Die Linzer wählten so viele Parteien wie noch nie in den Gemeinderat
LINZ. Der Linzer Gemeinderat wird deutlich bunter: Durch die „Neuzugänge“ Linzplus, MFG und Wandel sind dort künftig nicht weniger als neun Parteien bzw. Listen vertreten sein - so viele wie nie zuvor.

Eines ging nach Bekanntwerden des Endergebnisses der Gemeinderatswahl rasch hervor: Der Linzer Gemeinderat wird deutlich bunter. Neben den bisherigen Vertretern SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grünen, Neos und KPÖ ziehen künftig auch „Linz Plus“ sowie MFG und „Wandel“ neu in das Stadtparlament ein. Damit sind es dort künftig nicht weniger als neun Parteien bzw. Listen – so viele wie noch nie zuvor.
FPÖ rutscht von Platz zwei auf Platz vier ab
Die SPÖ gewann zwei Gemeinderats-Mandate dazu und hält damit bei 22 Sitzen, die ÖVP stellt künftig elf Gemeinderäte (minus 1), die Grünen deren zehn (plus 1). Die FPÖ hingegen rutschte von Platz zwei auf Platz vier ab und wird in Linz nur mehr neun (minus sieben) Gemeinderäte entsenden. Die Neos, die sich in der abgelaufenen Legislaturperiode gespalten hatten, haben statt drei nur mehr zwei Mandatare, die aus den Neos hervorgegangene Abspaltung „Linz plus“ erhielt dafür ebenfalls zwei Sitze.
KPÖ stellt künftig zweiten Gemeinderat
Großer Jubel bei der Linzer KPÖ: Die Kommunisten verdoppelten die Mandats-Stärke und werden neben Gerlinde Grünn auch durch Michael Schmida im Gemeinderat vertreten sein. Neben Linz plus neu in den Gemeinderat einziehen werden die Impfskeptiker MFG (zwei Sitze) und der Wandel (ein Sitz).
Vierter SPÖ-Platz in der Stadtregierung
Klaus Luger und seine SPÖ darf auch einen zusätzlichen Sitz in der achtköpfigen Stadtregierung bejubeln. „Dass wir künftig vier Mitglieder im Stadtsenat stellen können, hat uns besonders gefreut“, zeigte sich das Linzer Stadtoberhaupt erleichtert. Die ÖVP hält trotz leichter Einbußen ihre zwei Stadtsenats-Mitglieder, die FPÖ verliert einen ihrer beiden Regierungssitze. „Wir werden die kommenden sechs Jahre intensiv dafür nützen, um das Vertrauen der Wähler zurückzubekommen und uns den zweiten Regierungssitz wieder zurückzuholen“, kündigte Vizebürgermeister Markus Hein an.
Punktlandung für den „Wandel“
Georg Redlhammer (Neos), Lorenz Potocnik (Linz Plus), Norbert Obermayr (MFG) und Clemens Brandstetter (Wandel) ziehen erstmals ins Alte Rathaus ein. Für letztere Liste war es bis zum Schluss ein Zitterspiel, ob man den Einzug schafft, doch am Ende landete man genau bei den dafür nötigen 1,6 Prozent. „Viele von unserem Team haben sich zum ersten Mal politisch engagiert und in den vergangenen Monaten vieles gelernt. Sie haben sich an Demokratie beteiligt und sind über sich selbst hinausgewachsen“, freut sich der frischgebackene Gemeinderat Clemens Brandstetter.


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