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Start der Initiative H2Linz: „Linz soll Zentrum für Wasserstoff werden“

Tips Jugendredaktion, Magdalena Hronek, 15.09.2021 15:15

LINZ. Mit Herbst beginnt die Initiative H2Linz, mit der die Stadt bis ins Jahr 2030 als internationaler Standort für Wasserstoff-Technologie etabliert werden soll. Damit soll einerseits ein Schritt in Richtung erneuerbare Energie getätigt werden, andererseits der Wirtschaftsstandort gesichert und gefördert werden.

Serdar Sariciftci, Leiter des Instituts für Physikalische Chemie an der JKU und Bürgermeister Klaus Luger

Um Linz bis ins Jahr 2030 als internationalen Standort für Wasserstoff-Technologie zu etablieren, will die Stadt Linz internationale Unternehmen überzeugen, neue Forschungs- und Produktionsstätten in Linz anzusiedeln. Bestehende Industriebetriebe sollen bei der Umrüstung der Produktion unterstützt werden. „Für die Zukunft unserer Stadt ist es entscheidend, dass wir uns bei dieser Technologie stark positionieren und als Standort attraktiver werden. So können in der für Linz wichtigen Industrie neue Arbeitsplätze entstehen, die Lebensqualität in der Stadt kann steigen und unsere Klimaziele können erreicht werden“, so Bürgermeister Klaus Luger.

Wasserstoff-Technologie – was ist das?

Serdar Sariciftci, Leiter des Instituts für physikalische Chemie an der Johannes Kepler Universität, der auch die Initiative unterstützt, erklärt: „Erneuerbar hergestellte Kraftstoffe als Energiequelle werden in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Wasserstoff ist das einfachste Molekül. Es kann durch Wasser mit Hilfe von Solar- und Windstrom erzeugt werden und anschließend in künstliche Brennstoffe umgewandelt werden. So kann Wasserstoff von der Industrie genutzt werden anstelle von fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdöl. Darüber hinaus kann so Solar- und Windenergie chemisch gespeichert werden.“ Sariciftci, der schon lange in diesem Feld arbeitet, sieht grünen Wasserstoff als entscheidend für die Zukunft des Planeten an.

Umsetzung: Klima schützen und Standort sichern

„Linz ist eine Industriestadt. Das hat viele Vorteile, aber auch den Nachteil, dass die Linzer Industrie 10% des bundesweiten CO2-Ausstoßes verursacht“, erklärt Luger. Die Umrüstung auf Wasserstoff-Technologie ist ein Schritt, um Österreichs Klimaziele zu erreichen. Für die Umsetzung soll die Forschung ausgebaut werden und die Wasserstoff-Technologie in Betrieben angewandt werden. Unternehmen sollen bei der Umrüstung unterstützt werden. Darüber hinaus ist Standortpolitik geplant, sodass internale Unternehmen die Stadt Linz als EU-Standort auswählen. Konkret beginnt die Umsetzung im Herbst mit der Bildung des Linzer Wasserstoff-Rats mit Playern aus der Linzer Industrie, Forschung, Verwaltung und den Banken.

Beteiligung der Linzer

„Es darf keine Verhinderungsmentalität geben, es darf zum Beispiel nicht wegen einer Stromleitung 10 Jahre Streit geben, wie das schon in anderen Bundesländern der Fall war“, betont der Bürgermeister. Um dem zuvorkommen, gibt es mehrere Ansatzpunkte, um die Zustimmung und Beteiligung der Bevölkerung zu erreichen: Einerseits wurden bereits im Voraus Meinungsumfragen über Kenntnis und Vertrauen der Linzer in die Wasserstofftechnologie durchgeführt. Unter einer Mehrheit der Befragten stieß Wasserstofftechnologie auf Bekanntheit, zweit Drittel sehen darin eine vielversprechende Lösung. Andererseits sollen die Linzer laufend über die Initative H2Linz informiert werden.


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