Linzer Bündnisse gehen am 4. Mai gegen Frauenmorde auf die Straße
LINZ. Bereits neun Frauen wurden in diesem Jahr österreichweit von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet. Als Zeichen des Protests werden am Dienstag, 4. Mai, zwei Kundgebungen in Linz durchgeführt. Die erste ist vom Bündnis 8. März um 16 Uhr auf dem Martin-Luther-Platz, die zweite eine halbe Stunde später auf dem Taubenmarkt vom Bündnis Do It Yourself: Frauentag Linz.

„Heuer wurden neun Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet. Es sind keine Familiendramen, keine Ehetragödien oder Eifersuchtsdramen. Es sind brutale Morde von Männern an Frauen aufgrund ihres Geschlechts“, hält das Bündnis 8. März fest. Dahinter stehen Organisationen wie das Frauenhaus Linz, maiz, das Frauenbüro der Arbeiterkammer OÖ sowie Parteien wie die SPÖ und ÖVP Frauen OÖ. Sie schließen sich nach dem Internationalen Frauentag am 8. März erneut zusammen, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Die Kundgebung wird am Dienstag, 4. Mai 2021, von 16 bis 17 Uhr auf dem Martin-Luther-Platz durchgeführt. Auf der Facebook-Veranstaltung wird angekündigt, dass die Bündnis-Mitglieder schwarze Kleidung tragen. Sie fordern ein Ende der Gewalt gegen Frauen, mehr Mittel und Absicherung für Frauen- und Gewaltschutzeinrichtungen, aber auch „tiefgreifende politische Handlungsschritte, in die Vertreter von Betroffenenorganisationen einbezogen sind“.
„Schädliche Rollenbilder“
Eine weitere Kundgebung veranstaltet das Bündnis Do It Yourself: Frauentag Linz ab 16.30 Uhr auf dem Linzer Taubenmarkt. Hier handelt es sich um eine Gruppe von Aktivisten, Einzelpersonen und Organisationen. „Die Welle der Femizide bleibt leider ungebrochen. Femizid bedeutet, Frauen werden nicht zufällig ermordet, sondern aufgrund struktureller Benachteiligung, schädlicher Rollenbilder und ihrer Schlechterstellung in der Gesellschaft. Der aktuelle Fall macht das besonders deutlich. Wieder handelte es sich (mutmaßlich) um einen Ex-Partner, mehrmals wegen Gewaltdelikten und Verstoßes gegen das Waffengesetz vorbestraft“, schreibt das Bündnis zu ihrer Facebook-Veranstaltung. Sie nehmen dabei auf den Frauenmord in Wien vergangenen Donnerstagabend Bezug. Deutlich werde, wie eng Frauenverachtung mit Gewalt verbunden sei. Daher müsse verstärkt an Einstellungen und Rollenbildern gearbeitet werden, beispielsweise in Form von Kampagnen gegen Sexismus am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Darüber hinaus brauche es mehr Mittel für Gewaltschutz und Täterarbeit sowie einen Feminismus von unten. Die Befreiung von Frauen sei in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem nicht möglich.
In Linz bietet wie berichtet das Familienzentrum Pichling in Kooperation mit dem Gewaltschutzzentrum OÖ opferschutzzentrierte Täterarbeit an.


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