Demenz-Stationen und Pflege-Paket im Sozialausschuss beraten

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Symbolfoto (Foto: Robert Kneschke/Shutterstock.com)
Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 06.05.2021 15:48 Uhr

OÖ. Die ÖVP fordert eine Demenz-Strategie für Oberösterreich und will im Rahmen dieser Demenz-Stationen in den Bezirken in Oberösterreich - Tips hat berichtet. Im Sozialausschuss des Landtags gab es dazu am Donnerstag grundsätzlich grünes Licht dafür. Außerdem legte Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer im Ausschuss einen Zwischenbericht zu umgesetzten Maßnahmen im Pflegebereich vor.

Prognosen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Demenzkranken in OÖ bis 2050 auf dann 48.000 mehr als verdoppeln wird. Die OÖVP fordert daher eine Demenz-Strategie und Demenz-Stationen in jedem Bezirk. „Mit der heutigen grundsätzlichen Festlegung im Sozialausschuss sind wir diesem Ziel wieder einen wesentlichen Schritt näher gekommen“, so OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer nach den heutigen Beratungen im Sozialausschuss. Damit sei nun als Zielformulierung für Oberösterreich festgelegt, dass es neben dem geplanten Demenz-Kompetenzzentrum im Ballungsraum „auch in jedem Bezirk dezentrale Strukturen“ braucht. Konkret lautet die Zielbestimmung nach dem heutigen Beschluss: „Je Bezirk zumindest eine Demenz-Betreuungsstation im Rahmen der bestehenden Alten- und Pflegeheime“.

Hattmannsdorfer fordert nun rasches Handeln: „In der heutigen Festlegung sehen wir ein klares Bekenntnis zu regionalen Demenz-Strukturen. Jetzt ist Landesrätin Birgit Gestorfer gefordert, ergänzend zu den dezentralen Beratungsangeboten ein entsprechendes Konzept für die stationäre Betreuung zu erarbeiten und vorzulegen.“ Ziel müsse es sein, wohnortnahe, dezentrale Einrichtungen für die Betreuung von schwer an Demenz erkrankten Menschen zu etablieren.

Gerstorfer: „Umfangreiches Maßnahmenpaket zur Pflege umgesetzt“

Ebenfalls im heutigen Sozialausschuss Thema waren Maßnahmen im Bereich der Altenbetreuung und Pflege. „Aufgrund der demographischen Entwicklung - hin zu einer immer älteren Gesellschaft - ist es notwendig, die Angebote in der Altenbetreuung und Pflege zu erweitern, aber auch zu individualisieren. Auf Basis meines Arbeitsprogrammes für gute Pflege konnte ich bereits wesentliche Maßnahmen und Projekte realisieren“, betont Gerstorfer anlässlich des vorgelegten Zwischen­berichts.

Schwerpunkte liegen demnach beim Ausbau der Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige sowie die Gewinnung von zusätzlichem Pflegepersonal. Darüber hinaus sollen Innovationen im Pflegebereich mit einem neuen Innovationstopf vorangetrieben und die Angebotslandschaft im Pflegebereich weiter individualisiert werden.

Unter den umgesetzten Maßnahmen finden sich das Fachkräftestipendium in der Pflege zur Sicherung des Lebensunterhaltes während der Pflegeausbildung, die Aufstockung der Ausbildungsplätze im Pflegebereich und neue Ausbildungsangebote wie der Lehrgang „Junge Pflege“, der erstmals seit Jänner 2021 verfügbare Zuschuss für einen Kurzzeitpflegeaufenthalt in einem Alten- und Pflegeheim, den Urlaubszuschuss für pflegende Angehörige sowie die Erweiterung des Beratungsangebotes durch das Pflegetelefon unter: 051/775775; Anschubfinanzierungen zur Unterstützung der Regionalen Träger Sozialer Hilfe beim Ausbau von Tagesbetreuungseinrichtungen in Oberösterreich, Bau erster Alternativer Wohnformen für Menschen mit Pflegestufe 1 bis 3, der Ausbau demenzspezifischer Angebote und die Ausrollung des Projektes „Integrierte Versorgung Demenz“ auf ganz Oberösterreich und auch die Finanzierung zusätzlicher Hilfskräfte für die Alten- und Pflegeheime in Zeiten der Pandemie.

Kritik an Pflegereform des Bundes

Kritik an der „groß angekündigten“ Pflegereform des Bundes gibt es von Gerstorfer aber auch, bisher sei das eine lose Sammlung von guten Ideen, insgesamt habe die Reform aber wenig Substanz. „Die wirklich dicken Bretter, wie die Finanzierung der Pflege, die zukünftige Verteilung der Aufgaben zwischen Bund, Ländern und Gemeinden oder aber auch eine gemeinsame Zielsteuerung wurden bisher völlig ausgeklammert. Diese Vorfragen müssen jedoch geklärt sein, damit man sinnvoll über Maßnahmen und Projekte diskutieren kann“, so die Sozial-Landesrätin.

 

 

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