Gelebte Biodiversität in Ebelsberg

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Eine Biodiversitätsfläche (Schutzfläche) am Betrieb Hamberger (Foto: Privat)
Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 14.04.2021 15:18 Uhr

LINZ. Um die Biodiversität, also die Vielfalt des Lebens, und das Klima zu schützen – und die Bauern als Teil der Lösung zu verankern – haben der Österreichische Bauernbund und die Landwirtschaftskammern ein „Biodiversitäts- und Klimaprogramm 2030“ erarbeitet. Inwiefern ein bäuerlicher Betrieb seinen Beitrag zur Erhaltung der Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt leisten kann, zeigt das Beispiel von Familie Hamberger in Ebelsberg.

Familie Hamberger bewirtschaftet einen gemischten land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, den „Hoflehner in Fischdorf“ in Linz Ebelsberg. Sie bauen auf den Ackerflächen neben Getreide, Sojabohne, Zuckerrüben, Körnermais und Ölkürbis auch Biodiversitätsflächen (Blühflächen) an. Diese sind Rückzugsgebiete für Nützlinge, Insekten, Amphibien, Wildtiere und am Boden brütende Vögel. „Leider werden diese Flächen häufig von Wanderern, Radfahrern und Hundebesitzern als Wege benutzt und gehen somit als Rückzugsgebiet für die oben angeführten Lebewesen teilweise wieder verloren“, erzählt Gerald Hamberger.

Auf den Ackerflächen selbst werden im Frühling von den Hambergers vor der Bodenbearbeitung Kiebitz-Nester gesucht. Diese werden markiert und bei der Bodenbearbeitung ausgespart, bis das Nest wieder verlassen ist. Rund ums Haus bauen Schwalben und Meisen ihre Nester. „Sogar im Briefkasten baut jedes Jahr eine Meisen-Familie ihr Nest“ erzählt Bettina Hamberger.

Im Wald werden die alten, knorrigen Kopfweidenbestände regelmäßig bewirtschaftet. Diese alten Weiden beheimaten bis zu ihrem Absterben jede Menge an Lebewesen in ihrem Holz. Jährlich werden 600 bis 1.000 Bäume neu gepflanzt, dabei wird auf einen stabilen Mischwald aus zehn verschiedenen Laubbaum-Arten geachtet. Auch die Aufforstung mit seltenen Baumarten wie Ulme, Weide oder Baumhasel ist der Familie Hamberger sehr wichtig. Geheizt wird bei den Hambergers natürlich mit Hackschnitzel aus dem eigenen Wald. Weiters erzeugen und verkaufen sie auch noch ofenfertiges Scheitholz für die Region. Den Strom, den sie verbrauchen, erzeugen sie Großteils mittels einer Photovoltaikanlage.

„Dieser bäuerliche Familienbetrieb zeigt, welchen wichtigen Beitrag die Land- und Forstwirtschaft zur Erhaltung der Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt leistet“, ist Bezirksbäuerin Michaela Sommer überzeugt.

„Biodiversität und Landwirtschaft geht nur Hand in Hand. Wir brauchen die Vielfalt der Natur und mit unserer nachhaltigen Bewirtschaftung erhalten wir diese Vielfalt auch für unsere Kinder und Enkelkinder. Wenn wir Lösungen und Zukunftswege in puncto biologischer Vielfalt oder Nutzung von Kulturlandschaften wollen, müssen wir mit den Bäuerinnen und Bauern reden“, betont Bauernbund-Bezirksobmann Johannes Gruber.

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