausgebildet werden, die in Oö dringend gesucht werden, so der grüne Landesrat Stefan Kaineder. „Der Schwerpunkt aus dem Klima- und Umweltressort zeigt mit den ReVital Shops und dem Techno Team Wels, dass in der klugen Kombination Umwelt und Wirtschaft enormes Potenzial liegt.“

AMS: Jetzt in Bildung investieren

„Netzwerke werden geknüpft, weil man gemeinsam stärker und effektiver ist als ein Einzelkämpfer. Der 'Pakt für Arbeit & Qualifizierung' bündelt seit Jahren die Aktivitäten auf dem oberösterreichischen Arbeitsmarkt. In der aktuellen Krise setzt das AMS OÖ die Rekordsumme von 199,2 Millionen Euro ein. Das Geld ist gut investiert, weil es vielen Menschen neue Perspektiven bietet – insbesondere jenen, die in Folge des Wirtschaftsabschwungs ihren Job verloren haben. Jetzt ist die beste Zeit, in Bildung zu investieren, denn qualifizierte Arbeitskräfte mit Ausbildungen auf dem letzten Stand sind immer gefragt“, so Gerhard Straßer, Landesgeschäftsführer AMS OÖ.

„Es ist unerlässlich, den geänderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen und die Erwerbsbeteiligung von Jugendlichen, sowie von Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sicherzustellen und zu fördern. Durch die erhöhten Fördermittel werden im Jahr 2021 über 21.000 Jugendliche bzw. Menschen mit Behinderung erreicht und damit der Einstieg ins bzw. der Verbleib im Arbeitsleben ermöglicht“, erläutert Sozialministerium-Landesstellenleiterin Brigitte Deu.

Fachkräftemangel trotz hoher Arbeitslosigkeit

Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Doris Hummer und Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung OÖ verweisen auf den Fachkräftemangel in OÖ trotz hoher Arbeitslosigkeit. „Um Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt besser zu koordinieren bzw. besonders betroffene Gruppen gezielt zu fördern, braucht es neue und zusätzliche arbeitsmarktpolitische Instrumente“, ist Hummer vom Pakt überzeugt. „Umschulungen und Neuqualifizierungen rücken damit in den Mittelpunkt und müssen in enger Abstimmung mit den Betrieben stattfinden. Arbeitsplatznahe Qualifizierungsprogramme und auch die Arbeitskräftemobilität müssen forciert werden“, so Greiner. „Es muss noch mehr getan werden, um Arbeitssuchende für eine Qualifizierung im technischen Bereich zu gewinnen und jenes Potenzial zu heben, das in der Gruppe von arbeitssuchenden Frauen liegt.“

Arbeitsstiftung für 1.000 Teilnehmer

Arbeiterkammer OÖ-Präsident Johann Kalliauer: „Aus Sicht der Arbeitnehmer ist vor allem die von den Sozialpartnern initiierte und mitfinanzierte Arbeitsstiftung ein Meilenstein. Damit haben wir in Oberösterreich ein neues Instrument geschaffen, das Menschen, die coronabedingt ihren Job verlieren, bei der beruflichen Neuorientierung unterstützt. Wir haben für 1.000 Teilnehmer vorgesorgt und rechnen mit regem Interesse. Für jene, die aufgrund einer Insolvenz ihren Arbeitsplatz verlieren, gibt es ein ähnliches Angebot. Handlungsbedarf sehen wir noch beim Kampf gegen die steigende Langzeitarbeitslosigkeit. Mit Jahresende waren 12.800 Menschen in Oberösterreich schon länger als ein Jahr auf Jobsuche. Für diese Menschen brauchen wir rasch zusätzliche geförderte Beschäftigungsmöglichkeiten im öffentlichen bzw. gemeinnützigen Bereich. Bund, Land und Gemeinden müssen dabei intensiv zusammenarbeiten.“

Zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit haben Land und Partner eine Taskforce gestartet.


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