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LINZ. Waren bisher die Energiepreise schon hoch, schnellen sie mit dem Ukraine-Krieg nochmals in die Höhe. Ein Umstand, den sowohl die heimischen Unternehmen wie auch Private spüren. Die Linz AG als wichtigster Fernwärmeanbieter in Linz und Gaslieferant sorgt vor. Arbö und die Stadt Linz geben Tipps, wie Bürger die Energiepreissteigerungen etwas abfedern können.

Tanken wir teuer. (Foto: Weihbold)
Tanken wir teuer. (Foto: Weihbold)

Zum Wochenstart kostet der Liter Diesel 1,96 Euro und der Liter Eurosuper 1,86 Euro bei einer Tankstelle in Linz. Im Vergleich zum Jahresbeginn, als der Durchschnittspreis für den Liter Diesel 1,38 Euro und für den Liter Eurosuper 1,39 Euro betrug, kostet eine 60-Liter-Tankfüllung um rund 30 Euro mehr. Zum Teil sind die Preise schon auf über zwei Euro geklettert. „Selbst im Falle einer raschen De-Eskalation in der Ukraine werden die heimischen Treibstoffpreise noch längere Zeit ansteigen – die jüngste Kostenexplosion für Rohöl wird sich erst in den kommenden Wochen richtig bemerkbar machen,“ so Thomas Harruk, Arbö OÖ-Landesgeschäftsführer. Der Arbö fordert zusätzlich zur Steuersenkung die Verschiebung der CO2-Bepreisung und eine Anhebung der Pendlerpauschale für das Jahr 2022. Dem erteilt Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck bei einem Besuch in Linz vorerst eine Absage und verweist auf den Energiekostenausgleich in Höhe von 150 Euro, der fast allen österreichischen Haushalten zu Gute kommen soll. „Das muss man jetzt realisieren und dann muss man schauen, wie die Entwicklung der Energiepreise ist.“

Strategisch tanken

Für die heimischen Autofahrer heißt das, dass sich die richtige Tankstrategie umso mehr lohnt. Grundsätzlich ist das Tanken am Vormittag am günstigsten, denn Tankstellen dürfen die Preise nur einmal täglich um 12 Uhr erhöhen, aber beliebig oft senken. In der Regel steigen die Preise vor dem Wochenende und sinken dann, wodurch Sprit am Sonntag und Montag tendenziell günstiger ist. Im Stadtgebiet und bei Autobahnen sind die Preise am höchsten. Auch mit dem richtigen Fahrverhalten kann bis zu 15 Prozent Treibstoff gespart werden. Dazu gehört: Den Motor nicht warmlaufen lassen, sondern direkt losfahren, den Reifendruck anpassen und unnötige Fahrzeugbeladung ausräumen. Auch Dachträger und dergleichen sollte man, falls nicht benötigt, abmontieren, um den Luftwiderstand gering zu halten. Vorausschauend beschleunigen und bremsen und wenn möglich statt zu bremsen das Fahrzeug ausrollen lassen, zum Beispiel bei der Annäherung an eine rote Ampel, wird geraten. Auch hilft es, einen möglichst hohen Gang zu wählen um die Drehzahlgering zu halten.

Fernwärme: Linz AG sorgt vor

Doch nicht nur der Spritpreis ist teuer, auch der Erdgaspreis steigt. Eine Rohstoffknappheit steht im Raum. Derzeit ist Erdgas jedoch am Markt verfügbar, wenn auch teuer. „Wir müssen die Gasspeicher verlässlich füllen“, betont Schramböck. Dies fordert auch der oberösterreichische Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und ergänzt: „Wenn wir die Prognose-Preise anschaue, liegen wir bei der Hälfte.“

Neben den energieintensiven Industriebetrieben des Standortes trifft die besorgniserregende Situation auch Privathaushalte stark – direkt und indirekt. Mehr als 85.000 Wohnungen sind im Großraum Linz – im Linzer Stadtgebiet und in den Umlandgemeinden Traun und Leonding – an die Fernwärme angeschlossen. Etwa 74.000 werden von der Linz AG versorgt. „Derzeit ist die sichere Versorgung der Kunden mit Strom und Wärmeenergie trotz der anhaltenden Kriegsereignisse in der Ukraine gesichert. Die Linz AG ist aber auch darüber hinaus gerüstet. Durch das Biomassekraftwerk und das Reststoffheizkraftwerk sowie Wasserkraft verfügt die Linz AG über einen Kraftwerkspark, der auch unabhängig von Erdgaslieferungen Strom und Wärme erzeugt. Reststoffe sind ständig verfügbar und ein großes Holzlager sichert den Rohstoff fürs Biomassekraftwerk. Für eine Grundsicherung sorgen auch gespeicherte Erdgasmengen und der eigene Fernwärmespeicher in Linz“, heißt es auf Anfrage von Tips. Die Linz AG bereitet sich aber auf mögliche Erdgaslieferengpässe mit einem Mehrpunkteplan vor. So verfügt das Unternehmen über ein gefülltes und nachfüllbares Heizöltanklager, das den zeitweisen Umstieg des Brennstoffes in der Wärmeerzeugung ermöglicht und die Versorgung zusätzlich absichert.

Preisgarantie hält

Die Versorgungsmenge für die 30.000 Erdgaskunden der Linz AG wurde für den nächsten Winter bereits eingekauft. Die entsprechenden Einkäufe wurden bereits getätigt. „Mittel- und langfristig gilt es auch zur Sicherung der Versorgung, die Umstellung auf Erneuerbare Energieträger in der Energieerzeugung zu forcieren.“ Für die treuen Strom-, Erdgas- und Fernwärme-Kunden der Linz AG ist es trotz der Marktverwerfungen zu keiner Tariferhöhung gekommen. Derzeit beobachtet die Linz AG die Marktentwicklung weiter. Die Preisgarantie hält wie angekündigt in jedem Fall bis 31. Mai 2022.

Richtig Heizen hilft

„Durch einen sorgsamen Umgang im Alltag können zudem alle mithelfen, unseren Energiebedarf insgesamt zu senken“, betont Klimastadträtin Eva Schobesberger. Mit einfachen Tricks kann jeder einzelne seinen Geldbeutel schonen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zum Beispiel können in verschiedenen Räumen die Temperaturen an die Nutzung angepasst werden. In Räumen, in denen man sich nur kurz aufhält, wie zum Beispiel ein Vorzimmer, kann eine Temperatur von 15 bis 18 Grad ausreichend sein. Insgesamt kann mit einem Grad weniger Raumtemperatur der Energiebedarf um sechs Prozent reduziert werden.


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