"Angst in der jüdischen Gemeinde groß": Vizebürgermeister will nach antisemitischen Vorfällen Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat einbringen
LINZ. Vizebürgermeister Martin Hajart will in der Gemeinderatssitzung am 9. November einen Dringlichkeitsantrag stellen. Die Politik müsse klare Kante nach mehreren antisemitischen Vorfällen zeigen, die Angst in der jüdischen Gemeinde sei groß.

„Es ist unerträglich, wie viel Hass auch bei uns gesät wird – und offenbar gedeiht“, so Hajart. Mit antisemitische Vorfälle meint er etwa, dass die israelische Fahne vor dem Alten Rathaus bereits zweimal heruntergerissen und dabei auch mit Füßen getreten wurde. Des weiteren seien ihm Anti-Israel-Schmierereien in Schulen und Islam-Rufe von Schülern bekannt, die zeigen würden, wie weit fortgeschritten der Antisemitismus hier sei.
Stadt Linz soll Maßnahmen und Kampagnen gegen Hass erarbeiten
„Mir wird von Vertretern der jüdischen Gemeinde erzählt, dass sie Angst haben – und zwar vor allem auch vor einem Teil der bei uns lebenden Muslime“, sagt der Linzer Vizebürgermeister. Er werde deshalb einen Dringlichkeitsantrag in der kommenden Gemeinderatssitzung stellen.
„Gerade als bekennende Friedensstadt braucht es eine klare Kante der Stadtpolitik, derartige Entwicklungen nicht unter dem Deckmantel der Toleranz, Integration und Offenheit salonfähig werden zu lassen. Das wäre ein fatales, gänzlich falsches Zeichen“, sagt Hajart. Er fordert, dass die Kommunikationsabteilung der Stadt gemeinsam mit dem Integrationsbüro Maßnahmen und Kampagnen erarbeitet, um Extremismus und Hass entgegenzuwirken.


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