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LINZ. Seit 21. Juli sind die verschärften E-Scooter-Regeln in Kraft. Lange sorgten achtlos hingeworfene Leihroller für Ärger bei den Linzern, nun werden die Betreiber in die Pflicht genommen, gegenzusteuern. Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) spricht von einer deutlichen Verbesserung und kündigt an, dass bei Bedarf nachgeschärft werde.

Fixe Abstellflächen sollen eine Besserung der E-Scooter-Problematik bringen, bei Bedarf wird nachgeschärft. (Foto: Tips/Fessler)

Seit 1. März 2019 sind ausleihbare E-Scooter auch in Linz verfügbar – seither sorgen sie für zahlreiche Beschwerden. Ein halbes Jahr später wurden die Verleihfirmen verpflichtet, sich an gewisse Rahmenbedingungen zu halten, der Verhaltenskodex wurde schließlich erweitert und um die Einführung von „Scooter-Sheriffs“ ergänzt.

Rund 110 fixe Abstellflächen in der Innenstadt

Trotz dieser Maßnahmen war das „Wildparken“ weiterhin ein Problem, fixe Stellflächen für die Scooter wurden eingeführt. Rund 110 Abstellflächen sind es derzeit im Innenstadtbereich, die Betreiberdaten dienten als Basis für die Verteilung der Flächen. Grob lässt sich der Bereich, in dem sich diese befinden, folgendermaßen eingrenzen: im Süden durch die Bahnhofstraße und die Blumauerstraße, im Westen durch die B139, im Norden durch die B127 und im Osten durch die Neue Eisenbahnbrücke und die Gruberstraße. Ein Free-Floating-Modell, also keine festgelegten Entleih- und Rückgabestationen, gibt es nur mehr außerhalb der Innenstadt. Auch hier soll schrittweise auf das neue System umgestellt werden.

Gründe, warum es dennoch zu „Wildparken“ kommt

Der Linzer Verkehrsreferent Martin Hajart spricht von einer deutlichen Verbesserung. Würden Scooter außerhalb der fixen Stellflächen zu finden sein, könne das folgende Gründe haben:

  1. Technische Defekte, etwa wenn das eingebaute GPS nicht funktioniert – hier werden die Betreiber dazu angehalten nachzubessern.
  2. Die „Toleranz“ ist zu groß, sprich: das GPS ist noch zu ungenau. So erneuert die Verleihfirma Tier ihre GPS-Boxen, die neuen sollen genauer kalibrierbar sein.
  3. Die korrekt abgestellten E-Scooter werden von Personen verstellt
  4. Die Batterie des Scooters wird leer, bevor er auf der fixen Stellfläche abgestellt werden kann

System soll ausgeweitet werden, Nummernschilder bleiben vorerst freiwillig

Spätestens Ende September wird gemeinsam mit den Betreibern evaluiert, auf Basis dessen erfolgen die weiteren Schritte. Wenn das System funktioniert, soll es Richtung Osten bis in den Hafen und in Urfahr Richtung Bruckner-Universität und Johannes Kepler Universität ausgeweitet werden.

Die Scooter-Firma Tier hat zudem freiwillig Nummernschilder an ihren Leihrollern angebracht, eine Verpflichtung dazu besteht in Linz - anders als in Wien - noch nicht. Einen Hebel sieht Hajart auch in der Nutzercompliance, die Betreiber könnten demnach eine vorschriftsmäßige Nutzung der E-Scooter belohnen oder auf der anderen Seite strafen, wenn sich Nutzer nicht an die Regeln halten.

„E-Scooter haben durchaus ihre Berechtigung als Verkehrsmittel“

Seitens des Verkehrsressorts würden stufenweise Maßnahmen gesetzt, bis das System funktioniert. Falls erforderlich, sei etwa ein Ausschreibungsverfahren für die Konzessionen der E-Scooter-Betreiber nach Wiener Vorbild vorstellbar. Maßnahmen bis hin zu einer kostenpflichtigen Entfernung „wild“ geparkter E-Scooter seien eine Möglichkeit, so der Vizebürgermeister. Die Leihroller hätten aber aus seiner Sicht durchaus ihre Berechtigung als Verkehrsmittel.


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