Ruf nach zwei weiteren WC-Anlagen an den beiden Donauufern

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Lorenz Potocnik (links) und Matthias Zangerl von LINZplus fordern zwei zentrale WC-Anlagen an den beiden Donauufern. (Foto: LINZplus)
Lorenz Potocnik (links) und Matthias Zangerl von LINZplus fordern zwei zentrale WC-Anlagen an den beiden Donauufern. (Foto: LINZplus)
Jürgen Affenzeller Jürgen Affenzeller, Tips Redaktion, 03.08.2021 10:03 Uhr

LINZ. Zur Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum gehören auch sanitäre Anlagen, Trinkbrunnen und Waschmöglichkeiten. „Die offiziellen Stellen der Stadt Linz bejubeln zwar immer wieder das dichte Netz an derartigen Einrichtungen, die Realität ist aber eine andere. Das muss besser werden“, fordern Lorenz Potocnik und Matthias Zangerl von LINZplus.

Speziell der Freizeitbereich entlang der beiden Donauufer wird sträflich vernachlässigt. Besonders eklatant ist die Situation rund um den Brückenkopf der Eisenbahnbrücke in Urfahr. Hier gibt es zwei Beachvolleyballplätze, einen Sandfußballplatz, eine Verkehrsübungsanlage, einen großen Kinderspielplatz, einen Motorikpark und einen intensiv genutzten Pumptrack. An schönen Tagen tummeln sich hier über tausend Freizeithungrige. Es gibt keine Duschmöglichkeit, der einzige Trinkbrunnen ist mehrere hundert Meter entfernt unter der VOEST-Brücke situiert.

Zulauf wird sich durch Schotterbucht noch vergrößern

Und die viel zu kleine WC-Anlage des ehemaligen Gasthauses Lindbauer liegt abseits oberhalb des Donaudamms. Kürzlich wurde hier zwar noch eine zusätzliche Holzkabine („Öklo“) mit Sägespänen aufgestellt, die aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Mütter und Väter wissen: Speziell für Familien mit Kindern sind mobile, meist nicht sehr hygienische WC-Kabinen keine wirkliche Alternative. In Kürze wird das Freizeitareal zudem noch um kleine Schotterbuchten und Sitz-Steinstufen an der Donau erweitert, was den Zulauf noch erheblich vergrößern wird.

„Fast schon menschenverachtend“

„Es klingt wie ein schlechter Witz: Da bauen wir eine neue Donaubrücke um über 90 Millionen Euro, aber eine ordentliche WC-Anlage und Duschgelegenheiten für die Freizeitsportler sind nicht drin?“, fragt Lorenz Potocnik von LINZplus. Gemeinsam mit seinem Listenkollegen Matthias Zangerl hat er sich die Situation vor Ort angeschaut: „Die Stadt zieht sich immer weiter von ihrer Verantwortung zurück und setzt auf Lösungen, bei denen vor allem eines zählt: Sie müssen billig sein. Ich finde das fast schon menschenverachtend“, so Zangerl, selbst Nutzer der Linzer Freizeitareale und Vater einer 9-jährigen Tochter. 

Forderung: zwei große WC-Anlagen an den beiden Donauufern

Nicht viel anders die Situation beim Donaustrand Steinmetzplatzl: Dort befindet sich lediglich eine WC-Kabine. Es gibt dort auch keinen öffentlichen Trinkbrunnen – trotz der enorm vielen Badegäste. Und für den gesamten westlichen Bereich des Donaustrandes steht lediglich ein wenig einladendes „Dixie-Klo“ zur Verfügung, das verständlicherweise kaum genutzt wird. Viele nehmen hier den Begriff „Öffentliches WC“ wörtlich und weichen in die Büsche aus.

Ähnlich die Situation beim Donaustrand Winterhafen: Hier gibt es ebenfalls nur eine mobile Plastikkabine, die noch dazu abseits des Badebereichs auf der anderen Seite des Donaudamms steht. Zangerl: „Diese Kabinen heizen sich im Sommer auf bis zu 60 Grad auf, ganz abgesehen von der mangelhaften Wartung.“ Auch der Donaupark, in dem sich am Wochenende tausende Freizeithungrige aufhalten, ist mit einem kleinen WC beim Parkbad chronisch unterversorgt. Zangerl: „In Wirklichkeit braucht es schon lange je ein großes WC-/Sanitärhaus mit entsprechendem Personal an beiden Ufern der Donau. Linz muss da endlich familienfreundlicher werden.“

Leerstand in der Innenstadt nutzen

„Auch in der Innenstadt sucht man gepflegte WC-Anlagen, wie sie speziell Familien mit Kindern benötigen, vergeblich. Meist bleibt da nur das Ausweichen auf das kostenpflichtige WC im Passage oder das „Bittstellen“ in einem Gastronomiebetrieb. Lorenz Potocnik und Matthias Zangerl schlagen vor, den vielen Leerstand in der Innenstadt zu nutzen: „Warum mietet sich die Stadt Linz hier nicht ein und schafft in zwei oder drei leerstehenden Objekten WC-Anlagen, die alle Stückerl spielen – inklusive Wasch- und Duschmöglichkeit? Es wäre eine enorme Aufwertung des öffentlichen Raums.“

Positiv-Beispiel PlusCity

Die Stadt Linz braucht sich nur ein Beispiel an der PlusCity zu nehmen. Die dortigen WCs gleichen Palästen – und sind auch einer der Gründe, warum viele Familien lieber nach Pasching als nach Linz zum Shoppen fahren. Auch öffentliche Sitzgelegenheiten gibt es in der Plus City alle paar Meter, während man diese auf der Landstraße vergeblich sucht: „Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte“, rollt Potocnik sichtlich sauer mit den Augen.

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