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„Es liegt an uns, den Fortbestand kleiner Geschäfte zu sichern“

Nora Heindl, 03.11.2021 13:13

LINZ. Schon vor Corona war es für kleine Geschäfte eine Herausforderung, nicht zuletzt neben dem Onlinehandel zu bestehen. Die Pandemie war dann quasi die Königsdisziplin in Sachen Sicherung des Fortbestands. Dass man aus der Krise auch gestärkt hervorgehen kann, zeigt sich am Beispiel eines oberösterreichischen FairFashion-Modelabels und dem Weltladen am Linzer Pfarrplatz.

  1 / 2   Hannes Stammler, Eigentümer des Linzer Weltladens, und Ingrid Gumpelmaier-Grandl von Fairytale setzen auf Zusammenarbeit. (Foto: Fairytale Fashion)

„Zu Beginn der Coronakrise war es völlig unklar, ob es zu einem totalen Zusammenbruch des Handels kommt, wann wieder aufgesperrt werden kann und ob sich das Einkaufsgeschehen vollkommen in Richtung Onlinehandel verlagert“, erzählt Hannes Stammler, Eigentümer des Linzer Weltladens, der sich vor allem einen guten Namen gemacht hat, was öko-faire Bekleidung betrifft.

Im Katalog schmökern, im Lieblingsladen bestellen

Gemeinsam mit dem Eferdinger Modelabel FAIRytale setzte man zum Glück schon vor Corona auf Kreativität, Zusammenhalt und vor allem eine effiziente Strategie: Das Modelabel FAIRytale stellt dem Einzelhandel, also in diesem Fall dem Linzer Weltladen einen Katalog zur Verfügung, der an Kundinnen weitergegeben werden kann. Diese können zu Hause in Ruhe schmökern, bestellen dann über ihren Lieblingsladen und können kurz darauf im Laden probieren bzw. notfalls auch zu Hause. Passt alles, macht der Laden das Geschäft, passt es nicht, bleibt das Modell im Laden, die Kundin spart sich den Weg zur Post.

Während Lockdown Provision für Lieblingsladen

In Lockdownzeiten konnten Kundinnen im Onlineshop etwa den Linzer Weltladen als Lieblingsladen angeben und das Modelabel trat eine Provision an diesen ab. „Wir wussten, jetzt wird viel online eingekauft werden, aber wir kannten auch die Nöte und die Verzweiflung unserer Einzelhandelspartner. Wir wollten ihnen die Kundinnen quasi nicht wegnehmen“, betont die Eferdinger Designerin Ingrid Gumpelmaier-Grandl. Sie weiß: „Das Online-Einkaufen ist nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig liegt es aber auch an uns, Strategien zu entwickeln, wie wir den Fortbestand von kleinen Geschäften dennoch sichern können!“ Denn auch hier gehe es um Arbeitsplätze und nicht zuletzt um lebendige Innenstädte.

Strategie im Weltladen nicht mehr wegzudenken

Das Konzept funktioniert mittlerweile großartig, hat dem Linzer Weltladen gut durch die schwierigsten Zeiten geholfen und ist nicht mehr wegzudenken. „Die Stammkundinnen haben uns unglaublich durch diese herausfordernde Zeit getragen. Das war ein starkes Zeichen. Jetzt fragen sie zu Saisonbeginn schon, ob der neue Katalog da ist“, meint Stammler. Zudem hat das Modelabel ein „SlowFashion“-Konzept entwickelt. Das heißt, die Kollektionen werden so entworfen, dass man sie von Saison zu Saison miteinander kombinieren kann, um auch den ständig wachsenden Müllbergen entgegenzuwirken. Die engagierten Handelspartner wissen: „Die Herausforderungen der Zukunft können wir nur gemeinsam meistern!“


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