20 Prozent Plus beim OÖ Gesundheitsbudget für 2023

Karin Seyringer Tips Redaktion Karin Seyringer, 30.11.2022 17:53 Uhr

OÖ/LINZ. Das Gesundheitsressort des Landes OÖ verfügt für das Jahr 2023 über knapp 1,2 Milliarden Euro Budget, ein Plus von knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ein Rekordbudget.

„Wir haben einen Haushalt geschaffen, der Gesundheit hochhält, die wichtigsten Ziele sind mehr Beschäftigte in den oö. Spitälern, moderne Krankenhäuser für bestmögliche Versorgung und als guter Arbeitsplatz und ein Bekenntnis zu Investitionen“, so LH-Stellvertreterin, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) am Mittwoch in Linz. Gemeinsam mit Karl Lehner, Geschäftsführer der OÖ Gesundheitsholding, Peter Ausweger, Geschäftsführer der Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH und Jakob Hochgerner, Direktor der Direktion Soziales und Gesundheit und Leider der Abteilung Gesundheit wurde das Budget präsentiert.

Um 198 Millionen Euro (plus 19,44 Prozent) mehr als 2022 wird in das oö. Gesundheitssystem investiert. Zusätzlich stehen 14 Millionen Euro für das Oö. Pflegestipendium und 25 Millionen Euro für die Pflegeentgelterhöhungen gemäß der Bundespflegereform zur Verfügung.

Beschäftigtenzahl gestiegen

Rund 26.000 Beschäftigte in Gesundheitsberufe in den 18 Krankenhausstandorten in OÖ gibt es. In den vergangen zehn Jahren sei die Zahl der Mitarbeiter in oö. Spitälern im ärztlichen und Pflegebereich (Vollzeitäquivalente) um rund zehn Prozent erhöht worden, die Personalkosten sind in diesem Zeitraum um 20 Prozent gestiegen. Auch 2023 würden neue Dienstposten dazukommen. Die weitere Steigerung sei auch der Anspruch für die nächsten Jahre.

„So viele Schüler in Ausbildung wie nie“

Ein Schwerpunkt werde daher natürlich auf die Ausbildung gesetzt, so Lehner. „Wir haben so viele Schüler wie nie in Ausbildung, mit fast 600.“ Auch das Pilotprojekt „Pflegestarter“ soll 2023 an den beiden Standorten Kirchdorf und Freistadt mit einem neuen Turnus starten, eine ehestmögliche Ausrollung auf weitere Standorte werde geprüft. Bei dem Piloten können Interessierte eine Ausbildung ab dem 15. Lebensjahr starten, die bis zur Pflegefachassistenz reicht.

„Wir können gar nicht zu viele ausbilden“, verweist Ausweger auf die in Pension gehende Babyboomer-Generation. Versucht werde, im Unterstützungsbereich nachzuziehen, um die hoch qualifizierten Mitarbeiter zu entlasten.

Neue Bauprojekte

Die größten baulichen Projekte, die geplant bzw. weitergeführt werden, sind der Neubau des Kinderbettentraktes am KUK in Linz (220 Millionen Euro), der Masterplan inklusive OP-Neubau bei den Barmherzigen Schwestern Linz (200 Millionen Euro), der Neubau Bauteil 10 für 158 Betten, Ambulanzen, Tagesklink am KH Braunau (63 Millionen Euro), die Zusammenlegung von OP-Bereichen am Klinikum Steyr (51 Millionen Euro), der Masterplan inklusive Sanierung, Umbau und Zubau im Op-Bereich am Klinikum Freistadt, Masterplan inklusive Sanierung, Umbau und Zubau in der Radiologie am Klinikum Kirchdorf (24 Millionen Euro) und der Neubau des Ausbildungszentrums am Klinikum Wels-Grieskirchen (24 Millionen Euro).

Teure Medikamente

Für den medizinischen Fortschritt werden rund 16 Millionen Euro bereitgestellt, vor allem für teure neue Therapien im Medikamentenbereich. In Oberösterreich stelle sich nicht die Frage, ob man besonders teure Arzneien anschaffe, so Haberlander, das sei selbstverständlich - und verweist etwa auf den Einsatz von Zolgensma für Kinder mit spinaler Muskelatrophie (2,3 Millionen Euro pro Kind).

Natürlich schlage sich auch die demografische Entwicklung in den medizinischen Leistungen nieder. So gebe es bei Leistungen im Zusammenhang mit Hüftprothesen von 2012 bis 2021 ein Plus von 14 Prozent. Im Zusammenhang mit Grauen Star gebe es einen Anstieg um rund 28 Prozent.

Generell herausfordernd sei die Kostensteigerungen bei Medikamenten, um bis zu 98 Prozent von 2012 bis 2021.

Entlastung Spitäler

Die aus Personalmangel leeren Betten hätten auch nach wie vor mit Covid zu tun. „Das übersehen die Leute, Covid ist noch nicht vorbei, jeder einzelne Patient bindet doppelt Personal“, so Ausweger. Um die Mitarbeiter zu schützen, würden die Ressourcen auf weniger Stationen konzentriert, dadurch Betten gesperrt. Auch seine die Leistungen nicht weniger, würden aber vermehrt ambulant durchgeführt.

Um die Spitäler zu entlasten, brauche es den vor- und nachgelagerten Bereich. Investiert wird in den Ausbau der Primärversorgungsmodelle, neben den acht Zentren in OÖ aktuell starten im Jänner 2023 das Primärversorgungszentrum Traun, mit März jenes in Leonding-Hart. Intensive Gespräche gebe es auch an den Standorten Bad Ischl, Schärding, Linz-Süd, Perg/Schwertberg und Vöcklabruck.  

Ressourcen durch Vorsorge schonen

Wichtig ist dem Podium, viel in die Vorsorge zu investieren, auch die Frage zu stellen „was kann ich selbst tun, um möglichst lange gesund zu bleiben“, so Haberlander. Schwerpunkte würden hier schon von klein auf gesetzt, etwa mit den „Gesunden Kindergärten“. „Es ist an der Zeit, über die Sozialversicherung nachzudenken“, ein Bonussystem sei zu überlegen, um die Gesundheit zu erhalten, die Gesundheit in den Mittelpunkt zu stellen.

„Die tägliche Bewegung sollte so selbstverständlich sein wie das tägliche Zähneputzen“, alle zusammen könnten dazu beitragen, mit den Ressourcen im Gesundheitsbereich schonend umzugehen, appelliert Hochgerner.

SPÖ: Rekord-Wartezeiten auf OPs abbauen

Die SPÖ fordert, mit dem Rekord-Budget die laut Anfragebeantwortung zu den OP-Wartezeiten des SPÖ-Landtagsklubs Rekord-Wartezeiten von bis zu 60 Wochen abzubauen. Vorrang haben dabei für den Dritten Landtagspräsidenten Peter Binder Investitionen ins Gesundheitspersonal.

NEOS: Flächenbrand Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die NEOS OÖ kritisieren zu wenig Investitionen in die Kinder- und Jugendpsychiatrie und fordern, den Fokus auf Gesundheitsprävention zu legen. Zudem fordern sie Modelle und Pläne, „wie man Stellen nachhaltig besetzt und Personal hält“.

 

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