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Im Spannungsfeld zwischen Innovation und Verkehrsproblematik (Update: 22.09)

Anna Fessler, 22.09.2022 14:12

LINZ. Das Areal im Bereich der Petzoldstraße ist im Wandel: einerseits durch konkrete Projekte („Dynatrace“) andererseits durch solche in einem frühen Planungsstadium. Die Städtebauliche Kommission soll sich nun mit den Chancen und Perspektiven des gesamten Gebietes auseinanderzusetzen. Gefordert werden dafür auch Verkehrslösungen.

Das Areal im Bereich der Petzoldstraße befindet sich im Wandel. (Foto: www.doris.at/Land OÖ)
Das Areal im Bereich der Petzoldstraße befindet sich im Wandel. (Foto: www.doris.at/Land OÖ)

„Mit dem städtebaulichen Bericht legen wir das erste Fundament für einen neuen Boulevard der Innovation, durch den sich Linz zukünftig zu einem bedeutenden Standort der Industrie 4.0 entwickeln kann,“ ist Planungsstadtrat Dietmar Prammer (SPÖ) überzeugt. 

„Digitale Meile für Linz“

Das Stadtgebiet biete in direktem Anschluss an die Tabakfabrik weiteren Raum für die Gestaltung einer ‚digitalen Meile‘ für Linz. Dabei soll der industriell-gewerblich geprägte Stadtteil schrittweise zu einer Zone für digitale Dienstleistungsunternehmen entwickelt werden, ohne bereits funktionierende Bestandsnutzungen zu verdrängen. 

Das Projekt zur Erweiterung des Dynatrace-Gebäudes wurde, wie berichtet, in gemeinsamer Abklärung seitens der Stadt Linz und der Projektbetreiber einer neuen Planung unterzogen. Diese stehe nun in sehr gutem Einklang mit den Vorgaben der Städtebaulichen Kommission. Der künftig entstehende Dynatrace-Standort an der Petzoldstraße soll das erste von weiteren Projekten sein, die den Stadtteil attraktiv prägen.

„Sanfte Mobilität für Digitale Meile“

Mobilitätsreferent und Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) sieht die Ergebnisse der Kommission positiv. „Das Areal im Anschluss an die Tabakfabrik bietet enormes Potenzial. Da sind bereits viele interessante Projekte geplant und im Entstehen. Wichtig dabei ist, dass man nicht die Fehler der Vergangenheit – sprich, dass man den Hochbau forciert, aber nicht gleichzeitig auch den Verkehr samt Finanzierung der Verkehrswege, vor allem der sanften Mobilität, mitberücksichtigt – wiederholt.“ Es müsse ein Verkehrskonzept für Linz-Ost erstellt werden. „Dafür müssen auch die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Nicht nur für den öffentlichen Verkehr, sondern auch für die Radfahrer und Fußgänger müssen Investitionen erfolgen. Denn die Verkehrskapazitäten stoßen in diesem Stadtteil bereits an ihre Grenzen“, so Hajart.

Die Entwicklung einer entsprechenden Strategie fällt in seinen Zuständigkeitsbereich als Mobilitätsreferent, für die Finanzierung bedarf es einem Beschluss des Gemeinderats. Je nach Mobilitätsform - also, ob es um einen Ausbau der Fuß- und Radwege oder um den öffentlichen Verkehr geht - ist auch die Stadtplanung oder sind auch die Linz Linien involviert. Das 2021 erstellte Doppelbudget der Stadt Linz wurde zudem unter anderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erstellt. Mit knapp 44 Millionen Euro ist der Verkehr der größte Ausgabenposten. Dieses Jahr wendet die Stadt Linz etwa 23 Millionen Euro für Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur auf, im Jahr 2023 sind es 21 Millionen. 

WKO fordert bessere Öffi-Anbindung

Klaus Schobesberger, Obmann der WKO Linz-Stadt freut sich, dass für den weiteren Dynatrace-Ausbau eine Lösung gefunden werden konnte. „Neben Erweiterungen von Unternehmen der sogenannten ,digitalen Meile‘ in diesem Bereich sind derzeit Projekte wie der Quadrill-Tower in der Tabakfabrik, das neue Donauparkstadion, der Neubau von XXXLutz oder der Ausbau des Linzer Hafens in Umsetzung.“Die Untere Donaulände und das Hafenviertel seien jedoch in puncto Verkehr bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze angelangt. Deswegen müsse neben der derzeit stattfindenden Sanierung der voest-Brücke und der A7-Mühlkreisautobahn auch der öffentliche Verkehr in diesem Bereich rasch ausgebaut werden.„Einerseits geht es darum, dass für die beiden O-Bus-Linien 47 und 48, die von Urfahr über die neue Eisenbahnbrücke in den Osten fahren sollen und die Bus-Linien 13 und 14 als Erschließung und Verbindung des Linzer Südens mit dem Osten der Stadt, so rasch wie möglich die notwendigen Finanzierungs- und Umsetzungsbeschlüsse gefasst werden. Andererseits müssen auch die Planungen für die neue Schienenachse vom Mühlkreisbahnhof bis zum Hauptbahnhof (S6) und der Regiotram Pregarten-Gallneukirchen-Linz (S7) weiter vorangetrieben werden: als zukünftiges attraktives und schnelles öffentliches Verkehrsangebot aus dem Mühlviertel nach Linz und vice versa – vor allem für Pendler“, so die WKOÖ in einer Aussendung.

Die Städtebauliche Kommission

Die Funktion der Städtebaulichen Kommission ist die Ausarbeitung und Dokumentation von konkreten städtebaulichen Zielsetzungen zur Verwendung für planerische Entscheidungen. Dies beinhaltet die Erarbeitung städtebaulicher Vorgaben für Projekte mit großen und komplexen Dimensionen, die auch ihre Umgebung beeinflussen. Sie besteht grundsätzlich aus drei externen und drei internen Fachexperten aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Raumplanung, Verkehrsplanung und Freiraumplanung. Je nach Komplexität der Aufgabe werden weitere Mitglieder hinzugezogen. 


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