Landeshauptmann zur Klimaneutralität: „Wir wollen keine Arbeitsplätze gefährden“

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(Foto: ©Land OÖ/Mayrhofer)
Alexandra Mittermayr Alexandra Mittermayr, Tips Redaktion, 22.06.2021 19:00 Uhr

OÖ. Die Klimaneutralität und somit jener Zustand, in dem menschliche Aktivitäten keine Auswirkungen auf das Klimasystem haben, steht im Fokus vieler Überlegungen. Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) verrät im Tips-Interview, welche Wege OÖ geht.

Tips: Ein Antrag der Grünen für einen Klimaschutzplan in OÖ zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2040 wurde im Landtag abgelehnt. Wie plant OÖ?

LH Thomas Stelzer: Wir sind ein industrieller Produktionsstandort mit einer gesicherten Beschäftigung. Wir wollen keine Arbeitsplätze gefährden und müssen daher Möglichkeit und Chance für die Umwandlung hin zu einer noch klimagerechteren Gestaltung geben.

Europa und Österreich haben sehr ehrgeizige Ziele definiert, die gelten. Wenn man klimabesser werden will, dann muss man das öffentlich unterstützen, weil andere Regionen der Erde machen das nicht. Wir haben nichts davon, wenn wir die Industrie, die den Löwenanteil der Arbeitsplätze bietet, mit zu ehrgeizigen und zu schnell gesetzten Zielen vertreiben.

OÖ sollte sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ich glaube, es wird nirgendwo auf der Welt mittlerweile so sauber, so modern Stahl produziert wie bei uns. Es könnte kein Stahlwerk mitten in der Landeshauptstadt stehen, wenn nicht schon längst den modernsten und besten Umweltvorschriften Genüge getan würde. Wenn man noch ehrgeizigere Ziele erreichen will, dann muss man die Chance geben, sich darauf einzustellen. Man wird eine Zeitlang noch Gas brauchen, es wird mehr Elektrizität brauchen. Das schafft man nicht über Nacht.

Tips: Sonnenstrom und Öffi-Offensive sind die großen Themen. Was bedeutet das für den Einzelnen?

Stelzer: Dass wir im Land sehr konkrete Schritte setzen. Wir sind, was Photovoltaik anlangt, in der Nutzung Spitzenreiter, und es sind im erneuerbaren Energiesektor Weltmarktführer in OÖ entstanden. Jeder Einzelne hat etwas davon, wenn wir die Klimaziele zu guten Konditionen erreichen und wir Unternehmen haben, die Arbeitsplätze in dem Sektor geschaffen haben.

Seit ich Landeshauptmann und Finanzreferent bin, also seit dem Jahr 2018, haben wir jedes Jahr mehr für den öffentlichen Verkehr budgetiert als für den Straßenbau. Die Planungskosten für die Stadtregionalbahn wurden gerade freigegeben. Auch hier wird der Einzelne profitieren - viele Pendler werden dann umsteigen können.

Tips: Was braucht es aus Ihrer Sicht, um Pendler zum Umsteigen auf Öffis zu motivieren?

Stelzer: Dort, wo wir klassische Verkehrsballungen haben und tägliche Stausituationen, die viel Lebenszeit kosten, dort kann man durch einen attraktiven, mit guten Umsteigemöglichkeiten versehenen, öffentlichen Verkehr punkten und die Menschen bewegen.

Es wird immer nur in einer guten Kombination gehen: Pendlerparkplätze, wo die Menschen ein gutes Gefühl haben, wenn sie dort ihre Autos stehen lassen, und eine schnelle Anbindung. Wir wollen die bestehenden Regionalbahnen erhalten und attraktivieren, teilweise elektrifizieren, Bahnhöfe erneuern und auf gesicherte Übergänge achten.

Tips: Wie sieht es mit dem Fuhrpark des Landes OÖ aus?

Stelzer: Wir haben 2019 ein e-Mobilitätskonzept für den Fuhrpark des Landes erarbeitet. Dieses sieht vor, dass jährlich fünf Prozent des (PKW-)Fuhrparkes auf Elektromobilität umgestellt werden. 2030 ist der Fuhrpark des Landes somit überwiegend elektrisch mit mehr als 50 Prozent. Mein Dienstwagen ist ein BMW Mild-hybrid.

Tips: Der UN-Weltklimarat empfiehlt, den Konsum von Tierprodukten drastisch zu reduzieren. Welche Ansätze verfolgt das Land OÖ?

Stelzer: Wir setzen auf regionale Lebensmittel in den Kantinen und in Küchen zum Beispiel von Berufsschulen. Einerseits aus Wertschätzung der Landwirtschaft gegenüber – nicht nur in Ausnahmesituationen wie dem Lockdown, andererseits auch wegen der Transportwege. Und wir haben einen sehr hohen Bio-Anteil, da ist schon viel gelungen. 

Tips: Was passiert, wenn die Klimaziele nicht erreicht werden?

Stelzer: Wir setzen uns Ziele, um sie zu erreichen. Bis vor einiger Zeit hat es geheißen, dass mit einer Steigerung im Wirtschaftswachstum der Energieverbrauch mitwächst. Das wurde in OÖ und in anderen Regionen schon entkoppelt und bedeutet einen enormen Fortschritt.

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